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Lübeck Auto einer 41-Jährigen beschossen?
Lokales Lübeck Auto einer 41-Jährigen beschossen?
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17:09 03.06.2016
Einige Stunden nach dem Knall entdeckt Ulrike Veerkamp den Schaden an ihrem Chevrolet, eine etwa erbsengroße Absplitterung des Lacks.<QM> Quelle: Wolfgang Maxwitat
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St. Jürgen/St. Gertrud

Ulrike Veerkamp rollt mit ihrem Chevrolet vom Parkplatz des Fitnessstudios Lady&Men. Sie blickt auf die Straße und setzt den Blinker. Plötzlich reißt ein lauter Knall sie aus ihren Gedanken. „Es war so ein ,Punk‘“, erzählt die 41-Jährige, „nicht so ein dumpfes Geräusch, sondern ein helles, sehr kurzes und super schnelles Geräusch, ein ,Punk‘ eben.“ Ein Fahrradfahrer, der in der Welsbachstraße unterwegs ist, erschreckt sich ebenfalls, er zuckt zusammen, blickt auf. Dann fahren beide weiter. „Ich habe gedacht, es wäre ein Stein oder so“, sagt Ulrike Veerkamp. Trotzdem hat sie ein ungutes Gefühl. Die 41-jährige Lehrerin fährt zurück auf den Parkplatz. Dort sucht sie vergeblich alles nach dem möglichen Flugobjekt ab, das mit voller Wucht gegen den Autolack geknallt ist.

Erst als sie vier Stunden später beim Einkaufen ihr Auto betrachtet, fällt ihr die erbsengroße Stelle auf, an der der Lack abgeplatzt ist; genau auf der Säule zwischen der hinteren Sitzbank und dem Heck des Wagens. Die Stelle erinnert die 41-Jährige an die Einschussstelle eines Luftgewehrs. „Das kenne ich, weil ich als Kind mit meiner Freundin mal auf einem Schießstand war“, erzählt sie.

Ulrike Veerkamp hält einen Streifenwagen an, der zufällig in der Nähe ist und bittet die Beamten, sich den Schaden anzuschauen. Die seien laut Veerkamp nicht überrascht gewesen. „Sie haben mir erzählt, dass so etwas in letzter Zeit häufiger vorkam, insbesondere auf Marli und in Gewerbegebieten“, berichtet die 41-Jährige.

Und sie habe noch mehr erfahren: Der oder die Täter sollen aus einem Auto heraus schießen. „Deshalb hoffe ich nun, dass der Radfahrer, der gerade in der Welsbachstraße unterwegs war, vielleicht noch etwas bemerkt hat“, sagt die Lehrerin. Ihr selbst ist vor Ort kein weiteres Auto aufgefallen. Ulrike Veerkamp weiß, dass sie Glück im Unglück gehabt hat. Denn nicht immer muss es so glimpflich ausgehen wie bei der zweifachen Mutter. „Die Polizei sagte, wenn der Schuss nur zehn Zentimeter weiter links gelandet wäre, wäre die Scheibe zersprungen.“ Das hätte fatale Folgen haben können, denn normalerweise sitzt ihr zehnjähriger Sohn auf der Rückbank.

Bei der Pressestelle der Polizei ist man aber erst einmal zurückhaltend. „Die Kollegen haben eine Lackabsplitterung festgestellt, die aber nicht in die Tiefe ging. Aus Polizeisicht ist die Ursache bisher nicht festzustellen“, sagt Polizeisprecher Stefan Muhtz. Experte Norbert Claßen, Vorsitzender des Lübecker Schützenvereins, tippt nach Ansicht der Schadensfotos eher nicht auf ein Luftgewehr. „Das sieht nicht typisch aus für einen Einschuss vom Luftgewehr, die Fransung sieht komisch aus.“

Jedoch können auch andere Waffen wie zum Beispiel eine Softair- Pistole in Frage kommen. In der Marlistraße soll zwischen dem 19. und dem 22. Mai zweimal auf das Ladenfenster eines Geschäftes geschossen worden sein. Möglicherweise mit einer Softair-Waffe. „In der Scheibe war ein kleines Loch, das jedoch nicht ganz durch ging“, sagt Muhtz.

Die Ursache sei möglicherweise ein Beschuss durch eine Softair-Pistole, dies sei jedoch noch nicht sicher. Zudem gab es bei der Polizei eine Meldung, dass im Kaninchenbergweg in Eichholz aus einem dunklen VW Polo heraus geschossen worden sein soll. Die Tat soll sich ebenfalls am 20. Mai ereignet haben. Vor Ort konnten die Beamten jedoch keinerlei Hinweise finden.

Ulrike Veerkamp will jedenfalls aufmerksam bleiben. „Und vor allem will ich andere warnen, damit nichts Schlimmeres passiert.“

Von Maike Wegner und Sven Wehde

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