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Lübeck Autobahnen werden saniert: Lübeck wird von Baustellen umringt
Lokales Lübeck Autobahnen werden saniert: Lübeck wird von Baustellen umringt
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08:53 07.01.2016
Auf dem Sanierungsabschnitt der Autobahn 20 liegt auch der enge Tunnel. Während der Bauarbeiten im Juli und August wird er zum Nadelöhr, weil die Röhre Richtung Rostock gesperrt wird. Der gesamte Urlaubsverkehr muss sich durch die andere Öffnung zwängen. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck/Ostholstein

Die zwei Monate hinter der Zeit liegende Dauerbaustelle auf der A 1 zwischen dem Autobahnkreuz und der Anschlussstelle Lübeck-Zentrum geht gerade erst ihrem Ende entgegen, schon wartet der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr mit zwei neuen Großprojekten auf. In diesem Jahr werden sowohl auf der A 1 als auch auf der A 20 die Bagger rollen: Zwischen Bad Schwartau und Sereetz beginnt die mehrjährige Sanierung, in Lübecks Süden ist der mehr als zehn Jahre alte Asphalt auch an seinem Lebensende angekommen.

Während 2016 auf der A 1 aber überwiegend erste Arbeiten neben der Piste stattfinden, wird auf der A 20 voraussichtlich im Juli und August unter anderem eine Röhre des Tunnels gesperrt — mitten in der Urlaubszeit, wenn in großen Bundesländern wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Sommerferien sind. „Die Lösung ist nicht glücklich“, gesteht Jens Sommerburg, Niederlassungsleiter des Landesbetriebs in Lübeck. „Aber es bleibt uns leider nichts anderes übrig.“ Insgesamt werde die Fahrbahn Richtung Rostock ab dem Kreuz Lübeck bis hinter die Anschlussstelle Genin saniert — bis etwa auf Höhe der Überführung der Kronsforder Landstraße.

Der jetzige Belag habe 14 Jahre durchgehalten, „das ist schon sehr lange“. Aus Lärmschutzgründen wird zudem im Tunnel sowie 300 Meter davor und dahinter sogenannter Flüsterasphalt aufgetragen.

„Dafür brauchen wir warmes und trockenes Wetter“, sagt Sommerburg, „da bleiben uns bloß die Sommermonate.“ Derzeit laufe im Landesbetrieb der letzte Feinschliff, die Kosten werden mit 3,5 Millionen Euro beziffert.

Besonders der Stau-Aspekt beschäftigt die Behörde. Gerade während der Urlaubszeit stehen die Autos jetzt schon regelmäßig am Abzweig der A 1 zur A 20 Richtung Rostock. Zum größten Problem während der Bauzeit wird voraussichtlich der enge Tunnel — er bildet ein regelrechtes Nadelöhr, wenn im Juli und August nur eine Röhre zur Verfügung steht. Der Plan: Die Autos nach Mecklenburg-Vorpommern rollen auf zwei Spuren durch die geöffnete Röhre, die Richtung Westen bloß auf einer. „So erhalten wir den Verkehrsfluss auch zu Spitzenzeiten besser aufrecht“, sagt Sommerburg. Während sich die Fahrzeuge auf der Trasse Richtung Lübeck vor dem Tunnel im Ernstfall bedenkenlos stauen könnten, „wäre der Stau umgekehrt bei nur einer Spur sofort im Autobahnkreuz“. Nach Abschluss der Arbeiten können sich die Autofahrer die Umleitungsmethode gleich merken: 2017 folgen die andere Richtung und Tunnelhälfte.

Sogar bis 2019 soll die Sanierung der A 1 von Bad Schwartau bis zum Rastplatz Sereetzer Feld dauern — und 68 Millionen Euro verschlingen. „Die Fahrbahnen werden saniert und ganz viele Lärmschutzwände ersetzt sowie erhöht“, sagt Sommerburg. Außerdem müssen 13 Brücken erneuert, drei davon sogar komplett ersetzt werden. „Die Arbeiten sind sehr komplex.“

Im Unterschied zur jetzigen A-1-Baustelle kommt nicht nur eine Richtung dran, sondern beide werden erneuert — mit Flüsterasphalt statt Beton. Der soll den Lärm um fünf Dezibel senken, darüber hinaus werden die Schutzwände um 1,50 Meter aufgestockt. Sommerburg: „Das bringt sehr viel für die Anwohner.“ Gleichzeitig soll nach der Sanierung das Tempolimit und Überholverbot für Lkw aufgehoben werden.

Immerhin: Zumindest in diesem Jahr wird es laut Sommerburg „weniger Behinderungen geben“. Wohl ab April nehmen die Bauarbeiter vorrangig die Lärmschutzwände abseits der Piste in Angriff. Dafür wird bloß der Standstreifen weggenommen und die drei Fahrspuren zusammengestaucht. Von kommender Woche an bis Ende Februar werden bereits die Büsche und Bäume neben der Autobahn und an der Mittelleitplanke entfernt, kurzzeitige und abschnittweise Sperrungen einer Fahrspur sind die Folge.

Große Zuständigkeit

2183 Kilometer Straßen fallen in die Zuständigkeit der Lübecker Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr. Das meiste entfällt mit 952 Kilometern auf Landstraßen, dahinter folgen die Kreisstraßen (524). 453 Kilometer bringen die Bundesstraßen, außerdem gibt es 254 Autobahn-Kilometer. Die Lübecker kümmern sich noch um 1147 Kilometer Radwege sowie 1157 Bauwerke wie Brücken und Lärmschutzwände.
Der Lübecker Abschnitt hat 182 Mitarbeiter. Neben der Hansestadt sind sie für die Kreise Ostholstein, Stormarn und Herzogtum Lauenburg sowie Segeberg östlich der A 7 zuständig.

Peer Hellerling

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