Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Ansturm auf die Gymnasien
Lokales Lübeck Ansturm auf die Gymnasien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:53 06.04.2017
165 Anmeldungen auf 92 Plätze: Seit vielen Jahren ist die GESCHWISTER-PRENSKI- SCHULE die begehrteste Lehreinrichtung in Lübeck. Doch die Gemeinschaftsschule mit Oberstufe ist bei Weitem nicht mehr so überlaufen wie früher.
Anzeige
Lübeck

780 Mädchen und Jungen wechseln zum August in die Oberschulen – 48 mehr als im Vorjahr. Damit besuchen 45,9 Prozent aller künftigen Fünftklässler ein Gymnasium. „Diese Übergangsquote ist so hoch wie nie in den letzten Jahren“, erklärt Thomas Schmittinger, Sprecher der sieben Gymnasien und Leiter des Katharineums. Der vor wenigen Wochen veröffentlichte Bildungsbericht des Landes hatte offengelegt, dass deutlich weniger Lübecker auf die Gymnasien streben als Kieler, Flensburger und Neumünsteraner.

Zur Galerie
So viele Anmeldungen wie seit Jahren nicht – Heinrich-Mann-Schule legt kräftig zu.

Der Run auf die Gymnasien hat den Gemeinschaftsschulen nicht geschadet, weil die Schülerzahl insgesamt stetig zunimmt. Schulrat Helge Daugs erwartet in den nächsten Jahren eine Steigerung auf 1800 Übergänger (2017: 1699; 2016: 1646). Die elf Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe (also ohne direkten Weg zum Abitur) melden nur leichte Rückgänge bei den Anmeldungen (2017: 615; 2016: 616; 2015: 626). Die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe mussten wie jedes Jahr sogar Schüler ablehnen. Und diese Zahl wächst seit drei Jahren. 2015 konnten die Geschwister-Prenski-Schule, die Baltic-Schule und die Grund- und Gemeinschaftschule St. Jürgen zusammen 87 Mädchen und Jungen nicht aufnehmen, ein Jahr später waren es 111 und für das nächste Schuljahr sogar 129.

Damit könne man einen ganzen fünften Jahrgang füllen, sagen Schmittinger und Daugs. 35 von diesen Schülern wichen auf ein Gymnasium aus, 94 entschieden sich für eine Gemeinschaftsschule ohne Oberstufe. Für Daugs und Schmittinger ist klar: Lübeck braucht eine weitere gymnasiale Oberstufe. „Wir könnten diese an einer Gemeinschaftsschule einrichten, die nicht so viele Anmeldungen hat“, erklärt Daugs. Beispielsweise an der Julius-Leber-Schule, die nahe der Innenstadt liegt und noch 41 freie Plätze zählt. Der Bildungsgutachter Wolf Krämer-Mandeau, der für die Stadt einen Schulentwicklungsplan ausgearbeitet hat, empfiehlt eine weitere Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule oder ein achtes Gymnasium.

Zwei Gymnasien – das Johanneum und die Thomas-Mann-Schule – richten ausnahmsweise fünf statt vier fünfte Klassen ein. „Wir rätseln auch, warum der Elternwunsch sich von Jahr zu Jahr ändert“, sagt Dr. Michael Janneck, Leiter des Johanneums.

Bei den Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufen sind Tremser Teich, Emanuel-Geibel-Schule und die Holstentor-Gemeinschaftsschule äußerst begehrt. Sorgenkinder sind laut Schulrat diesmal die Willy-Brandt-Schule in Schlutup, die Schule am Meer in Travemünde und die Trave-Gemeinschaftsschule in Kücknitz. Die Heinrich-Mann-Schule in Moisling dagegen verzeichnet 41 Prozent mehr Anmeldungen als im Vorjahr. Schulleiter Dieter Butzin: „Ich freue mich total über diese Entwicklung.“ Als Gründe nennt Butzin die wachsende Zahl an Kindern in Moisling. „Außerdem nehmen die Eltern unsere Schule wieder stärker an.“

Kai Dordowsky

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige