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Lübeck Autobahnbauer pleite: Jetzt droht Dauerstau auf der A 1
Lokales Lübeck Autobahnbauer pleite: Jetzt droht Dauerstau auf der A 1
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09:56 21.06.2013
Quelle: Uwe Krog
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Das stellt Autofahrer auf eine schwere Geduldsprobe: Die Bauarbeiten auf der A 1 zwischen Reinfeld und Bad Oldesloe (beides Kreis Stormarn) ruhen. Die dort vom Land beauftragte Firma Alpine Bau ist pleite. Das bestätigte der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Lübeck. Die Sanierungsarbeiten an der Fahrbahn seien eingestellt, Arbeiter und Baugerät bereits abgezogen. Betroffen ist auch eine Baustelle auf der A 24 (Berlin–Hamburg). Zwischen den Anschlussstellen Gudow und Hornbek (beide Kreis Herzogtum Lauenburg) sollte Alpine die Fahrbahndecke grunderneuern.

Zu welchen Verzögerungen es aufgrund der Pleite kommt, war gestern unklar. „Bei Alpine ist ein Sachverwalter eingesetzt. Wir rechnen damit, im Laufe der nächsten Woche Bescheid zu bekommen, wie es mit dem Unternehmen weitergehen kann“, erklärte Jens Sommerburg, Leiter des Lübecker Landesstraßenbaubetriebs.

Das Mutterunternehmen Alpine Bau hat seinen Sitz in Österreich, ist dort landesweit die Nummer zwei. Die Baufirma stellte am Mittwoch einen Insolvenzantrag beim Handelsgericht Wien. Die deutsche Tochter hat beim Amtsgericht Landshut die Eröffnung eines „Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung“ beantragt. „Wir haben das klare Ziel, Alpine zu sanieren“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Frank Jainz. Die Alpine Bau Deutschland AG war unter anderem für den Bau der Münchener Allianz Arena verantwortlich, in Schleswig-Holstein war sie am Bau der ersten Störbrücke bei Itzehoe beteiligt. Sie hat 1500 Mitarbeiter und erzielte 2012 einen Umsatz von 600 Millionen Euro.

Besonders ärgerlich: Alpine hatte aus Kiel erst Anfang März den Zuschlag für ein Gesamtpaket bekommen. Die Baufirma sollte auf der A 1 zwischen Reinfeld und Bad Oldesloe nicht nur auf 6,5 Kilometern die Fahrbahn zu sanieren. Für ein Auftragsvolumen von 11,5 Millionen Euro waren an Alpine auch Mittelstreifen- und Markierungsarbeiten vergeben worden. In den vergangenen Tagen liefen Arbeiten am Mittelstreifen und der Fahrbahn-Entwässerung. Ende November sollten die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Für geleistete Arbeiten sind 150 000 Euro geflossen.

Die 5,3 Kilometer lange Baustelle auf der A 24 sollte eigentlich Mitte September aufgehoben werden. Alpine kassiert dafür laut Vertrag vier Millionen Euro. Auf beiden betroffenen Autobahn-Baustellen wird der Verkehr über die Gegenfahrbahn geleitet. Mit einsetzendem Reiseverkehr rechnet die Polizei mit Staus vor den Engpässen.

Der Kieler Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) bleibt vorerst gelassen. „Es wird ja noch nach einer Auffanglösung für die Firma gesucht.“ Erst wenn das schief gehe, müssten die Arbeiten auf der A 1 komplett neu ausgeschrieben werden. Dann würde nach Ministeriumsangaben in diesem Jahr bei Reinfeld nichts mehr passieren. Die Baustelle auf der A 24 sei dagegen so gut wie fertig, die Rechnungen seien bis auf eine Schlussrechnung bezahlt. Von Curd Tönnemann

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