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Lübeck Anwohner genervt: Straße wird zum illegalen Groß-Parkplatz
Lokales Lübeck Anwohner genervt: Straße wird zum illegalen Groß-Parkplatz
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16:49 30.09.2016
Die Anwohner Saskia Lemke (v. l.), Volker Wielau, André Grün, Daniel Wischnewski und Patrick Wielau wünschen sich mehr Kontrollen durch die Stadt. Quelle: Fotos: Felix König/privat

Der schwarze Audi fährt in die Märkische Straße und bis zu einer Kurve. Am Tor zum Sportplatz Holstentor Süd bremst der Wagen. Obwohl hier bereits mehrere Wagen dicht hintereinander am Bürgersteig in der Kurve stehen, versucht der Fahrer noch, sich in eine Lücke zu quetschen. Dann sieht er Volker Wielau und einige Anwohner an der Straße stehen, überlegt es sich anders und fährt doch weiter. Vorbei an zahlreichen Autos, die rechts und links die Bürgersteige zu Nadelöhren verengen und die Fahrbahn in der Mitte so schmal machen, dass sich ein Lieferwagen nur im Schneckentempo die Straße entlang drücken kann.

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Schlechte Stimmung in St. Lorenz Süd: Nutzer eines Sportplatzes parken regelmäßig die Straßen der Anlieger zu – Rettungswagen kommen nicht mehr durch, Anwohner sitzen fest.

„Wir werden stiefmütterlich behandelt, das fühlt sich nicht gut an.“ Saskia Lemke (21)

Regelmäßig werden die Märkische Straße und der Übergang in die Pommersche Straße zum Parkplatz. „Wenn hier Training oder Fußballspiele sind, dann parken die Sportler alles zu“, sagt Volker Wielau, der in der Märkischen Straße wohnt. So langsam hat er die Nase voll – und er ist nicht der einzige. Viele Anwohner sind sauer. Denn die Sportler verschiedener Vereine, die den von der Stadt verwalteten Sportplatz bespielen, nutzen nicht die ausgewiesenen Stellplätze zwischen Bürgersteig und Straße, sondern stellen sich in zweite und sogar dritte Reihe hin – und parken so auch gnadenlos andere Wagen zu.

„Meistens stehen Anwohner auf den Plätzen, ab 17 Uhr wird man dann so zugestellt, dass man nicht mehr raus kommt“, berichtet auch André Grün (26), der in der gleichen Straße wohnt. Bevor die Nachbarn losfahren können, müssen sie erst einmal die Polizei anrufen. „Die suchen dann den Halter auf dem Sportplatz“, sagt Jana Böbs, die gemeinsam mit Wielau in der Kurve steht. Erst vor einigen Tagen ist die 25-Jährige zugeparkt worden und bekam ihr Auto nicht vom Fleck. „Der Fahrer spielte gerade Fußball und schickte dann einen Freund. Der konnte den Wagen aber nicht wegfahren, also haben die Polizisten den Fahrer eines anderen Autos gesucht. Über die Lücke konnte ich dann rausfahren“, erzählt Böbs. Abgeschleppt wurde in der Straße noch nie.

„Es wird kaum kontrolliert, am Wochenende, wenn die Spiele sind, gar nicht und abends erst, wenn die Sportler alle wieder abgezogen sind“, sagt auch Patrick Wielau (26). Und die Anwohner haben Angst, denn im Notfall würden die Löschzüge der Feuerwehr nicht in die Straße kommen. „Vor einigen Wochen konnte sogar ein Krankenwagen nicht weiterfahren. Ein Sanitäter musste zu Fuß los, während der Kollege den Wagen abstellte“, erzählt Wielau. In der Märkischen Straße fühlt man sich alleingelassen. „Wir werden stiefmütterlich behandelt, das fühlt sich nicht gut an“, findet Saskia Lemke (21).

Die problematische Verkehrssituation ist der Stadt Lübeck bekannt. „Sie tritt sporadisch, je nach Wetterlage und Nutzung des Sportplatzes auf“, bestätigt die stellvertretende Stadtsprecherin Valessa Glisovic auf LN-Anfrage. Sowohl die Märkische als auch die Pommersche Straße würden „standardmäßig in unregelmäßigen Abständen“ kontrolliert. „Aber nicht zur richtigen Zeit“, erwidert Anwohner Daniel Wischnewski (26). Viel Hoffnung macht die Stadtverwaltung den Anwohnern aber nicht. „Insbesondere in den Abendstunden liegt der Schwerpunkt eher auf der Überwachung der Bewohnerparkgebiete“, erklärt Glisovic. Je nach Personalverfügbarkeit ein- bis zweimal die Woche. Außengebiete wie die Märkische Straße würden rotierend angefahren. Eine zusätzliche Kontrolle gibt es offenbar nicht.

„Ähnliche Problemlagen bestehen punktuell in allen Stadtteilen“, so die stellvertretende Stadtsprecherin.

 Tomma Petersen

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