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Lübeck Auf geht’s in den „Darkroom“ der unbekannten Klangwelten
Lokales Lübeck Auf geht’s in den „Darkroom“ der unbekannten Klangwelten
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21:50 30.04.2018
Proben den Soundwalk (v. r.): Die Studierenden Sophie Kockler, Camilla Ostermann, Jana de Troyer, Johanna Bechtel, Aaron Schuirmann. FOTOS (4): MALZAHN
Lübeck

Natürlich ist er sich der sehr anrüchigen Bedeutung des Wortes „Darkroom“ bewusst. „Ein Kollege sagte zu mir neulich ,Du Ferkel’ und grinste dabei“, erzählt Marno Schulze und kann sich dabei auch selbst ein Schmunzeln nicht verkneifen. Der Professor für Elementare Musikpädagogik an der Musikhochschule Lübeck (MHL) hatte die Idee zu dem neuen Veranstaltungsformat, das das altehrwürdige Brahmsfestival – mit dem „Hauch des Bürgerlichen“, wie er anmerkt –, mal auf eine andere Art und Weise bereichern soll.

Die „Darkroom“-Konzerte haben aber überhaupt nichts mit dem Austausch von körperlichem Begehren in Amüsierséparées zu tun. Die einzige Gemeinsamkeit: Das Geschehen spielt sich in einem abgedunkelten Raum ab, genauer gesagt in drei verschiedenen Räumen. „Es soll für die Besucher eine besondere Erfahrung unter dem Festival-Motto ,Fremde’ werden“, sagt der Professor.

Am Sonnabend, 12. Mai, wird jeweils um 22 Uhr, 23 Uhr und Mitternacht zu einem Soundwalk zu drei geheimen „Darkrooms“ auf der Altstadtinsel außerhalb der MHL eingeladen. Dort werden parallel Konzerte im Dunkeln stattfinden. Zu den Spielstätten werden die Konzertbesucher mit verbundenen Augen geführt, begleitet durch Studierende der MHL. Die Entdeckungstour startet und endet in der MHL.

„So wird Fremdheit mitten in Lübeck erlebbar“, betont Marno Schulze, der ein großes Geheimnis um die Zielorte sowie die dort gespielte Musik macht. „Man geht durch die Altstadt und hört viele Dinge.

Man muss sich auf den Klang einlassen und das Visuelle ausblenden“, sagt er. Das führe dazu, dass man Altbekanntes nochmal neu erleben könne. Die Musik spiele in dem Konzept durchaus eine zentrale Rolle, aber nur eine unter mehreren Rollen.

Viel werben für das Format musste er im Vorfeld unter den Studierenden nicht. Neun an der Zahl in unterschiedlicher Formation sind nun musikalisch beteiligt; und sechs werden zusätzlich als „Hilfskräfte“ eingesetzt, um die Interessierten, geführt an einem Seil, an die Spielstätte zu begleiten.

„Bevor wir losgehen können, muss aus versicherungstechnischen Gründen eine Sicherheitsbelehrung erfolgen“, erläutert Geigerin Johanna Bechtel aus dem zweiten Semester „Bachelor of music“, „dann klären wir über die Gefahren auf dem Weg, wie zum Beispiel Stolperfallen und Straßenverkehr, auf.“ Die 19-Jährige ist insbesondere mit der Organisation vertraut gewesen. „Jetzt sind wir natürlich gespannt, welche Resonanz wir so bekommen werden“, merkt sie an.

Die Teilnehmerzahl pro Konzert ist auf zwölf Plätze begrenzt. Anmeldungen werden bis zum 10. Mai unter der E-Mail-Adresse brahmsfestival@mh- luebeck.de entgegengenommen.

 Von Michael Hollinde

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