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Lübeck Aqua Top: Was wird nun aus der Wiese?
Lokales Lübeck Aqua Top: Was wird nun aus der Wiese?
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13:46 18.10.2012
Der Blick vom Maritim-Hotel auf den leeren Rasen: Das ehemalige Aqua-Top-Areal in perfekter Lage zum Strand soll neu genutzt werden.
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Lübeck

Die Enttäuschung im lübschen Seebad ist riesig: Der große Aqua-Top-Deal ist geplatzt. Hotel-Investor Rohlf von Oven ist ausgestiegen. Was jetzt auf dem Areal des ehemaligen Spaßbades direkt am Meer geschieht, ist ungewiss. Nach fast zehn Jahren Stillstand auf dem Gelände hatten die Travemünder gehofft, dass es dort endlich vorangeht. „Eine Hiobsbotschaft“, erklärt Jochen Mauritz, CDU-Ortsverbandschef Travemünde. Er sei „sehr, sehr traurig“ über von Ovens Ausstieg. „Mir hatte sein Konzept sehr gut gefallen.“ Der Hotelier aus Timmendorfer Strand wollte auf das Grundstück in Top-Lage zwei Hotels und ein öffentliches Badehaus setzen. „Die Situation ist mehr als unglücklich“, gibt Thomas Thalau (CDU) zu. „Ich bin entsetzt“, sagt Wolfgang Hovestädt (SPD). „Sehr schade, dass der Investor abgesprungen ist“, reagiert auch Thomas Misch von den Freien Wählern enttäuscht. Und die Grüne Liselotte von Holt sagt: „Das ist sehr, sehr schade. Wir Grünen hätten das Konzept des Investors mitgetragen.“ Und jetzt? Was soll aus der grünen Wiese mit Blick auf Ostsee und Travemündung werden? Für die Politiker steht fest: Es soll ein Hotel gebaut werden. „Das ist ein Prachtgrundstück, auf dem ein Hotel mit Restaurant errichtet werden sollte“, so Thalau. Ganz wichtig: „Auf gar keinen Fall Eigentumswohnungen“, so der CDU-Mann. „Dort muss etwas für Touristen entstehen“, stimmt Mauritz zu. Er hofft, auf die Gespräche mit dem zweiten Interessenten, der Deutschen Immobilien AG. Die wollte dort ebenfalls ein Hotel bauen und Ferienapartments. Nach Unternehmensangaben soll das neue A-Ja-Resort ein „Volkshotel“ für 39 Euro pro Nacht werden. Auch Hovestädt setzt seine Hoffnungen in die Verhandlungen mit der Deutschen Immobilien AG. „Ich hoffe, sie führen zum Erfolg“, so Hovestädt. Misch plädiert ebenfalls dafür, dass „auf dem Filetgrundstück ein Drei- oder Vier-Sterne-Hotel entsteht“. Ortsratschef Uwe Hildebrandt (CDU) hingegen bringt eine alte Idee neu ins Gespräch: „Ein Schwimmbad wird in Travemünde gebraucht.“ Einzig von Holt ist skeptisch: „Das Grundstück sollte nicht so zugebaut werden.“ Sie könnte sich auch vorstellen, „dass das Areal eine Wiese bleibt“. Oder: „Eine Sport- und Freizeithalle wäre gut.“Auch die Anwohner und Besucher Travemündes machen sich Gedanken um die leer stehende Fläche vor dem hohen Maritim-Hotel. Dennis Weiß ist enttäuscht, dass der Investor nun abgesprungen ist. „Das Hotel hätten wir hier gerne gesehen, denn das wäre ein guter Anlaufpunkt gewesen, um sich entspannen zu können“, sagt der Barkeeper der „Ostsee Lounge“, die direkt vor dem ehemaligen Aqua-Top-Gelände am Strand steht. „Außerdem hätten die Gäste des Hotels auch unsere Gäste werden können.“ Mit vielen Besuchern habe der 38-Jährige schon darüber gesprochen, dass auf der Fläche dringend mal etwas passieren müsse, damit Travemünde nicht mehr so verschlafen wirke. Zu weiteren Hotelplänen meint Klaus Brode (73) hingegen: „Die Bettenkapazität reicht hier meiner Meinung nach völlig aus.“ Er macht einen ganz anderen Vorschlag: „Eine kleine Einkaufspassage wäre viel schöner.“ Urlauberin Sirlene Zimmermann aus Hennef bei Bonn hat andere Vorstellungen, wie man den Platz mit Blick auf Meer und Trave nutzen könnte. Sie wünscht sich etwas, was dort schon einmal gestanden hat: ein Spaßbad. „Eines, bei dem man innen und außen schwimmen kann, mit schöner Rutsche und Wellness-Bereich“, sagt die 43-Jährige. Auch Rolf Küster, der noch das alte Aqua Top kennt, würde gerne wieder eine ganzjährige Bademöglichkeit neben dem Maritim sehen. „Gerade im Winter und bei schlechtem Wetter fehlt so etwas hier“, sagt der 74-Jährige, der schon viele Jahre eine Wohnung in Travemünde besitzt.„So frei wie das jetzt ist, ist es doch gut“, meint hingegen Cornelia Wehlmann (44) und betrachtet die Rasenfläche. „Man muss doch nicht immer alles zubauen.“ Als ihr Mann Dirk (46) dazu kommt, sprudeln auf einmal die Ideen: Eine Kletterlandschaft aus Naturmaterialien wäre vielleicht gut, um die Sicht zu behalten, aber den Platz trotzdem nicht ungenutzt zu lassen, überlegen sie. Aber: Auf jeden Fall müsse es etwas sein, das zu dem lübschen Seebad passe. „Eine Kunstausstellung, bei der Künstler aus der Region Installationen ausstellen können, die Klang und Wind thematisieren“, schlägt das Paar vor. „Und die Anwohner können dann darüber abstimmen, welches Kunstwerk am schönsten ist.“

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