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Lübeck Ausflug zum Mondscheinwunder
Lokales Lübeck Ausflug zum Mondscheinwunder
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20:27 18.11.2016
Christin Markow (24) liest Gebril, Martha und Tuana (alle 5) in der Kindertagesstätte Kleine Klosterkoppel ein Bilderbuch vor. Die Einrichtung ist offizielle Sprach-Kita und setzt sich intensiv mit dem Thema auseinander. Am Aktionstag durften die Kleinen in vielen Geschichten schwelgen. FOTOS: COSIMA KÜNZEL

. Christin Markow (24) spricht mal laut, mal leise. In einem Moment ist die Sprachförderin der kleine Bär, dann Hase oder Maus. Die Kinder der Kita Kleine Klosterkoppel sitzen auf ihrem Schoß und rühren sich nicht. Wie versunken lauschen sie der Geschichte über das Mondscheinwunder. Nicht nur in den Kindertagesstätten, sondern auch in Museen, Schulen, Buchhandlungen und anderen Lübecker Einrichtungen wurde Deutschlands größtes Vorlesefest zelebriert.

In Kitas, Schulen und Museen konnten Kinder beim großen Vorlesetag viele Geschichten genießen.

„Ich mag Geschichten mit Prinzessinnen und zum Träumen“, erzählt Tuana (5) nach dem Vorlesen und verrät, dass zu Hause ihre Mama vorliest. „Manchmal auch mein Bruder.“ Gebril (5) freut sich über das Vorlesen beim Einschlafen, Helene (3) liebt Pferdegeschichten, und Martha (5) weiß, warum an diesem Tag überhaupt so viel über Bücher gesprochen wird. „Heute ist der Vorlesetag, das hat mir meine Mama schon gesagt.“

In der Kita Klosterkoppel spielt Lesen ein besondere Rolle. Die Einrichtung ist seit April offiziell eine Sprach-Kita mit Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Ziel ist, dass wir uns intensiv mit dem Thema Sprache beschäftigen, denn Sprache ist der Schlüssel zur Welt“, sagt Sprachförderin Markow. Das Vorlesen helfe, der Fantasie freien Lauf zu lassen und erweitere zudem den Wortschatz. „Nicht jedes Kind bekommt zu Hause etwas vorgelesen oder besitzt Bücher“, betont sie, „daher ist es wichtig, dass wir ihnen das gelesene Wort näherbringen.“

In der Einrichtung mit zehn Krippen- und 40 Elementarkindern gibt es tägliches Vorlesen in der Freispielzeit, wöchentliche „Lesestündchen“ und eine ehrenamtliche Lese-Oma. Auch Kitaleiter Dennis Grothe (33) spricht sich für das Ritual des Vorlesens aus. „Es ist wichtig, dass sich Eltern dafür Zeit nehmen“, sagt er, „so kommen sie nicht nur ins Gespräch über die Geschichten, sondern auch über den Tag und was die Kinder so bewegt.“

Im Willy-Brandt-Haus hören 24 Kinder der Grundschule Lauerholz und 38 Kinder der Marien-Schule der Lesung zu, die Sabine Sandmeier-Borkowski mit vielen Bildern präsentiert und die Kinder immer wieder miteinbezieht. Und dann platzt sogar „Kater Billy“ hinein. Robert Hamelau, der sein Freiwilliges Soziales Jahr im Brandt-Haus absolviert, hat sich Katzenohren aufgesetzt und liest die Rolle des kleinen Straßenkaters, der behauptet, er sei am gleichen Tag geboren wie Willy Brandt und habe ihn sein Leben lang begleitet. „Wir bieten diese Lesung bereits zum dritten Mal an und machen immer wieder die Erfahrung, wie gut Kinder zuhören können, wenn man sich die Zeit nimmt und eine behagliche Atmosphäre schafft“, bilanziert Frauke Kleine Wächter von der Museumspädagogik.

Doch nicht nur für Kleine wird vorgelesen. In der Ernestinenschule findet „Shakespeare (nicht nur) für Kinder“ mit der Berliner Autorin Barbara Kindermann statt. Die Veranstaltung des Vereins „Mentor – Die Leselernhelfer“ moderiert die Vorsitzende Jutta Kähler, und am Ende des Aktionstages sind auch die Erwachsenen begeistert.

Die Initiative

2004 wurde der bundesweite Vorlesetag ins Leben gerufen. Er ist eine Initiative der Wochenzeitung „Die Zeit“, der Stiftung Lesen sowie der Deutsche Bahn Stiftung und findet jedes Jahr am dritten Freitag im November statt. Vorgelesen wird in Schulen, Kitas, Bibliotheken – aber auch im Riesenrad, im Flugzeug oder Tierpark.

Zehntausende Vorleser machen mit, darunter auch Politiker und Prominente.

Mehr Infos unter www.vorlesetag.de

Cosima Künzel

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