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Lübeck Auf einen Kaffee mit „Fräulein Brömse“
Lokales Lübeck Auf einen Kaffee mit „Fräulein Brömse“
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18:25 19.03.2016
Robert Hager (40), Geschäftsführer der Gastronomie im Hansemuseum, begrüßt die Gäste bei der Eröffnung des Cafés. Quelle: Olaf Malzahn

Innenstadt Es hat schon vielen Zwecken gedient, beherbergte für kurze Zeit auch schon einmal ein Café. Zuletzt, während des Baus des Hansemuseums, diente der zum Burghügel gelegene Teil des Beichthauses als Baubüro. Besucher der Baustelle erinnern sich noch, dass im Eingangsbereich Gummistiefel mit Stahlkappen in allerlei Größen standen.

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Erfreuen sich vor dem Beichthaus am „Lemon Curd“: Olaf Schumann (v. l.), Anne-Kathrin Borck und Petra Scheunemann vom Gastronomie-Team.

Seit gestern sieht es hier komplett anders aus: Blümchentapeten, antike Schränke, Sammelgeschirr mit zarten Blümchen und Goldrand, Silberbesteck. Passend zum Namen „Fräulein Brömse“ hat Robert Hager (40), Geschäftsführer der Gastronomie im Hansemuseum, das Café eingerichtet. Doch wer ist „Fräulein Brömse“, müsste man sie kennen? Wohl kaum, denn das Fräulein lebte vermutlich im 16. Jahrhundert und war ein Spross einer Lübecker Bürgermeister-Familie. Mehr weiß Hager auch nicht darüber. „Den Namen hat sich Andreas Heller ausgedacht.“ Heller ist Architekt des Hansemuseums.

Das Café direkt am Spielplatz stellt quasi eine Abrundung des gastronomischen Angebotes dar: Seit Eröffnung gibt es das Museums-Restaurant und Café im Foyer des Neubaus mit Blick auf die Trave, seit Juli 2015 ist es — mit einem etwas anderen kulinarischen Programm — abends als „Nord“ geöffnet. Bei jedermann beliebt ist zudem die Dachterrasse, die im Sommer tagsüber bespielt wird. Und nun das Café, mit dem Hager vor allem „den Anschluss ans Wohnviertel“ schaffen möchte. Es sei „wichtig, dass es hier lebt“.

Leben ist hier tagsüber genug, denn gerade kleinere Kinder lieben den Spielplatz, ältere Menschen ruhen sich gern auf den Bänken unter Schatten spendenden Bäumen aus. Künftig können die Erwachsenen, während die lieben Kleinen spielen, gemütlich eine Tasse Kaffee trinken und eine der köstlichen Kreationen genießen, die Konditormeister Aurèle Uter (26) fertigt. Apropos Kuchen: Museumsdirektorin Dr. Felicia Sternfeld ist großer Fan des „Lemon-Curd“ — einer Kreation mit Zitrone, Himbeeren und einer Baiser-Decke. Uter entwickelt, oft im Austausch mit Küchenchef Olaf Schumann (40), stets Neues. „Die Kombi ist gut“, sagt Uter, „wir reden viel.“ Das Entwickeln eigener Rezepturen ist Geschäftsführer Robert Hager extrem wichtig — fast so wichtig wie die Maßgabe, alles selbst und frisch zuzubereiten. Sogar der Eierlikör für eine Torte ist selbstgemacht, ebenso wie die Toffeemasse und die Schoko-Spiralen für das „Belgische Pfund“.

30 Mitarbeiter in Vollzeit hat die Gastronomie des Hansemuseums, doch auf einige wird mit dem Café noch mehr Arbeit zukommen. Für Hager kein Problem: „Wir haben Lust auf unseren Beruf — und das hier ist ein toller Ort.“ Felicia Sternfeld ist überzeugt: „Fräulein Brömse ist ein ganz besonderes Café, sein Konzept eine Mischung aus warmherziger Atmosphäre und individuellem Geschmack. Es verbindet das Hansemuseum noch stärker mit der nördlichen Altstadt.“

Von Atmosphäre, Konzept und Köstlichkeiten konnten sich gestern 180 geladene Gäste überzeugen, darunter Nachbarn und Honoratioren. Während die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen plauderten, konnten Kinder mit Aurèle Uter Gebäck bunt verzieren.

Wechselvolle Geschichte

1360 wird das Beichthaus in Folge der großen Pest als Anbau des Burgklosters errichtet. Das Dominikanerkloster wird 1531 zu einem Armenhaus, das Beichthaus zum Friedhof. Teile des Klosters werden ab 1891 Gerichts- und Gefängnisgebäude, das Beichthaus ist bis in die 80er-Jahre hinein Turnhalle für die benachbarte Knabenschule.

2003 im September besuchen Königin Margrethe II. von Dänemark und Bundespräsident Johannes Rau (SPD) die Ausstellung „Dänenzeit in Lübeck“ im Beichthaus.

2011 muss Ende des Jahres die Archäologie, die seit Sommer 2005 einen Teil ihrer Schätze im Beichthaus zeigen kann, wegen des Hansemuseums ausziehen.

Das Café „Fräulein Brömse“ im Beichthaus ist täglich von 9.30 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Sabine Risch

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