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Lübeck Aqua Top ein Flop: Hotel-Investor steigt aus
Lokales Lübeck Aqua Top ein Flop: Hotel-Investor steigt aus
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00:00 17.10.2012
Das wär’s gewesen: Drei Gebäude sollten auf dem Aqua-Top-Areal errichtet werden.
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Lübeck

Das Aqua-Top-Areal in Travemünde bleibt das Sorgenkind Nummer eins: Jetzt hat der Investor Rahlf von Oven das Handtuch geworfen, weil die Kosten gestiegen sind und vollkommen unklar ist, ob er Fördergelder vom Land bekommt. Damit ist die 35-Millionen-Euro-Investition in Travemünde vom Tisch. Der Timmendorfer von Oven hatte den Zuschlag für das 21 200 Quadratmeter große Grundstück in 1A-Lage bekommen. Ihm wurde bis März 2013 Zeit eingeräumt, um das Projekt voranzutreiben. Der Inhaber des Seeschlösschen Hotels wollte dort zwei neue Hotels mit insgesamt 540 Betten bauen und 100 Arbeitsplätze schaffen. Zudem sollte ein Badehaus errichtet werden, dass auch von Jedermann hätte besucht werden können. Die Stadt hätte 4,5 Millionen Euro als Kaufpreis bekommen. Von Oven hatte von Anfang an erklärt, dass er auf 3,5 Millionen Euro Fördermittel vom Land hofft – und dass ohne dieses Geld das Bauvorhaben nicht möglich sei. Das Land hat aber nach dem Regierungswechsel im Mai die Richtlinien für die Einzelbetriebliche Förderung geändert. Damit ist vollkommen unklar, ob von Oven Geld bekommt. Zudem: Der geplante Tiefgaragenbau wäre erheblich teurer geworden als geplant. Zudem konnte sich der Investor mit dem benachbarten Strandhotel Maritim nicht auf Geh- und Fahrrechte einigen. Damit bleibt die Hansestadt auf dem Grundstück mit Blick auf Meer und Travemündung sitzen. „Ich bin sehr enttäuscht, habe aber Respekt vor der unternehmerischen Entscheidung der Familie“, bedauert Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) den Ausstieg. „Es ist eine furchtbare Hängepartie mit diesem Grundstück“, stöhnt CDU-Fraktionsvize Klaus Petersen. Für ihn ist klar: „Das ist auch ein Versagen der Verwaltung.“ Er hofft, dass es jetzt nicht wieder fünf Jahre dauert, bis sich auf dem Aqua-Top-Areal etwas tut. „Das wäre nicht gut für Travemünde.“ Die letzte Hoffnung: Die Stadt setzt darauf, dass der einzige andere Bieter für das Aqua-Top-Areal jetzt einsteigt. Das ist die Deutsche Immobilien AG. Die will dort 45 Millionen Euro investieren und ein neues A-Ja-Hotel mit 252 Zimmern errichten. Das geht aus einem nicht-öffentlichen Papier vom April 2012 hervor, das den LN vorliegt. Davon würde die Stadt 4,6 Millionen Euro als Kaufpreis erhalten. Wichtig: Die Deutsche Immobilie macht ihr Vorhaben nicht von Fördermitteln abhängig. Zunächst wollte die Deutsche Immobilien auf dem Areal ein Hotel und Ferienappartements errichten, die später Eigentumswohnungen werden sollten. Doch im Mai dieses Jahres besserte sie ihr Angebot nach: Jetzt sollen die Apartments nicht umgewandelt werden, sondern als Ferienwohnungen erhalten bleiben. Die Pläne für das Seebad: Vorgesehen sind fünf Gebäude auf dem Areal des ehemaligen Spaßbades. Haupthaus ist ein zickzackförmiges Gebäude mit vier Stockwerken. Durch diese Form hat keines der Zimmer Blick auf das benachbarte Maritim-Hotel. In Richtung Trave ist der Wellnessbereich mit Außenpool ins Hotel integriert. In der Mitte sind Tagungsräume oder Läden vorgesehen. Zwei Gebäude sollen in Richtung des alten Leuchtturms gebaut werden, eines in Richtung Maritim. Hier sollen 108 Ferienapartments entstehen konzipiert – mit Läden im Erdgeschoss. Das Hotel würde diese Ferienwohnungen bewirtschaften. Das Unternehmen hat bereits in Travemünde das Arosa-Resort für die anspruchsvollen Besucher errichtet. Das neue A-Ja-Resort soll nach eigenen Angaben ein „Volkshotel“ werden und lehnt sich an das Konzept der Aida-Kreuzfahrten an. In Warnemünde bei Rostock wird derzeit das erste A-Ja-Hotel gebaut und im April 2013 eröffnen. Die Gäste können dort nach Unternehmensangaben ab 39 Euro pro Nacht schlafen. Die Deutsche Immobilien will an fünf Standorten ihrer Arosa-Hotels nun auch die günstigeren A-Ja-Resorts platzieren – möglicherweise nun auch in Travemünde.

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