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Lübeck Bankchef als Entwicklungshelfer
Lokales Lübeck Bankchef als Entwicklungshelfer
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20:17 26.01.2016
Der Chef der Deutschen Bank Lübeck, Henning Oldenburg, war in Thailand für Reisbauern im Einsatz. Quelle: Wolfgang Maxwitat

„Es hat meinen Blickwinkel völlig verändert!“ Das ist das Resümee von Henning Oldenburg, Chef der Deutschen Bank Lübeck (DB) mit 20 Niederlassungen und 227 Mitarbeitern. Er hat für vier Wochen als Entwicklungshelfer in Thailand gearbeitet.

Es ging um die Hilfe für Kleinstbauern, die Reis anbauen und damit mehr schlecht als recht über die Runden kommen. Der 58-jährige Lübecker Banker war im Rahmen der Deutschen Bank-Initiative „Corporate Community Partnership“ (CCP) im Einsatz. Die Initiative wiederum unterstützt das Projekt BRIA (Better Rice Initiative Asia). BRIA wurde vor vier Jahren von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit für die Philippinen, Indonesien, Thailand und Vietnam zur Stärkung der Reisproduktion ins Leben gerufen.

Mitarbeiter der Deutschen Bank sollen sich nach Aussage von Henning Oldenburg verstärkt in soziale Projekte einbringen, vor Ort oder überregional. Mittlerweile betreut jede der 20 DB-Niederlassungen in der Region Lübeck soziale Projekte. Im Rahmen des CCP-Programms entsendet die Bank Experten aus den eigenen Reihen zu gemeinnützigen Organisationen in Entwicklungs- und Schwellenländer. Sie sollen beim Aufbau sozialer und wirtschaftlicher Strukturen helfen.

Henning Oldenburgs Fazit seines Thailand-Einsatzes: „Faszinierend an dem Projekt war, dass Wissensaustausch unter den Reisbauern und die gegenseitige Unterstützung in kleinen Gemeinschaften zu einem enormen Effizienzgewinn führen.“ Banker wie der Lübecker Henning Oldenburg unterstützen in mehrwöchigen Einsätzen Bildungseinrichtungen, Mikrofinanzbanken und landwirtschaftliche Projekte. Der 58-Jährige spricht von einem „Perspektivwechsel“, der der eigenen Arbeit zu Gute komme.

Diese Form der Entwicklungshilfe erscheint dringend notwendig. Viele Reisbauern in Thailand sind kaum noch in der Lage, allein über die Runden zu kommen. Sie brauchen Unterstützung, um Kooperativen zu bilden. In Asien droht nach Überzeugung von Henning Oldenburg eine brisante Entwicklung. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums können die dortigen Lager in fünf bis sechs Jahren möglicherweise kaum noch Reis exportieren, weil die geerntete Menge nur noch für die Ernährung der eigenen Bevölkerung ausreicht — wenn überhaupt. Allein die Bevölkerung von Thailand (sechstgrößtes Reisanbaugebiet der Welt) wird in den nächsten 20 Jahren um 15 Prozent auf 80 Millionen wachsen. Der Reis wird knapp.

Und es gibt eine weitere Bedrohung. Aufgrund veralteter Reis-Anbautechniken ist das Wasserreservoir in Gefahr. Der Grundwasserspiegel sinkt, der Schadstoffgehalt im Wasser steigt. Den Reisbauern müssten Alternativen aufgezeigt werden, zum Beispiel der Einsatz neuer Reissorten, sagt Henning Oldenburg und mahnt, sich bewusst zu werden, dass es „natürliche Grenzen für die Lebensmittelversorgung gibt“. Und er spricht aus, was droht: „Wenn Menschen nichts mehr zu essen haben, gehen sie auf die Reise.“

„Der Reis wird knapp.“
Henning Oldenburg

Torsten Teichmann

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