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Lübeck Anwohner atmen auf: Poller stoppen Raser
Lokales Lübeck Anwohner atmen auf: Poller stoppen Raser
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20:31 18.10.2016
Durchfahrt gesperrt: Nur noch Radfahrer und Fußgänger können von der Schwartauer Landstraße in den Tremser Weg einbiegen. Autofahrer müssen nun den Umweg an der Ampel in Kauf nehmen. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Straßenlärm, Raser und Unfälle: Viele Autofahrer, die es auf dem Weg zur Arbeit eilig hatten und von der Schwartauer Landstraße auf die Vorwerker Straße fahren wollten, nutzten in der Vergangenheit gerne die Abkürzung über den Tremser Weg. Die Anwohner waren genervt. Doch damit ist jetzt Schluss, denn jetzt ist der Tremser Weg eine Sackgasse. Poller an der Ecke zur Schwartauer Landstraße sollen dafür sorgen, dass sich der Verkehr beruhigt.

 

Warendorpstraße: Auch hier beruhigen Poller den Verkehr.

„Hier war echt die Hölle los“, sagt Anwohnerin Bianca Köster. „Viele Autofahrer sind hier deutlich zu schnell durchgefahren, auch nachts.“ Ich bin sehr froh, dass jetzt die Poller da sind. Anders war das Problem ja anscheinend nicht zu lösen.“ Bisher versuchte die Stadt mit einem Schild „Anlieger frei“ den erhöhten Verkehr in der Straße aufzuhalten. „Diese Maßnahme zeigte aber nur wenig Erfolg“, sagt die stellvertretende Stadtsprecherin Valessa Glisovic.

Ohnehin sei die Straße beim Abbiegen von der Schwartauer Landstraße in den Tremser Weg schwer einzusehen, stellt Bianca Köster fest. Der Umweg über die Ampel ein paar Meter weiter stört sie nicht.

„Das nehme ich gerne in Kauf. Jetzt fährt bei uns quasi kein Auto mehr vorbei. Wir sind ja schließlich nicht umsonst in eine Anlieger-Straße gezogen.“ Auch für ihre Tochter sei es nun sicherer vor der Haustür.

Martin Schulz weiß aus Erfahrung, wie gefährlich die Ecke vor seinem Haus sein kann. Vor 45 Jahren kam sein dreijähriger kleiner Bruder hier ums Leben. „Er war auf der Straße, als plötzlich ein Auto viel zu schnell die Straße entlang raste und ihn anfuhr“, erinnert sich Schulz. Etwa acht Jahre später stirbt auch seine damals 17-jährige Schwester etwas weiter hinten in dieser Straße. Sie, mit dem Motorrad unterwegs, krachte ebenfalls mit einem Auto zusammen. „Ich glaube, dass sicher fünf oder sechs Kinder in dieser Straße schon ums Leben gekommen sind“, so Schulz. Es sei einfach an der Zeit gewesen, dass sich hier etwas ändere.

Das sieht auch Kurt Gohlisch so. „Viele achten hier nicht auf die Vorfahrtsregeln und fahren einfach drauflos. Da musste man schon sehr stark aufpassen. Jetzt fühle ich mich beim Autofahren sicherer“, so der Rentner.

Ein generelles Problem mit starkem Durchgangsverkehr in Anwohnerstraßen sehe die Stadt aber nicht, so Glisovic. Einen Trend, nun vermehrt in der Stadt mit Durchgangssperren einzugreifen, gebe es ebenfalls nicht. „Die Stadt reagiert immer dann, wenn vermutet wird, dass in den jeweiligen Straßen zu schnell gefahren wird. Dann werden Untersuchungen vorgenommen.“ Laut Gesetz sei ohnehin vorgeschrieben, dass Anwohner nicht zu stark durch Verkehr beeinträchtigt werden sollen. Glisovic: „Laut der Straßenverkehrsordnung darf in den Tempo-30-Zonen der Durchgangsverkehr nur eine geringe Rolle spielen. Laut der Vorgabe des Landes Schleswig-Holstein sind es 30 Prozent.“

Für Radfahrer spielt die neue Regelung allerdings keine Rolle. Sie können weiterhin die Durchfahrt über den Tremser Weg nutzen.
an der Kreuzung zur Geverdesstraße verhindert eine Sperre das Durchfahren der Geverdesstraße aus Richtung Lohmühle bis zur Schwartauer Allee.

 Elisabeth Riedel

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