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Lübeck Amphibienbus rammt Holstentorbrücke
Lokales Lübeck Amphibienbus rammt Holstentorbrücke
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22:16 08.07.2017
Die Feuerwehr brachte die Menschen mit Leitern aus dem Bus an Land. Quelle: Holger Kröger
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Innenstadt

Die Frontscheibe ist gesprungen, Glassplitter liegen auf dem Boden, und die Fahrgäste schreien in Panik nach Luft. Der Kapitän des Amphibienbusses zerschlägt geistesgegenwärtig die Beifahrerscheibe, um ein wenig Sauerstoff ins Innere des Busses zu lassen. Zuvor hatte der neue Amphibienbus auf seiner Ausflugsfahrt über die Trave die Holstentorbrücke gerammt. Doch am Ende sprechen alle Beteiligten von Glück im Unglück. Zwei Kinder wurden lediglich leicht verletzt.

Klicken Sie hier, um weitere Eindrücke des Unfalls und der Rettungsaktion aus dem Amphibienbus zu sehen.

Zu den Gründen des Unfalls will sich Helge Gabriel nicht äußern. Der Chef der Cityschifffahrt, die den „Trave-Splash“ betreibt, hat sich mit dem Amphibienbus einen Traum erfüllt. Erst vor acht Wochen wurde das Fahrzeug eingeweiht. Seitdem ist es ein Magnet für Touristen. Auch am Sonnabendnachmittag war das Fahrzeug mit 44 Personen voll besetzt. „Wir bekamen gegen 16.13 Uhr die Information, dass es zu einer Kollision an der Holstentorbrücke gekommen sein soll“, berichtet die Feuerwehr, „daraufhin sind wir mit Löschzügen, Tauchern und Rettungsdienst ausgerückt. 25 Mann waren vor Ort.“

Als die Helfer ankommen, haben die Verantwortlichen den Amphibienbus bereits abgeschleppt und mit Hilfe eines anderen Ausflugsschiffs in Höhe der Musikhochschule an die Kaimauer gedrängt. „Wir konnten mit einer Leiter den Fahrgästen aus dem Bus helfen“, berichtet die Feuerwehr. Die Panik war mittlerweile der Erleichterung gewichen. Zwei Kinder müssen mit leichten Schnittverletzungen in ein Krankenhaus, zwei weitere Personen werden vor Ort behandelt. Sonst sind alle Fahrgäste wohlauf. Die Touristen berichten, dass die Klimaanlage nicht mehr funktioniert habe und die Luft deshalb knapp geworden sei.

Was den Unfall auslöste, darüber will Gabriel nicht spekulieren. Die Staatsanwaltschaft hat den Bus nun beschlagnahmt und wollte ihn noch gestern Abend an der eigens für den Bus gebauten Betonrampe aus dem Wasser ziehen. „Der Amphibienbus ist auf jeden Fall sicher“, betont der Chef, „er muss mit größerer Geschwindigkeit aufgeprallt sein. Trotzdem gibt es nur materielle Schäden, und das Frontglas hat nicht nachgegeben.“ Die Scheibe ist zwar gesprungen und hat sich nach innen gewölbt. Doch das zweieinhalb Zentimeter dicke Sicherheitsglas ist nicht zersprungen.

Wie lange der Bus ausfällt, ist derzeit nicht absehbar. Zunächst folgt die Inaugenscheinnahme der Staatsanwaltschaft, anschließend müssen Reparaturarbeiten vorgenommen werden. Der Bus hat über eine Million Euro gekostet. Laut Gabriel ist der „Trave-Splash“ einzigartig in Deutschland.

Von Maike Wegner

Als der Amphibienbus nach Lübeck kam, war das Interesse enorm. Wir haben mit Bildergalerien und Videos berichtet:

Nach der Premierenfahrt mit vielen Ehrengästen, starten heute die Splash-Touren für jedermann.
Klicken Sie hier, um zahlreiche Eindrücke der Testfahrt des Amphibienbusses in Lübeck zu sehen.

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