Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Aus Weiland wird Hugendubel: Standort Lübeck ist gesichert
Lokales Lübeck Aus Weiland wird Hugendubel: Standort Lübeck ist gesichert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:21 30.10.2012
Anzeige
Lübeck

Montag, 13.30 Uhr: Colin Droste (21) und René Glöckner (24) von der Lübecker Firma „Werbung & Licht“ haben in der Königstraße einen Job, den man schon fast historisch nennen kann: Sie tauschen an der Fassade der Buchhandlung den Namen aus. Aus dem Lübecker Traditionsunternehmen Weiland wird Hugendubel. Doch an der Buchhandlung selbst wird sich nichts ändern, betont Filialleiterin Sabine Kuckuck. „Es geht alles weiter wie bisher.“ Veränderungen gibt es allerdings in der Verwaltung. Buchhaltung und Marketing werden in München gebündelt. Betroffen sind 20 Mitarbeiter, denen Arbeitsplätze in der Münchner Zentrale angeboten wurden.

Seit April ist bekannt, dass Weiland-Geschäftsführer Henning Hamkens seine Restanteile an die Deutsche Buch Handels GmbH & Co. KG verkauft hat, um die Nachfolge und Zukunft seines Unternehmens zu sichern. Das Münchner Familienunternehmen Hugendubel ist Mehrheitseigner der DBH-Finanzholding.

„Man muss auch im Buchhandel mit der Zeit gehen“, sagte Henning Hamkens gestern. Entscheidend für ihn sei, dass die Zukunft des Familienunternehmens Weiland (35 Filialen in Norddeutschland) unter dem Namen Hugendubel gesichert sei und die Arbeitsplätze der Buchhändler erhalten blieben. Der Lübecker Unternehmer ist zuversichtlich: „Alles bleibt so, wie es ist.“ Mitarbeiter äußerten sich gestern dankbar, dass Henning Hamkens, der keinen Nachfolger in der Familie hat, die Weichen für das Unternehmen frühzeitig stellte.

Bereits 2007 hatte die DBH 50,1 Prozent der Weiland-Anteile erworben, 2009 verkaufte Hamkens weitere 24,8 Prozent an die Finanzholding, in diesem Jahr gab er auch seinen Restanteil von 25,1 Prozent ab.

Die Arbeitsplätze der Buchhändler in den Filialen sind nach Aussage von Sabine Kuckuck nicht in Gefahr: „Wir sind ein finanziell gut aufgestelltes Unternehmen, das sich jetzt unter das Dach der DBH begibt.“ Die letzten drei Jahre hätten gezeigt, dass sich der Buchhandel in einer Krise befindet, wie es sie „vermutlich seit Gutenberg nicht mehr gegeben hat“, erklärte die Buchhändlerin. Angesichts der E-Books und der „globalen Bestellfähigkeit im Internet“ sei der Buchhandel gezwungen, sich neu aufzustellen. Hugendubel sei im Internet eine starke Marke. Sabine Kuckuck: „Unser Konkurrent heißt Amazon.“ Ziel müsse es sein, im Internet so gut zu sein wie in den Buchhandlungen. „Der Buchhandel vor Ort mit seinen vielfältigen Beratungsangeboten hat gute Zukunftschancen“, sagte die Filialleiterin. Alle Mitarbeiter seien zuversichtlich, den Wechsel von Weiland zu Hugendubel gut hinzubekommen. Das Münchner und das Lübecker Familienunternehmen hätten langjährige Geschäftsbeziehungen.

Die Entscheidung von Henning Hamkens, seine Anteile zu verkaufen, nennt Sabine Kuckuck den richtigen Schritt zum richtigen Zeitpunkt: „Er hat für uns Mitarbeiter das Beste getan.“ Das betont auch die Buchhändlerin Elfi Rostkowski (57), die seit 40 Jahren bei Weiland ist, dort ihre Lehre machte: „Wir alle sind froh, dass das Unternehmen fortbesteht.“ Die Stimmungslage der Mitarbeiter sei „gelassen“.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zufrieden blickt Ute Hausmann auf ihren dicken Stapel Kinokarten. Das lange Anstehen hat sich für sie gelohnt. 76 Tickets hat sie für sich und acht Freunde erstanden. „Ich bin zum elften Mal bei den Filmfestspielen“, erzählt die Kölnerin, die

30.10.2012

Nichts ging mehr: Eisglatte Straßen haben in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag etliche Unfälle in der Hansestadt verursacht. Die Polizei suchte in den frühen Morgenstunden des Sonntags die Hilfe des städtischen Winterdienstes. Zunächst vergebl

30.10.2012

Der Hauptausschuss der Bürgerschaft entscheidet heute, ob die Verträge mit der ungarischen Billig-Airline Wizz Air über den 1. Januar nächsten Jahres hinaus verlängert werden. Die Rathaus-Mehrheit aus SPD, Linken und Grünen lehnt das kategorisc

25.11.2013
Anzeige