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Lübeck Bahn frei für neuen Haltepunkt
Lokales Lübeck Bahn frei für neuen Haltepunkt
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09:25 14.01.2014
Alle Beteiligten sind angetan von einem neuen Bahnhaltepunkt in Moisling. Er könnte noch vor 2019 gebaut werden. Quelle: Lutz Roeßler

Die Hansestadt könnte bald ihren zehnten Bahnstopp bekommen. Auf der Strecke zwischen Lübeck und Hamburg sollen die Regionalzüge künftig an einem neuen Haltepunkt in Moisling stoppen. Das geht aus einem Bericht der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) hervor, der am Montag im Bauausschuss beraten wird. Ende Januar muss die Bürgerschaft endgültig entscheiden. Aber es gilt als sicher, dass sie einem Mini-Bahnhof in Moisling zustimmt. Der wäre vor allem für Pendler nach Hamburg interessant.

Dieser Stopp könnte laut Bericht schon vor 2019 eingerichtet werden. Kosten des Bahnhaltepunktes: zwei Millionen Euro. Die Stadt müsste zudem die Zufahrt, die Busverbindung und einen „Park and Ride“-Parkplatz errichten. Wie teuer das wird, ist aber noch unklar. Zum Vergleich: In Dänischburg wird aktuell Lübecks neunter Bahnstopp gebaut. Die Kosten belaufen sich auf drei Millionen Euro.

Ikea bezahlt sie, weil das neue Möbelhaus und Einkaufszentrum dann ab März angebunden werden.

Für Moisling ist geplant, dass der Zug zwischen Lübeck und Hamburg dort stündlich hält. Die Fahrt von Moisling nach Hamburg würde nur 36 Minuten dauern, heißt es in dem Bericht der LVS. Das ist halb so lange wie jetzt. Wer von Moisling nach Hamburg will, muss derzeit mit dem Bus zum Hauptbahnhof in Lübeck und dann mit dem Zug nach Hamburg — und damit wieder an Moisling vorbei. Dauer: 76 Minuten.

Die LVS rechnet mit täglich 700 bis 1000 Menschen, die den neuen Bahnstopp in Moisling nutzen würden — in und aus Richtung Hamburg. Sollte die S4 2014 bis nach Bad Oldesloe gebaut sein, gebe es dann dort sogar eine Umsteigemöglichkeit in den Osten Hamburgs. Zwischen Moisling und dem Lübecker Hauptbahnhof würden hingegen weniger Menschen fahren: nach der Schätzung der LVS 150 bis 300 Fahrgäste.

„Auf jeden Fall sollten wir für den Bahnhaltepunkt Moisling Geld zur Verfügung stellen“, sagt Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD). Er ist ein Verfechter der besseren Anbindung an den Hamburger Nahverkehr und will Lübecks Einwohnerschwund stoppen. „Wir können den Hamburgern preisgünstigen Wohnraum in Lübeck bieten“, sagt Schindler. „Und ein Bahnhaltepunkt ist das, was dem Stadtteil fehlt.“

SPD-Fraktionschef Jan Lindenau stimmt zu und will die Hand für einen neuen Bahnstopp Moisling heben: „Er wäre eine deutliche Aufwertung für Moisling.“ Langfristig kann er sich auch vorstellen, dass dort ein neues Wohnquartier entsteht, so dass beispielsweise Hamburger ihren Traum von einem Einfamilienhaus in Moisling verwirklichen könnten. „Das könnte dann eine Folge einer positiven Entwicklung sein.“ Südlich der Bahnschienen am Ende des Oberbüssauer Weges wäre noch Platz für ein neues Wohnquartier. Auch CDU-Fraktionschef Andreas Zander ist für einen neuen Bahnstopp und Wohnbauland in Moisling: „Ein Haltepunkt erhöht die Attraktivität des Stadtteils.“

Die Wohnungsbaugesellschaften versprechen sich ebenfalls viel davon. „Wir hoffen sehr, dass der Bahnstopp kommt“, sagt Roswitha Antler, Vorstand der Vereinigten Baugenossenschaft (VBL). Er würde die Attraktivität des Stadtteils enorm steigern. Die VBL hat vier Blöcke im Andersenring mit mehr als hundert Wohnungen. „Es wäre ein großes Signal für Moisling“, meint Hartmut Sörensen, Chef der Grundstücksgesellschaft „Trave“. Die städtische Gesellschaft will bis 2030 in dem Stadtteil 150 Millionen Euro investieren, davon 60 Millionen bis 2016. Herzstück ist der Bau neuer Wohnhäuser. Start ist diesen Herbst. In diesem Zuge sind auch Reihenhäuser geplant, in zehn Jahren vielleicht sogar Einfamilienhäuser. Die „Trave“ hat in Moisling 1900 Wohnungen. Für Sörensen ist klar: „Je schneller der Bahnhaltepunkt kommt, desto besser.“

Josephine von Zastrow

Karte: Neuer Haltepunkt in Moisling
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