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Lübeck Baustart am neuen Stadtwerke-Sitz
Lokales Lübeck Baustart am neuen Stadtwerke-Sitz
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20:24 18.10.2013
Josef Patolla (52) baut mit an der neuen Stadtwerke-Zentrale im Schatten des Gasometers. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen, Archiv

Hier und da muss Josef Patolla noch einmal mit dem Hammer nachbessern, dann steht die Verschalung auf dem Gelände der Stadtwerke an der Geniner Straße. Der 52-Jährige ist Teil der Crew, die am Neubau der Konzernzentrale am Gasometer arbeitet. In Zukunft sollen alle Mitarbeiter des städtischen Energieversorgers an einem zentralen Punkt beschäftigt sein, das bisherige Haupthaus an der Moislinger Allee ist bereits verkauft (die LN berichteten).

Auf dem Areal, auf dem noch wenige Wochen zuvor das alte Verwaltungsgebäude stand, beherrschen bereits Kräne, Stahl und Beton das Bild. Nun fand firmenintern auch die feierliche Grundsteinlegung statt. „Die Stadtwerke Lübeck erhalten ein neues Gesicht“, sagt Marcus Böske, Geschäftsführer der Stadtwerke Lübeck Netz GmbH. Insgesamt sollen an der Geniner Straße 12 500 Quadratmeter Fläche entstehen, die Eduard Züblin AG baut dafür zwei L-förmige Gebäude mit jeweils vier Stockwerken. Für 430 Mitarbeiter entstehen Büro- und Tagungsräume, hinzu kommen Besprechungszonen und eine Betriebskantine für alle dann auf dem Gelände arbeitenden 550 Beschäftigen.

Die Kosten schätzt das Unternehmen auf 17,5 Millionen Euro. Doch ein Neubau an der Geniner Straße sei dennoch wesentlich besser als die Modernisierung des „höchst sanierungsbedürftigen“ Hauses an der Moislinger Allee, so Stadtwerke-Sprecher Lars Hertrampf. Auf lange Sicht würde die Modernisierung in Kombination mit der anfallenden Miete mehr Geld kosten als der Neubau. Außerdem entstehen Synergie-Effekte: „Wir können so alles zentralisieren“, sagt Hertrampf. Die technischen und kaufmännischen Bereiche sind künftig Nachbarn, Fahrtkosten und Zeitverluste durch das Pendeln fallen weg.

Gleichzeitig hilft der neue Firmensitz, Energie zu sparen. „Das Gebäude spiegelt ein modernes, kundenorientiertes Unternehmen wider“, sagt Böske. Die Fassade der 14 Meter hohen Gebäude besteht aus einem sogenannten Holzrahmen, alles ist energetisch gedämmt. Das Öko-Haus setzt auf eine Lüftungs-Kühltechnik mittels Verdunstung, Geo- sowie Solarthermie und Photovoltaik sollen verbaut werden.

„Hierdurch wird unser Engagement für die Energiewende und für eine effiziente Energienutzung für Mitarbeiter und Kunden erlebbar und glaubwürdig untermauert“, unterstreicht Böske. Die Energiekosten sollen im Vergleich zur alten Zentrale um 20 Prozent sinken.

Geplant ist, dass der neue Sitz im Dezember 2014 fertiggestellt ist. „Parallel werden aber schon einige Bereiche einziehen können“, sagt Unternehmenssprecher Hertrampf. Der endgültige Adressenwechsel soll im Januar 2015 vollzogen sein. Dann kann auch der Investor Imetas an der Moislinger Allee loslegen, das Gebäude sanieren und dort Büros oder ein Gesundheitszentrum einrichten. Der Hamburger Projektentwickler kaufte das gesamte Areal bis hinunter zum Stadtgraben, dort entstehen bereits Luxuswohnungen.

Eine weitere Baustelle des Energieversorgers ist immer noch der Stadtwerke-Skandal. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue. Im Fokus stehen die ehemaligen Stadtwerke-Chefs Kurt Kuhn und Annie Lykke Gregersen sowie der frühere Betriebsratschef Jürgen Oelrich. Die Behörden wollen wissen, warum Oelrich ein Jahresgehalt von 115 000 Euro kassierte. Parallel dazu lässt SPD-Bürgermeister Bernd Saxe den Schaden von 230 000 Euro bei den Dreien eintreiben.

Peer Hellerling

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