Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Auf zwei Rädern sicher durch den Herbst
Lokales Lübeck Auf zwei Rädern sicher durch den Herbst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:36 31.10.2013
Jens Lüken zeigt, wie es geht: Die Kette sollte von Schmutz (der wirkt wie Schmirgelpapier und erhöht den Verschleiß) befreit und mit Kettenfett eingesprüht werden. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat, Melina Ulbrich

Es wird nicht so richtig hell und früh dunkel, Regen und Wind peitschen ins Gesicht, nasses Laub liegt glitschig wie Schmierseife auf den Wegen. Dass der Herbst in der Hansestadt Einzug gehalten hat, merken auch die Fahrradfahrer. Viele sind das ganze Jahr über auf ihrem Drahtesel unterwegs. Damit sie heil durch den Herbst und Winter kommen, sollten sie jetzt einige Sicherheitsvorkehrungen für sich und ihr Rad treffen.

Zur Galerie
Im Winter können Radfahrer ihre Reifen mit Spikes aufpimpen. Der Reifen "Marathon Winter" ist mit 240 Spikes besetzt und greift bei vereisten Wegen.

Der Lübecker Student Renke Tauscher radelt jeden Tag bei Wind und Wetter zur Uni. „Mein Rad ist mein Schatz, ich bin zu jeder Jahreszeit darauf angewiesen“, sagt er. Dementsprechend pflegt der 24-Jährige sein Gefährt auch. „Ich habe vor ein paar Tagen alle Metallteile, die rosten könnten, eingefettet.“ Nicht jeder ist bei der Fahrradpflege so diszipliniert wie der Student. Wer keine Lust hat, selbst Hand anzulegen, sollte sein Zweirad in eine Werkstatt zur Winter-Inspektion bringen. Im Lübecker Fahrradladen „at Fahrräder“ herrscht derzeit Hochbetrieb.

„Pflege ist das A und O“, sagt Geschäftsführer und Zweiradmechaniker Jens Lüken. Er empfiehlt, das Licht zu überprüfen und das Rad häufiger zu putzen. Die Kette sollte regelmäßig gereinigt und gefettet werden, da sie durch Nässe und Schmutz am meisten Schaden nimmt. Alle beweglichen Teile sollten geschmiert werden, um sie vor Umwelteinflüssen zu schützen. Zudem rät er, die Bremsbeläge zu erneuern. „Brems- und Schaltzüge werden häufig vernachlässigt.“ Das könne gefährliche Folgen haben: „Wenn das Rad vom Keller nach draußen getragen wird und Minusgraden ausgesetzt ist, gefriert das Kondenswasser, man kann nicht mehr schalten und bremsen.“ Um dieser Gefahr vorzubeugen, sollten die Züge geölt werden.

Das zweite wichtige Thema ist die Beleuchtung. Viele Radler unterschätzen, wie leicht sie bei Dunkelheit von Autofahrern übersehen werden. Am zuverlässigsten sei ein Nabendynamo, so Lüken, da dieser bei Regen nicht durchdreht. „Scheinwerfer und Rücklicht sollten vorzugsweise LED-Technik haben, hinten ist Standlicht vorgeschrieben.“ Die Schwäche älterer Leuchtmittel: Bei Kälte kann der Faden reißen. Zusätzlich sei helle Kleidung und eine Sicherheitsweste mit Reflektoren sinnvoll.

Bei der Beleuchtung sind viele Lübecker konsequenter als bei der Pflege ihres Drahtesels. Anna-Lena Lietzow (18) fährt mit dem Rad zur Schule. Doch so lange alles funktioniert, sieht sie keinen Anlass, es zu putzen: „Ich pflege es nicht und bringe es auch nicht zur Inspektion.“ Ihre 19-jährige Freundin Sabrin Abdelal ist da disziplinierter: „Ich öle meine Kette im Herbst regelmäßig, damit sie nicht anfängt zu rosten.“ Dafür, dass die Schülerinnen möglichst sicher durch den Straßenverkehr kommen, sorgen ihre Eltern. „Meine Mutter achtet darauf, dass das Licht funktioniert — und im Herbst und Winter trage ich Reflektorstreifen am Bein“, sagt Anna-Lena Lietzow. Zusätzlich sollte auf eine vorsichtige Fahrweise geachtet werden. Ist der Radweg mit Laub oder Eis bedeckt, kommt das Rad schnell ins Rutschen. Hier gilt: Genug Zeit einplanen, langsam radeln und in den Kurven weder treten noch bremsen.

Mit richtiger Pflege und Ausstattung macht Radeln auch im Herbst Spaß, findet Student Renke Tauscher. „In Lübeck ist man oft sogar schneller als mit dem Auto.“ Außerdem sei es gut für die Umwelt und die Gesundheit. Der Kreislauf komme in Schwung, Stress werde abgebaut, die Laune bessere sich, und man spare sich das Fitness-Studio.

Das kleine Einmaleins für Radfahrer
1. Wartung und Pflege: Bremsen und Schaltung überprüfen. Kette und Einzelteile fetten, um sie geschmeidig zu halten und vor Verschleiß
zu schützen.
2. Sicherheit: Das Rad sollte mindestens mit Schlussleuchte, Scheinwerfer, Rückstrahler sowie Seiten- und Pedalstrahler ausgestattet sein. Auf vereisten Wegen greift beispielsweise der Reifen „Marathon Winter“, der mit 240 Spikes besetzt ist.
3. Kleidung: Eingepackt in warme, helle, wasserabweisende, winddichte und atmungsaktive Kleidung kann es richtig losgehen. Eine größenverstellbare Kapuze schränkt die Sicht nicht ein.

Melina Ulbrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Über eine überraschende Geste der Hilfsbereitschaft freut sich ein 82-Jähriger an der Tankstelle.

01.11.2013

Am gestrigen Reformationstag wurde an der Grenzdokumentationsstelle das Hoffnungssymbol in die Erde gesetzt.

31.10.2013

Klaus-Dieter B. wirkt abwesend und unbeteiligt. Der 48-Jährige schreibt pausenlos etwas auf einen Zettel, blickt immer nur kurz hoch, ohne dabei die Anwesenden im Saal 155 des Landgerichts direkt zu fixieren. B. ist wegen versuchter Geiselnahme angeklagt.

01.11.2013
Anzeige