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Lübeck Architekturpreis für die Kulturwerft
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20:39 26.01.2017
St. Lorenz Nord

Da steht er, der hochgewachsene Unternehmer, dem seit Eröffnung der Kulturwerft schon unzählige Menschen gesagt haben, wie toll dieser Ort sei. Thilo Gollan steht in der großen Halle und wirkt fast ein bisschen schüchtern. Gerade wurden er und seine Frau Katrin mit dem Architekturpreis für gewerbliche Bauten der Kaufmannschaft zu Lübeck ausgezeichnet. Im großen Rahmen, mit vielen Gästen von IHK, Kaufmannschaft und anderen Lübecker Einrichtungen, mit Fingerfood und Musik des Duos Javanaise.

Kaufmannschaft zu Lübeck würdigt den Umbau und den Geist der Gollans.

„Das war so viel Lob“, sagte Gollan, der versichert: „Wir haben überhaupt nicht daran gedacht, als wir die Hallen vor sechs Jahren erworben haben. Eigentlich sollte es ein Betriebsstandort sein.“ Er erinnerte an die Löcher im Dach, an Bäume und Farn, die mitten in den Hallen wuchsen, an jenen Raum, in dem das Wasser mit einer schimmernden Ölschicht obenauf stand. Irgendwie habe er nicht wirklich gewusst, was man mit den Hallen anfangen sollte. Bis seine Frau Katrin vorgeschlagen habe, das Gebäude für die Feier zum 60-jährigen Firmenbestehen im Jahr 2015 zu nutzen. Ein Jahr lang arbeitete man intensiv daran, richtete provisorisch eine Location zum Feiern her. Und dann ging es fast Schlag auf Schlag.

Der Architekturpreis der Kaufmannschaft, sagte Präses Michael Weiß, werde alle zwei Jahre für eine hohe funktionale Bauweise und stilvolle Architektur vergeben. Gollans hätten „einen einmaligen Kulturort geschaffen, der jeden, der ihn betritt, begeistert“. Auch die fünfköpfige Jury, geleitet von Architektur-Professorin Renate Abelmann, konnte sich dieser Begeisterung nicht entziehen. Ziel des behutsamen Umbaus sei es gewesen, „die Geschichte, die dieser Gebäudekomplex erzählt, zu bewahren“. Abelmann: „Es ist mehr gelungen – nämlich die Geschichte zu zeigen.“ Der Gebäudekomplex stifte Identität, anders als Neubauten. Dennoch fehlten bei Sanierungen oft die Visionen oder das Geld. In der Kulturwerft sei mit weniger Mitteln umgegangen worden als sonst von Architekten veranschlagt.

Gollans haben bislang alles aus Eigenmitteln bestritten. Aber dennoch: „Hier ist kein bebauter Mangel entstanden, sondern ein Ort, an dem Vergangenheit und Zukunft zusammengeführt werden.“

Großen Anteil daran hat Gollan- Architekt Volker Schmidt. Der stammt aus dem Ruhrgebiet, „wo es natürlich deutlich mehr Industriebauten gibt als hier“. Er war zehn Jahre in der Altbau-Sanierung tätig, bevor er bei Gollans einstieg. Die größte Herausforderung, so Schmidt, sei es gewesen, „den alten Charme zu erhalten“.

Das scheint gelungen, denn unter fünf für den Preis eingesandten Objekten entschied sich die Jury schnell einstimmig für die Kulturwerft, wie Renate Abelmann berichtete. Thilo Gollan wagte auch einen Blick in die Zukunft, denn so wie es derzeit ist, soll es nicht dauerhaft bleiben. „Die Kulturwerft soll eine ständige Begegnungsstätte werden für Lübeck und Umland. Mit Café oder Restaurant“, kündigte er an. Hierfür sei eine Brücke zur Altstadt nötig. Und er verwies darauf, dass die Kulturwerft nur ein kleiner Teil einer 30 Hektar großen Fläche gegenüber der Altstadt sei, „der bislang sehr geringe Wertschätzung erfährt“. Das müsste sich seiner Meinung nach ändern.

Sabine Risch

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