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Bauruine Synagoge: Land will noch in diesem Jahr helfen

Lübeck Bauruine Synagoge: Land will noch in diesem Jahr helfen

Seit Mai ruhen die Bauarbeiten, weil der Bund und die Possehl-Stiftung ihre Förderung eingestellt haben und die Jüdische Gemeinde als Bauherr nicht über Eigenmittel verfügt - jetzt wollen Kulturministerin Anke Spoorendonk und Bürgermeister Saxe neue Wege zur Finanzierung finden.

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Da ist schon der Lack ab.

Seit Mitte Mai ist die Sanierung der Synagoge in der St.Annen-Straße gestoppt. Die Gerüste wurden inzwischen abgebaut, weil sie Geld kosten. Die Gebetshalle – das Herzstück des Hauses – ist nicht zu benutzen. Der gesamte Innenausbau fehlt.

Quelle: Thorsten Wulff

Innenstadt. Die unvollendete Sanierung der Lübecker Synagoge hat jetzt die Initiative Stolpersteine für Lübeck auf den Plan gerufen. „Die Synagoge ist zu einer Bauruine geworden“, kritisiert die Initiative, „das ist ein trauriger Anblick und ein nicht hinnehmbarer Zustand.“ Seit Mai ruhen die Bauarbeiten, weil der Bund und die Possehl-Stiftung ihre Förderung eingestellt haben und die Jüdische Gemeinde als Bauherr nicht über Eigenmittel verfügt. Inzwischen wurden auch die letzten Gerüste demontiert, bestätigt Architekt Thomas Schröder-Berkentien.

Heidemarie Kugler-Weiemann und Susanne Schledt-Önal von der Stolpersteine-Initiative appellieren an Stadt, Land und Bund, die Verantwortung nicht wie eine heiße Kartoffel hin- und herzuschieben und schon gar nicht der Jüdischen Gemeinde die Schuld in die Schuhe zu schieben. „Niemals hätte die Gemeinde mit ihren geringen Finanzmitteln eine Sanierung in dieser Größenordnung begonnen, wenn sie nicht von Seiten der Stadt beraten worden wäre“, erinnern Kugler-Weiemann und Schledt-Önal an den Start der Bauarbeiten vor zwei Jahren. 6,3 Millionen Euro kostet die Gesamtmaßnahme. Drei Millionen Euro sind verbaut. Finanziert wurde die Sanierung bislang vom Land, das eine Million Euro spendierte, vom Bund, der 880 000 Euro zuschoss, sowie von der Possehl-Stiftung, die 950 000 Euro investierte. Die Stiftung verabschiedete sich im Februar aus der Finanzierung. Der Bund lehnte Ende Juni einen Antrag auf 500 000 Euro frischen Geldes ab. „Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht“, heißt es aus Berlin.

„Für die jetzige Situation tragen alle Beteiligten Verantwortung“, erklärt die Initiative Stolpersteine, „und wir appellieren insbesondere an die Stadt, ihrer besonderen Verantwortung gegenüber diesem Gebäude gerecht zu werden.“ Die Synagoge als Bauruine sei eine „Katastrophe für die Arbeit der Jüdischen Gemeinde, aber auch eine unglaubliche Peinlichkeit für die Hansestadt, die sich als Kulturhauptstadt bewerben will.“

Immerhin: Beim Land wurde dieser Hilferuf erhört. Das Haus von Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW), die vor zwei Jahren zusammen mit Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) beim Spatenstich weilte, hat vor kurzem ein Gespräch mit dem Architekten und Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) geführt. Alle seien sich einig gewesen, dass neue Wege zur Finanzierung gefunden werden müssten. „Das Land ist sich weiterhin seiner Verantwortung bewusst und versucht auch kurzfristig, weitere Mittel bereitzustellen“, heißt es aus dem Kulturministerium. Kurzfristig heißt im laufenden Haushalt 2016.

Zusammen mit weiteren Geldgebern solle die Sanierung so weit vorangetrieben werden, dass das Gotteshaus wenigstens wetterfest wird. Das Ministerium: „Eine Entscheidung dazu kann aber erst nach Vorlage der entsprechenden baulichen Unterlagen erfolgen.“

Nach Angaben von Architekt Schröder-Berkentien ist das Dach noch nicht saniert, das Oberlicht fehlt noch und das Mauerwerk ist noch nicht verfugt. Überlegungen, ob noch zur Verfügung stehende 300

000 Euro – wie geplant – für die Restaurierung von Wandmalereien oder doch besser für das Abdichten des Daches verwendet werden, seien noch nicht abgeschlossen, sagt der Architekt.

Weitere Geldgeber aufzutreiben, darum bemüht sich der Bürgermeister. Saxe: „Dabei ist ein Ansprechpartner auch der Kreis der jüdischen Bürger und Institutionen außerhalb Lübecks.“ Noch gebe es kein Ergebnis. Die Initiative Stolpersteine lehnt diesen Weg der Geldbeschaffung ab. „Eine schnelle Lösung darf nicht darin bestehen, die Gemeinde aufzufordern, sich fehlende Eigenmittel bei wohlhabenden, jüdischen Stiftungen zu besorgen“, sagen Kugler-Weiemann und Schledt-Önal.

Initiative Stolpersteine

186 Stolpersteine , die an das Schicksal jüdischer Mitbürger erinnern, wurden seit 2003 in der Hansestadt verlegt. Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig hat die Aktion ins Leben gerufen. Seit 2003 kümmern sich Lübecker um die Aufarbeitung der Geschichte und die Verlegung der Steine. Die Steine werden privat finanziert und gehen danach als Schenkung in den Besitz der Stadt über.

730 Mitglieder zählt die Jüdische Gemeinde aktuell. Die Synagoge wurde 1880 errichtet.

 Kai Dordowsky

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