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Lübeck Bandenkrieg auf Lübecks Straßen
Lokales Lübeck Bandenkrieg auf Lübecks Straßen
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09:44 06.08.2016
Quer über die Fackenburger Allee soll die Gruppe den Mann am Dienstagabend gejagt haben. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck

Immer weitere Informationen zu den Vorfällen am Dienstagabend in der Fackenburger Allee kommen ans Tageslicht. Wie die LN aus Polizeikreisen erfuhren, soll es sich um einen andauernden Bandenkrieg zwischen Rockern und Südländern handeln. Gegen 20.30 Uhr sahen Passanten, wie eine Gruppe Männer einen weiteren Mann über die Fackenburger Allee jagte. Dabei sollen die Angreifer mit Holzlatten und Teleskopschlagstöcken bewaffnet gewesen sein. Der Mann soll schließlich in einen Dönerladen geflüchtet sein.

„Vor einer Gaststätte in Lübeck kam es zu einer größeren Auseinandersetzung mit mehreren Personen, die zum Teil der Rockerszene angehören“, heißt es in einem polizeiinternen Dokument. Bei den Rockern soll es sich nach LN-Informationen um Hells Angels handeln. Mehrere Körperverletzungen seien gemeldet worden. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. „Ein Großteil der Beteiligten hatte den Ort bereits mit mehreren Pkw verlassen“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Der Grund für die Schlägerei sei nur schwer zu klären gewesen, da „immer weitere Personen hinzukamen“, heißt es. Nach den Geflüchteten sei im Stadtgebiet gefahndet worden. In der Notaufnahme einer Lübecker Klinik sei ein Verletzter mit einer Stichwunde angetroffen worden, „der der Rockerszene zuzuordnen ist“. In Lebensgefahr habe der Mann allerdings nicht geschwebt. Kurz darauf habe man den Messerstecher, den Zeugen identifiziert hatten, in Gewahrsam nehmen können. Ein weiterer Rocker sei der Kriminalpolizei übergeben und später wieder entlassen worden. „Die weitere Fahndung nach Rockerfahrzeugen verlief negativ“, heißt es in dem Bericht.

Doch die Situation in der Hansestadt scheint sich weiter aufzuheizen: Nach LN-Informationen wollten die Rocker am Donnerstagabend Rache nehmen. Die Polizei erhielt den Hinweis, dass an einem zentralen Ort in der Innenstadt ein Auto mit Waffen abgestellt werden sollte. Daraus sollten sich die Rocker bedienen und der rivalisierenden Bande einen Besuch abstatten. Doch das Auto sei nicht aufgetaucht, zudem hatten sich die Beamten an neuralgischen Punkten der Altstadt postiert, um die Rocker abzufangen. Die mögliche Vergeltung sei so „im Keim erstickt“ worden, heißt es aus Polizeikreisen.

Die jüngsten Vorfälle sind offenbar Teil eines seit Monaten andauernden Bandenkriegs. Ende Oktober prügelten sich zum Beispiel etwa 40 Männer in der Innenstadt, damals kamen eine Schreckschusspistole, ein Elektroschocker, ein Baseballschläger, eine Axt und mehrere Staubsaugerrohre zum Einsatz (die LN berichteten). Auch polizeiintern sprechen die Ermittler von einer Auseinandersetzung zwischen Rockern und Mitgliedern des sogenannten Shisha-Bar-Milieus, „wie es sie schon im Frühjahr dieses Jahres in Lübeck gegeben hat“. Der Schlägerei in der Fackenburger Allee wiederum sei ein Rocker-Angriff auf einen Südländer am vergangenen Wochenende vorausgegangen.

Die Polizei nimmt weiterhin öffentlich keinerlei Stellung. Das Landeskriminalamt bestätigt lediglich, dass es einen Vorfall in der Fackenburger Allee gegeben habe.

Kriminelle Motorradclubs

Die Mitglieder der als kriminell und organisiert geltenden Motorradclubs der Hells Angels und Bandidos treten wieder in die Öffentlichkeit. Das LKA ist von der verstärkten Präsenz alarmiert. Das Charter der Hells Angels in Lübeck löste sich 2014 auf, vermutlich um einem drohenden Vereinsverbot zuvorzukommen. Mittlerweile hat sich der Club unter dem Namen „Hells Angels Lubeck“

neu gegründet.

LN

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