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Lübeck Bahnchef zu Gast beim Dreikönigstreffen
Lokales Lübeck Bahnchef zu Gast beim Dreikönigstreffen
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18:12 20.01.2017
Rotarisches Dreikönigstreffen mit Uwe Hautz (Lübeck, v. l.), Roswitha Borchert-Bremer (Lübecker Bucht), Bahnchef Rüdiger Grube, Klaus-Michael Kobs ( Holstentor) und Thomas Dilger (Lübeck-Holstentor). Quelle: Foto: Jacob
Innenstadt

Auf dem traditionellen Dreikönigstreffen der Rotarier sprach Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, nicht nur über die zunehmende Digitalisierung. Nach dem Grünkohlessen, zu dem der Präsident des Rotary Clubs Lübeck, Uwe Hautz, 100 Gäste aus allen vier Lübecker Rotary-Clubs begrüßte, gab sich Grube als ein Meister in der Präsentation von Zahlen. In freier Rede gab der Bahnchef 45 Minuten lang einen Exkurs in die Geschichte, die Entwicklung und in die Zukunft der Bahn.

Sie habe heute beim Schienengüterverkehr einen Marktanteil von 60 Prozent, im Regionalbereich seien es etwa 70 Prozent, während es im Hochgeschwindigkeitsbereich bislang keinen Wettbewerb gebe. Die Bahn bezeichnete Grube als ein „erfolgreiches Unternehmen“. Beschäftigt seien 320000 Mitarbeiter, davon etwa 200000 in Deutschland. Pro Tag würden etwa 37000 Züge bewegt. Befördert würden täglich 7,5 Millionen Reisende, das sei an einem Tag so viel, wie die Lufthansa im ganzen Jahr transportiere. Mit 34000 Kilometern Schienen sei die Bahn Europas größter Infrastrukturbetreiber.

Allerdings habe die Bahn im europäischen Wettbewerb erheblichen Nachholbedarf. Dass die Deutsche Bahn in China 5000 Mitarbeiter beschäftigt, dürfte vielen Gästen des Abends unbekannt gewesen sein.

3,7 Milliarden Umsatz würden in China eingefahren, sagte Grube. „Wir fahren täglich den Schienengüterverkehr von Leipzig über die nordsibirische Strecke nach Shenyang und bringen Bauteile in das dortige BMW-Werk.“ Während ein Schiff 46 Tage für die Strecke benötige, schaffe es die Bahn in der Hälfte der Zeit. Was vielen Rotariern ebenso wenig bekannt gewesen sein dürfte: „Die Bahn ist weltweit der drittgrößte Seefrachtbetreiber, ist die Nummer Zwei in der Luftfahrt, Nummer Eins in der Landfracht, und Nummer Fünf weltweit in der Kontraktlogistik“, so Grube. Kontraktlogistik bedeutet die langfristige Übernahme logistischer Dienstleistungspakete wie etwa der Transport einzelner Autoteile in die USA, um die hohen Einfuhrzölle zu umgehen, die für ganze Autos gelten. „Im Güterverkehr geht es nicht mehr nur darum, von A nach B zu kommen – heute muss man weitere Lösungen anbieten.“

Der Exkurs Grubes reichte auch in die Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung. „Sie verändert das Kundenverhalten entscheidend“, sagte Grube, der sich beharrlich gegen Dumpingpreise von privaten Fernbusunternehmen aussprach. Die digitale Plattform spiele beispielsweise bei Flixbus eine inzwischen marktbeherrschende Rolle. Grube blickte auch in die Zukunft: Der Regelbetrieb mit dem neuen ICE 4 werde im Dezember starten. Dieser Zug sei weltweit der modernste, sagte Grube. Das Projekt „Zukunft Bahn“ solle die Pünktlichkeit verbessern. Eine Datendrehscheibe solle dafür sorgen, dass es nicht mehr unterschiedliche Auskünfte über An- und Abfahrt, Preise oder Verspätungen gebe. Der Bahnchef sagte deutlich mehr App-Nutzungen voraus. „Die Mobilität befindet sich durch die Digitalisierung in großem Umbruch.“ jac

LN

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