Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Auf Umwegen nach Oslo
Lokales Lübeck Auf Umwegen nach Oslo
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:12 10.06.2017
Auf ihrem Weg reist Luisa Rische auch durch den Ort Lur. Die Buchstaben haben für sie eine besondere Bedeutung, sie sind ihr Autorenkürzel. Quelle: Foto: Luisa Rische

/Lübeck. 205 Kilometer liegen zwischen Oslo und mir. In zwei Tagen möchte ich ankommen. Auf dem Weg zur Grenze fahre ich nach 22 Kilometern durch das schwedische Dorf Lur. Zufall? Lur ist mein Autorenkürzel und verantwortlich für einen meiner Spitznamen: Lurchi – die Durchfahrt sozusagen ein Höhepunkt auf meiner Reise.

Der weitere Weg zur Grenze ist nicht weniger aufregend. Mein Navigationsgerät schickt mich in den Wald. Ich glaube fest an eine Abkürzung, bis ich auf einem Pfad stehe, der so dicht bewachsen ist, dass ich absteigen muss. Mein überbreites Fahrrad bleibt überall hängen. Zu Fuß schiebe und trage ich „Anton“ durch ein Moor, über morsche Brücken hinweg, an einem Acker vorbei, zurück auf die Straße. Der Ausblick von der alten Grenzbrücke in Svinesund nach 70 Kilometern entschädigt. Auf der einen Seite sucht der Fjord seinen Weg ins Land, auf der anderen Seite spiegelt sich die Sonne auf den Wellen des Meeres.

Noch 65 Kilometer bis Oslo. Der Radweg lässt keinen Umweg aus. Obwohl der Kilometerzähler sich im norwegischen Nieselregen nicht bewegen will, komme ich in Oslo an. Zwei Tage Stillstand nach Tagen des Vorankommens gleichen aus. Es fühlt sich an, als ob ich vor einer Ewigkeit aufgebrochen wäre. Ich lebe die Entschleunigung. Die Tage ziehen sich, die Zeit dehnt sich. Wer braucht eine Zeitmaschine, wenn er mit dem Fahrrad um die Welt fahren kann?

In Oslo lasse ich mich durch Stadt und Cafés treiben, bereite mich auf die kommenden Tage vor und überlege mir mögliche Routen zum Nordkap. Fest eingeplant sind nur Bardu und Tromsø. Bevor ich die Hauptstadt wieder verlasse, schließe ich noch Bekanntschaft mit einem Norweger. Lohras ist gerade erst nach Oslo gezogen. Er schwärmt mir von Bergen vor, wir machen aus, dass er mir die Stadt zeigt, falls ich wiederkomme.

Wieder zurück im Sattel. Der Radweg ist doch eher frustrierend. Eine Siedlung grenzt an die nächste. Bis zu diesem Moment spiele ich noch mit dem Gedanken, über Östersund in Schweden an die norwegische Küste zu fahren. Doch mein Drang, zurück ans Meer zu kommen, ist riesig, die Entscheidung getroffen. Trondheim voraus.

Die 28-Jährige reist zwei Jahre lang allein mit ihrem Fahrrad „Anton“ um die Welt. In unregelmäßigen Abständen berichtet Luisa Rische von ihren Erlebnissen.

lur

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

17. Arzt-Patienten-Tag gestern in den Media Docks – Elf Mediziner informierten.

10.06.2017

Die Mannschaften des FC Deutsche Post haben eine Übungseinheit mit dem Kulttrainer gewonnen.

10.06.2017

Verein feiert 40. Geburtstag – 60 Gruppen werden jährlich betreut.

10.06.2017
Anzeige