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Lübeck Auf zur Wahl: Am Sonntag geht’s los
Lokales Lübeck Auf zur Wahl: Am Sonntag geht’s los
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20:39 21.09.2017
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Lübeck

Mülltonne statt Wahlurne – das wird ein Staunen bei den 167000 wahlberechtigten Lübeckern auslösen. Wenn sie am Sonntag in eines der 111 Wahllokale gehen und ihre Kreuze auf dem Stimmzettel machen, müssen sie ihn anschließend in die Tonne werfen. Ungewöhnlich. Immerhin: Die neu angeschafften Wahlurnen sind in den lübschen Farben gehalten. Der Deckel ist rot, der Rest der Tonne weiß – und darauf der Adler der Hansestadt. Nicht jeder ist überzeugt von dieser Optik. Die Mülltonnen werden selbst auf Rathausfluren skeptisch gesehen. Denn unweigerlich taucht die Frage auf: Ist meine Stimme für die Tonne? Nun, das würden Würdenträger vehement verneinen. Experten sagen eher: Es kommt darauf an, wie der Wähler seine Kreuze verteilt.

Ab in den Müll: Zur Bundestagswahl werden die Lübecker ihre Stimme in 240-Liter-Mülltonnen werfen. Das sind die neuen Urnen der Stadt. Denn die Wahlzettel werden immer länger, weil es immer mehr Kandidaten gibt. Nun passten die vielen Stimmzettel nicht mehr in die alten Urnen.

Denn mit der Erststimme wird einer der sieben Kandidaten gewählt. Wer die meisten Stimmen hat, kommt in den Bundestag. Die Stimmen für die anderen Kandidaten verfallen. Die beiden Favoriten für die Erststimmen: Für die SPD tritt erneut Gabriele Hiller-Ohm an, die seit 2002 im Bundestag sitzt. Quereinsteigerin Claudia Schmidtke kämpft für die CDU um den Einzug in den Bundestag. Der Grüne Thorsten Fürter will es ebenfalls wissen, für die FDP geht Timo Jeguschke ins Rennen und für die Freien Wähler Ingo Voht. Extreme politische Positionen vertreten die Bewerber Lüder Möller für die MLPD und Hans-Eberhard Knust für die AfD.

Mit der Zweitstimme sieht es anders aus. Damit werden die Parteien gewählt – und es zählt jede Stimme und entscheidet, mit wie vielen Abgeordneten eine Partei später im Bundestag vertreten ist. Es stehen zwölf Parteien zur Wahl: SPD und CDU sowie FDP, Grüne und Linke. Am rechten Rand positionieren sich AfD und NPD und am extrem linken Rand die MLPD. Die Freien Wähler stellen sich zur Wahl sowie die ÖDP (Ökologisch-Demokratischen Partei) und die Ein-Themen-Partei BGE (Bündnis Grundeinkommen).

Egal wie die Lübecker am Sonntag abstimmen – wer zur Wahl geht, steht vor der lübschen Mülltonne. Schade, diese eigenwillige Interpretation der Wahlurne entgeht der enormen Zahl von Briefwählern. 32 000 Lübecker wollen per Brief ihre Stimme abgeben – 20 Prozent der Wahlberechtigten. Das sind 7000 mehr als bei der Bundestagswahl 2013.

Die Ergebnisse der Bundestagswahl präsentiert die Stadt in der Großen Börse im Rathaus – ab 18 Uhr. Dort sind auch die Gymnasiasten der Thomas-Mann- Schule vor Ort – und veröffentlichen um 18 Uhr ihre Wahlprognose. Die Schüler stehen vor den Wahllokalen und fragen die Lübecker, wo sie ihr Kreuz gemacht haben. Während im Rathaus dann schon gejubelt oder getrauert wird, kippen die 950 Wahlhelfer die Mülltonnen aus und zählen Stimmen. So eine Wahl kostet die Stadt 180 000 Euro. Vor vier Jahren betrug die Wahlbeteiligung 68,6 Prozent. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) hofft, dass viele Lübecker zur Bundestagswahl gehen. Saxe: „Wählen Sie, was Sie wollen. Aber wählen Sie!“

Gültig oder ungültig

Bei der Bundestagswahl hat jeder Wähler zwei Stimmen. Er kann je ein Kreuz in der linken und rechten Spalte machen. Aber auch nur ein Kreuz ist gültig. Ist ein Wahlzettel nicht ausgefüllt, ist er ungültig – ebenso wenn er Kommentare oder Kritzeleien enthält. Sollte man seinen Stimmzettel aus Versehen ungültig gemacht oder sich „verwählt“ haben, gibt es vor Ort einen neuen, der alte wird vernichtet.

Alle Infos auf: www.ln-online.de/bundestagswahl

Josephine von Zastrow

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