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21:18 21.09.2013
Monika Kirchner (l.) erklärt Anna Techau und Kristine Eggert (r.) Zucker-Teststreifen. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Damit die aufblasbare Gummimanschette auch richtig sitzt, macht Harriet Schulz erstmal ihren Oberarm ganz frei. „So ist es gut“, sagt Christine Grimm und pumpt die Mess-Manschette so lange auf, bis der Oberarm kein Blut mehr durchlässt, dann wird die Luft wieder abgelassen. Auf dem Display des Blutdruckmessgerätes liest die Medizinische Fachangestellte, die ansonsten in der Praxis von Dr. Petra Arnold arbeitet, dann jeweils den systolischen wie auch den diastolischen Wert ab. „Sehen Sie, hier trage ich die Zahlen jetzt in den Bogen ein“, sagt sie zu der 38-Jährigen, für die es nun zur nächsten Station weitergeht.

„Das ist eine schöne Sache, dass man hier mit relativ wenig Aufwand in kompakter Form und in kurzer Zeit einen persönlichen Gesundheits-Check machen kann“, sagt die Damsdorferin, die zusammen mit ihren Eltern ins Foyer der Musik- und Kongresshalle (MuK) gekommen ist. Blutzucker, Cholesterin und Lungenfunktion werden noch getestet, um anschließend einen Anhaltspunkt dafür zu haben, ob mal Herzinfarkt oder Diabetes drohen könnten. „Ich sehe bei mir zwar aktuell wenig Gefahren, aber orientiert zu sein, kann ja nicht schaden“, resümiert Harriet Schulz, um dann ihre Tour auf dem Vorsorge-Parcours fortzusetzen.

Das Lübecker Ärztenetz (Län) hat nach 2011 zu seinem zweiten Gesundheitstag in die MuK geladen und bietet acht Stunden lang reichlich Informationen unter dem Motto „Gesund werden, gesund sein, gesund bleiben“. Schwerpunkte sind diesmal die großen Volkskrankheiten Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden, Rückenschmerzen sowie Krebserkrankungen. 60 Vorträge, 46 Infostände sowie zahlreiche Mitmach-Aktionen warten auf die Besucher. „Nach der erfolgreichen Premiere vor zwei Jahren mit gut 4000 Interessierten wird es den Gesundheitstag nun immer im Zwei-Jahres-Rhythmus geben. In den Zwischenjahren verleihen wir den Forschungspreis“, kündigt der Län-Vorsitzende Dr. Sven Soecknick an. Neu in diesem Jahr sei der große Vorsorge-Parcours. „Die Daten der Getesteten werden noch vor Ort ausgewertet, die Gäste erfahren anhand einer Ampel, wie es um ihr Gesundheitsrisiko bestellt ist, und können in eine ,Blitz-Sprechstunde‘ gehen“, erläutert der Arzt die Besonderheit.

Dort am Beratungstisch sitzt unter anderem Allgemeinmedizinerin Britta Poppe. „So fünf bis zehn Prozent der Besucherinnen und Besucher, die unseren Gesundheits- Check durchlaufen haben, raten wir, zeitnah zu ihrem Hausarzt zu gehen“, bilanziert die Expertin. Meist seien es die Blutzucker- und Cholesterinwerte, die Anlass zu einer weiteren Abklärung in einer Praxis geben würden. „Dass man unter diesen trubeligen Bedingungen hier häufig einen erhöhten Blutdruck hat, ist dagegen nicht überraschend“, ergänzt sie noch, bevor sie sich dann dem nächsten Ratsuchenden widmet.

Die Informationsfülle an den Ständen im Foyer ist groß. Von der Hüft-Endoprothese über die Laufschuhberatung bis zur Raucherentwöhnung reicht das Spektrum. Die beiden Freundinnen Anna Techau, die Pädagogik und Soziologie studiert, und Kristine Eggert sind bei der Ernährungsberatung stehengeblieben. „Dass Apfelsaft so viel Zucker enthält, hätte ich nie gedacht“, bemerkt die angehende Physiotherapeutin.

Beschaulicher geht es eine Etage höher zu. In drei MuK-Räumen werden den Tag über 60 Kurzvorträge geboten. Dabei ist ebenfalls die Vielfalt Trumpf — von „Die Syphilis aus dem Wald: Wie viel Dreck brauche ich, um gesund zu sein?“ bis zu „Gynäkologische Ursachen für Rückenschmerzen“ spannen sich die Themen. „Das ist schon ein tolles Angebot“, kommentiert Joachim Rohdjeß die Qualität der Veranstaltung. Der 76-Jährige will auf jeden Fall in zwei Jahren erneut erscheinen. Denn: „Gesund bleiben“ ist auch das Motto des rüstigen Rentners.

Impfwoche
Das Lübecker Ärztenetz (Län), das mittlerweile 125 Ärzte aus 100 Praxen im Großraum Lübeck vereint, hat sich 2009 als Bündnis für ambulante Versorgung gegründet. Im Anschluss an den zweiten Gesundheitstag hat das Län unter dem Motto „Lübeck impft“ vom 23. bis zum 27. September eine Impfwoche organisiert. Dann werden alle Patienten gezielt auf ihre Impfpässe und fehlenden Impfschutz angesprochen. Natürlich kann der Impfschutz direkt in der Praxis komplettiert werden.

• Infos:
www.luebecker-aerztenetz.de

Michael Hollinde

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