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Lübeck Bäume zum Anfassen: Was soll nach den Linden kommen?
Lokales Lübeck Bäume zum Anfassen: Was soll nach den Linden kommen?
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22:08 13.08.2016
Je ein Exemplar der vier Baumarten, die als Neubepflanzung für die Untertrave in Frage kommen, hat am Sonnabend die Fraktion Freie Wähler & Die Linke vor dem Rathaus vorgestellt. Quelle: Felix König

„Um sich für einen Baum entscheiden zu können, wollen ihn viele Menschen erstmal live erleben“, erklärt Fraktionsvize Ragnar Lüttke die Aktion. Auf Zetteln konnten die Lübecker für ihren Favoriten abstimmen. „Das ist eine Tendenz für uns, auf dem Zettel steht aber auch die Winterlinde, die momentan an der Untertrave vertreten ist“, sagt Fraktionschef Bruno Böhm. Die „Miesmacherei“ in den letzten Wochen sei nur schwer auszuhalten gewesen. „Es geht doch darum, dass die Untertrave schöner, barrierefrei und einladend wird“, so Böhm. Sie solle belebt werden. „Ich bin davon überzeugt, dass es allen gefällt, wenn es fertig ist“, so Böhm. Er erinnerte an die Zeit, als die Obertrave saniert wurde. „Das war ein großes Chaos, aber es gefällt den Meisten, und vor allem ist es dort immer voll.“

In unmittelbarer Nähe des Infostands der hatte sich auch das Aktionsbündnis „Lübecks Linden leben lassen“ aufgebaut. „Das ist aber ein Zufall“, betonte Ingrid Boitin, Sprecherin des Bündnisses. 25 Infostände hätten die Aktivisten für den Erhalt der 48 Bäume bis September in der Breiten Straße angemeldet, der gestrige sei einer davon gewesen. „Wir können keine Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammeln, weil Bürgermeister Saxe uns die Kostenschätzung vorenthält. Die brauchen wir, um ein Bürgerbegehren starten zu können“, sagte Marianne Rühmland-Pfeiffer vom Aktionsbündnis erregt. Deswegen sammelt das Bündnis Unterschriften und Adressen.

„Die Stimmung ist emotional aufgeheizt“, berichtete Böhm. Immer wieder kamen aufgeregte Bürger und Aktivisten an den Stand, um mit den Politikern zu diskutieren. Einige von ihnen wurden laut. „An unserem Stand wird nicht gepöbelt“, versuchte Fraktionsmitglied Sebastian Ising einige aufgebrachte Aktivisten zu beruhigen. Andere waren friedlicher und sahen sich die Bäume an. „Den japanischen Schnurbaum wollte ich gerne mal sehen“, sagte Reinhild Fischer vom Aktionsbündnis. Ihre Meinung stehe allerdings fest: „Ich bin dafür, dass die Bäume an der Untertrave nicht gefällt werden.“

Die Umfrage der Fraktion Freie Wähler & Die Linke war für das Aktionsbündnis unverständlich. „Auf dem Zettel steht auch die Winterlinde, für ihren Erhalt kann man aber nicht abstimmen“, so Rühmland-Pfeiffer.

Mit der Vorstellung der jungen Bäume war die Fraktion zufrieden. „Die schwedische Mehlbeere liegt vorne“, verriet Gregor Voht, Landesvorsitzender der Freien Wähler. Auch die Online-Umfrage, bei der die Hansestädter für den Baum ihrer Wahl stimmen können, zeigt bisher eine klare Tendenz. Mit 47 Prozent führte auch hier die schwedische Mehlbeere die Rangliste an (Stand gestern Abend). Auf dem zweiten Platz sehen die Lübecker den japanischen Schnurbaum, für den 27 Prozent der Umfrageteilnehmer stimmten. Mit 16 Prozent folgt die Purpurerle. Ganz hinten liegt die Hopfenbuche bei 10 Prozent.

Lutz Fähser, ehemaliger Chef des Lübecker Stadtwaldes, hält die vorgeschlagenen Bäume für schlechter geeignet als die Linden. „Bei der Umfrage schlägt Optik die Ökologie“, kritisierte er.

 Tomma Petersen

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