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Lübeck Angekommen und geblieben
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20:26 09.08.2016
Haben die sechsteilige Lesereihe mit anschließenden Gesprächen organisiert: Andrea Knust (l.) und Ramune Virsilaite-Wöhlert vom Stadtteilhaus St. Lorenz Süd. Quelle: Guido Kollmeier

Es sind Menschen, die aus ihren Heimatländern geflohen oder aber als „Gastarbeiter“ oder einfach als Menschen aus anderen europäischen Ländern nach Lübeck gekommen und geblieben sind. Manche kennt fast jeder: Ilhan Isözen zum Beispiel, Leiter des Hauses der Kulturen, stammt aus der Türkei, Cellistin Ulla Rönnborg ist Schwedin, Sozialpädagoge, Tanz- und Trommellehrer Rasoul Khalkhali floh in jungen Jahren aus dem Iran. Aber auch viele Lübecker Mitbürger, die weniger bekannt sind, können spannende, traurige, aber auch anrührende und Mut machende Geschichten von ihrer Heimat, von ihrer Ankunft in Lübeck und ihrem heutigen Leben erzählen.

Das tun sie in mittlerweile zwei Heften: „Angekommen in Lübeck – Zuwandererfamilien erzählen“ heißt das eine, das die Hansestadt unter Mitwirkung von Johanneum-Schülern im Jahr 2012 herausgab, das andere wurde Anfang dieses Jahres von der Lübecker Fotografin Christiane Schröder und Defacto Art herausgegeben und heißt „Lübeck international“.

Für Ramune Virsilaite-Wöhlert, Leiterin des Nachbarschaftsbüros im Stadtteilhaus St. Lorenz Süd, sowie für Andrea Knust, eine der Texterinnen von „Lübeck international“, wertvolles Material. Sie möchten mit einer Lese-Veranstaltungsreihe beide Broschüren, die ihrer Meinung nach zu wenig bekannt sind, gerade zugewanderten Menschen zugänglich machen. „Es soll eine Mutmach-Lektüre sein“, sagt Andrea Knust, denn die Berichte der Menschen belegten, dass Integration in Lübeck sehr häufig gelinge und in der Vergangenheit gelungen sei.

Also haben sich die beiden engagierten Frauen im Stadtteilhaus zusammengesetzt, getüftelt und schließlich ein interessantes Programm auf die Beine gestellt: Von September an lesen sie an sechs Abenden in verschiedenen Stadtteilen die Geschichten von Lübeckern mit Migrationshintergrund vor – zunächst in deutscher, dann in englischer Sprache. Diejenigen, deren Geschichten vorgelesen werden, kommen ebenfalls zu dem Termin und stellen sich den Fragen der Zuhörer. Zudem gibt es nach Möglichkeit Live-Musik aus dem jeweiligen Herkunftsland. Übersetzer werden ebenfalls dabei sein. Ganz wichtig ist den beiden Organisatorinnen, „dass die Lesungen zu Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Kulturen einladen, ohne religiöse oder politische Standpunkte zu thematisieren“.

Geeignete Räume für die sechs Lesungen in den verschiedenen Stadtteilen zu finden, sei einfach gewesen. Auch die Menschen, deren Geschichten vorgetragen werden, seien begeistert vom Projekt gewesen.

Aber: „Einige hatten Vorbehalte, sich dann in einer öffentlichen Veranstaltung Fragen und eventuell gar Anfeindungen zu stellen“, sagt Knust. Mit dabei sind – so der aktuelle Stand – auf alle Fälle Ilhan Isözen (Türkei), Mamadou Makhtar Sabaly (Senegal), Fatme Chaker (Libanon), Zülfiye Elver (Türkei), Avan Mohammed (Irak) und Tatjana Vitkovskaja (Russland).

Das Programm

Auftakt ist am Sonnabend, 24. September, um 18.30 Uhr im „Cloudsters“, Braunstraße 1-3 (Bushaltestelle Schüsselbuden, Linien 4, 10, 21, 31, 32, 39 und 40). Dann geht es um die Geschichte von Ilhan Isözen.

Im Lutherhaus, Moislinger Allee 96 (Haltestelle: Lutherkirche, Linie 5), wird am Dienstag, 11. Oktober, ab 18 Uhr die Geschichte des Fußballers Mamadou Makhtar Sabaly erzählt.

Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Sabine Risch

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