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Lübeck Baumwurzeln aus Schwimmnudeln
Lokales Lübeck Baumwurzeln aus Schwimmnudeln
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21:12 15.11.2017
Der letzte Feinschliff: Plastikerin Stefanie Adler muss das Wurzelgeflecht nur noch verdichten und in den passenden Farben anmalen. Quelle: Fotos: Olaf Malzahn

Der Geruch von frischer Farbe liegt in der Luft. Neben zwei überdimensionalen Kaffeemühlen stehen schiefe rote Regale und etwas abseits ein riesiges Geflecht aus dicken, dunklen Wurzeln. Im Malersaal des Theater Lübecks arbeiten Plastiker, Maler, Tapezierer und Schreiner fleißig am Bühnenbild für das Theaterstück „Räuber Hotzenplotz“.

Das Theater Lübeck führt in diesem Jahr den „Räuber Hotzenplotz“ als Weihnachtsstück auf. Damit das Publikum bei der Vorstellung auch in einem richtigen Zauberwald sitzt, modellieren die Handwerker des Theaters Kaffeemühlen, Winterwald und Räuberhöhle in Detailarbeit.

Der Räuber Hotzenplotz

Sechs Schauspieler schlüpfen in die Rollen von Hotzenplotz, Kasperl, Seppel, Zauberer Zwackelmann, Fee Amaryllis und der Großmutter.

Zwei Musiker untermalen das Weihnachtsstück für Kinder ab sechs Jahren mit Livemusik.

31 Vorstellungen gibt es von Otfried Preußlers Geschichte.

Premiere feiert das Weihnachtsstück am Freitag, 1. Dezember.

Stefanie Adler ist Plastikerin und taucht Stoffreste in ein Gemisch aus Farbe, Kleber und Sägespänen. „Das ist richtiger Schweinkram“, sagt sie. Mit den eingelegten Stoffbahnen umwickelt sie meterlange Wollseile. Adler modelliert das Wurzelgeflecht für die Höhle von „Räuber Hotzenplotz“. Hinter diesem Geflecht soll Kasperl gefangen sein, als er vom Räuber geschnappt wird. In harter Arbeit hat Adler jede einzelne Wurzel per Hand mit den Stoffbahnen umwickelt. „Es ist eine Gesamtoptik, ich darf mich nicht in jeder einzelnen Wurzel verkünsteln.“ Die Plastikerin verwendet nicht nur unterschiedlich dicke Wollschnüre: Auch ausrangierte Schwimmnudeln hat sie mit ein bisschen Farbe und Drähten zur Wurzel umfunktioniert. „Es ist ein bunter Mix aus ganz vielen Materialien.“

Nur kleine Modelle haben die Handwerker im Malersaal des Theaters als Vorlage. Detailgetreu bauen sie sie Stück für Stück in Bühnengröße nach. Seit April werkeln sie an den Requisiten. Eva Knüppel und Annika Löhner grundieren gerade den Baum über der Höhle von „Räuber Hotzenplotz“. Tischler haben den Baum zuvor aus einer Holzplatte gesägt, aus Stoffbahnen sind seine Rinde und sein finsteres Gesicht modelliert worden. „Nach der Grundierung wird die Rinde blau, grün und grau angemalt,“ sagt Knüppel. Außerdem werden dem Baum noch rote Lämpchen in die Augen gesetzt, damit er schön gruselig aussieht.

Denn der Winterwald, in dem der Hauptteil der Geschichte spielt, soll geheimnisvoll aber gleichzeitig auch gruselig und beängstigend wirken, sagt Bühnenbildner Stefan Heinrichs. Er hat schon Anfang des Jahres gemeinsam mit dem Regisseur Jan Jochymski das Bühnenbild geplant. Ein kleines Modell von der Theaterbühne zeigt, wie Bäume und Wurzelgeflecht später im Gesamtbild aussehen. Das Publikum soll von dem Wald und der winterlich-geheimnisvollen Atmosphäre richtig eingenommen werden. „Wenn der Vorhang aufgeht, schneit es erst mal,“ sagte Heinrichs.

Während des Stücks bewegen sich Wald und die Requisiten ständig. Stufen, die einmal da waren, sollen plötzlich wieder verschwinden. „Der Einzige, der sich richtig gut im Wald auskennt, ist Räuber Hotzenplotz,“ sagt Heinrichs. Mit Kamin und Sofa wirkt Hotzenplotz’ Höhle im Vergleich zum kalten Winterwald richtig heimelig. „Das ist keine eklig verschmutzte Räuberhöhle“, erklärt Heinrichs.

„Hotzenplotz ist kein Räuber mit schlechter Seele. Er ist eher der bürgerliche Typ.“

Alle Bühnenbilder werden am Montag bei der technischen Einrichtung auf der Bühne getestet. „Da ergeben sich dann auch immer noch Änderungen,“ sagt Heinrichs. Es sei ein Prozess, denn Theater entstehe eben nicht im Modell.

Saskia Hassink

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