Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Anleger am Hansemuseum zu gefährlich für Passagiere
Lokales Lübeck Anleger am Hansemuseum zu gefährlich für Passagiere
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:58 12.08.2016
Eingepfercht: Wenn viele Passagiere von Bord der „MS Hanse“ gehen, wird es auf dem Pier zu eng. Viele weichen auf die Straße aus. Quelle: Fotos: Dirk Silz
Anzeige
Innenstadt

Sie stehen in einer Schlange am Anleger vor dem Hansemuseum. Das Geländer, das den Parkplatz vom schmalen Pier trennt, ist an dieser Stelle geöffnet. Zwischen den Metallstangen stehen um die 30 Fahrgäste, die auf die Ankunft der „MS Hanse“ warten. Hinter ihnen ist ein Bauzaun, der den Platz stark einschränkt. Als die „MS Hanse“ anlegt, wird es chaotisch:

Zur Galerie
„Manchmal stehe ich oben auf der Brücke und habe Angst, dass es kracht.“Kapitän Peter Rathmann

Die „MS Hanse“

16 Jahre ist das Schiff alt, das von seinem Anleger in Travemünde über Schlutup und das Fischerdorf Gothmund bis in die Lübecker Innenstadt fährt.

Das Panoramaschiff legt zweimal täglich am Pier vor dem Europäischen Hansemuseum an der Untertrave an. Es ist Lübecks erstes barrierefreies Ausflugsschiff.

Eine Tour dauert ungefähr eineinhalb Stunden.

Die Gäste drängen von Bord. Gleichzeitig wollen die Wartenden auf das Schiff. „Wo ist denn hier der Ausgang“, fragt eine Männerstimme. Damit der Rückstau nicht die ersten Menschen vom Pier ins Wasser drängt, weichen einige Schiffspassagiere zur Seite aus, andere klettern über das Geländer und schieben sich an der Schlange vorbei – direkt auf die Straße. An der Untertrave bremsen Autos und Fahrräder im letzten Moment ab und lassen die orientierungslosen Touristen über die Fahrbahn.

„Wenn wir viele Leute an Bord haben, passiert so etwas leider öfter“, sagt Kapitän Peter Rathmann. 200 Gäste sind auf der „MS Hanse“, die seit einem Jahr täglich im Linienverkehr zwischen Travemünde und Lübecks neuem Halt Hansemuseum pendelt. Vorher wurde der Anleger nicht benutzt. „Die Menschen können nicht ausweichen, das Geländer und der Bauzaun pferchen sie quasi ein“, so der Kapitän. So manches Mal habe er auf der Brücke gestanden und die gefährlichen Situationen an der Straße gesehen. Etliche Male hatte ich wirklich Angst, dass es kracht. Aber es gibt nette Autofahrer, die eine Traube von Menschen über die Straße lassen“, sagt der Kapitän.

Rathmann und die Crew der „MS Hanse“ sind überfordert. „Ich weiß nicht, wie man die Situation hier entschärfen könnte“, so der Seemann. Hinter ihm klettert gerade eine Familie über die Metallstangen.

„Wir können jetzt einfach hier rübersteigen, aber was ist mit Rollstuhlfahrern oder älteren Leuten“, fragt sich Barbara Guttzeit, die mit ihrem Mann und ihren Kindern aus dem Ruhrgebiet gekommen ist und im Norden Urlaub macht. „Das ist wirklich sehr unglücklich gelöst“, findet sie.

Kapitän Rathmann hat schon einige Beschwerden von seinen Gästen hören müssen. „Ich kann das ja auch verstehen: Man möchte allen ein schönes Erlebnis bereiten – und dann kommen sie am Pier ins Stolpern oder wissen gar nicht, wo sie hinmüssen“, so der Seemann. Die Parkplätze vor dem Ein- und Ausgang der „MS Hanse“ sind frei, aber von dem Bauzaun eingefasst.

Verantwortlich für den Anleger ist die Lübeck Port Authority (LPA). „Wenn es keine Absperrung geben würde, würden die Autos alles zuparken“, sagt Hans-Wolfgang Wiese, Chef der LPA. Der Zaun sei aufgestellt worden, weil die Passagiere der „MS Hanse“ sich sonst zwischen den parkenden Wagen entlangdrängen müssten. „Für Rollstuhlfahrer wäre das unmöglich“, so Wiese. Der Bauzaun sei aber in der Nebensaison aufgestellt worden, als weniger Touristen am Anleger ankamen. Und eher behelfsmäßig. Mit der hohen Passagieranzahl hatte man nicht gerechnet.

„Wir werden den Bauzaun jetzt umstellen, damit es dort nicht zu Unfällen kommt“, verspricht Wiese. Denn zum Wochenende erwarte man wieder mehr Touristen. Zwar soll der Bereich um den Hanse-Anleger sowieso um- und neugestaltet werden, man werde sich vor Ort aber einen Überblick über die Situation in der Hochsaison verschaffen und versuchen, eine Lösung zu finden. Grundsätzlich müssen die Bauzäune aber erst einmal stehenbleiben. „Sonst ist gleich wieder alles zugeparkt.“

 Tomma Petersen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein neuer Veranstaltungsort begeistert: Das alte Industriegebäude an der Einsiedelstraße entwickelt sich zum Mekka für Künstler, Musiker, Messe- und Eventveranstalter – Jetzt startet die erste Kunstausstellung.

11.08.2016

Aufgrund einer guten Täterbeschreibung konnte von aufmerksamen Polizisten noch in der Nacht zum Donnerstag in der Lübecker Innenstadt der Tatverdächtige wiedererkannt und kontrolliert werden. Das zuvor entwendete Handy wurde sichergestellt.

11.08.2016

Die Verantwortlichen der Travemünder Woche machen sich wegen der geplanten Umgestaltung des Kurzentrums Gedanken um das nächste Seglerfest. Ein Problem sind zu wenig Parkplätze - außerdem befürchten die Veranstalter weniger Pachteinnahmen wegen der Umbaumaßnahmen.

10.08.2016
Anzeige