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Lübeck Ausverkauft! Kaum noch Gewerbeflächen in Lübeck
Lokales Lübeck Ausverkauft! Kaum noch Gewerbeflächen in Lübeck
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11:22 31.07.2018
Lübeck

Die Wirtschaft boomt. Die Unternehmen wachsen. Auch in Lübeck. Seit 2013 häufen sich die Anfragen. Aber: Die Gewerbeflächen in Lübeck sind ausverkauft – fast. „Wir haben nur noch Restflächen“, sagt KWL-Chef Dirk Gerdes. Lübeck hat sechs große Gewerbegebiete, die zusammen 381,7 Hektar messen. Davon sind noch 33,8 Hektar frei – macht 8,9 Prozent. Allerdings: Davon wiederum sind bereits viele Flächen reserviert. Konkret wird derzeit über elf Hektar Fläche verhandelt. Bleiben 22,8 Hektar, die zum Verkauf stehen – das sind marginale sechs Prozent der Gewerbeflächen. Die KWL verkauft im Durchschnitt acht bis zehn Hektar pro Jahr. Heißt: Die Gewerbeflächen reichen lediglich bis 2019, vielleicht noch bis 2020.

Lübeck gehen die Gewerbeflächen aus. Von ursprünglich 382 Hektar sind noch 33 Hektar zu haben. Jetzt will die KWL das Gewerbegebiet südlich der Autobahn 20 entwickeln. Kosten: 80 Millionen Euro. Baustart soll 2019 sein. Bis alles fertig ist, dauert es aber bis 2025.

Das Problem: Die Firmen wollen große Gewerbeflächen – zwischen drei und acht Hektar. Und die gibt es kaum noch. Denn die freien Flächen sind nicht am Stück zu haben, sie verteilen sich auf verschiedene Gewerbegebiete. So sind in Genin Süd am Stück noch 3,8 Hektar zu haben beziehungsweise 3,2 Hektar. Am Skandinavienkai gibt es noch 2,7 Hektar zusammenhängende freie Fläche. Dass Lübeck den Firmen so wenig freie Flächen bieten kann, ist ungünstig. Denn die Unternehmen machen große Gewinne und wollen investieren. „Das Geld ist da, aber die Regale sind leer“, sagt Gerdes. Vor allem: Es geht häufig um Firmen, die in Lübeck ansässig sind und die sich vergrößern wollen. Hinzu kommen unverbindliche Anfragen von Unternehmen, die sich neu ansiedeln möchten. „Wir haben erste Anfragen für Flächen, die wir nicht mehr bedienen können“, sagt Gerdes. So wollte eine Firma 15 Hektar Fläche haben. Da musste er passen.

Ein neues Gewerbegebiet muss her. Und das ist teuer. Das Investitionsvolumen beträgt 80 Millionen Euro. Das ausgesuchte Areal liegt südlich der Autobahn 20 und soll 75 Hektar betragen. 2019 soll der erste Abschnitt mit 30 Hektar fertig sein, ab 2023 dann der zweite mit 45 Hektar. Das wäre dann das drittgrößte Gewerbegebiet der Hansestadt – hinter Roggenhorst und Genin Süd. Die KWL muss die Flächen kaufen, Leitungen verlegen, einen Autobahnanschluss sowie Straßen bauen – das Areal erschließen. Im Durchschnitt kostet die Entwicklung eines Gewerbegebietes pro Quadratmeter zwischen 80 und 100 Euro.

Allerdings: Das neue Gewerbegebiet ist kompliziert. Es muss viel Bürokratie bewältigt werden, damit das funktioniert. „Wir gehen davon aus, dass wir das schaffen“, ist Gerdes optimistisch. Das Land muss mitspielen. Dort läuft ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren. Denn das Gebiet steht im Regionalplan des Landes nicht als Gewerbefläche. Zugleich muss ein Bebauungsplan von der Stadt aufgestellt werden. Und: Die kleine Straße Wasserfahr muss für Autos geöffnet werden – darüber können die Wagen dann ins neue Gewerbegebiet gelangen. Der zweite Teil des Areals indes wird erst ab 2023 starten. Dort muss ein neuer Autobahnanschluss her. Das dauert, denn der Bund ist involviert. Gerdes schätzt, dass der 2025 kommt.

Von Josephine von Zastrow

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