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Lübeck Bahnhofsbrücke zwei Wochen länger dicht
Lokales Lübeck Bahnhofsbrücke zwei Wochen länger dicht
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11:16 18.10.2018
Noch weiter zwei Wochen Stau: Denn die Not-Reparatur der Bahnhofsbrücke dauert länger als gedacht. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Noch mehr Stau: Die Lübecker stehen zwei weitere Wochen im dichten Verkehr. Denn die Baustelle Bahnhofsbrücke wird nicht fertig. Bis zum 2. November geht es nur auf zwei Spuren über die Querung – statt auf vier. Eigentlich sollten die Arbeiten am 20. Oktober abgeschlossen sein. Doch die Not-Reparatur der Bahnhofbrücke dauert länger als gedacht. Das Bauwerk von 1907 ist viel maroder als gedacht.

Lübecks Hauptverkehrsader

Aktuell wird die Bahnhofsbrücke nur notdürftig saniert, damit sie nicht zusammenkracht. Kosten: 100 000 Euro. Seit 10. September können die Lübecker nur eine Fahrspur je Richtung nutzen statt wie sonst zwei Fahrspuren je Richtung. Betroffen sind täglich 33 000 Autofahrer und 4700 Radler. Die Bahnhofsbrücke ist eine der wichtigsten Hauptverkehrsstraßen der Stadt. Sie muss bis 2021 durchhalten. Dann startet der Neubau der Querung. Kosten: 19 Millionen Euro. Bauzeit: 3,5 Jahre.

Alarmzeichen rot

Aus Sicht der Stadt ist der Zustand der Brücke ein Alarmzeichen. „Der Schaden an der Bahnhofsbrücke ist ein weiteres Signal für den dringenden Handlungsbedarf in puncto Brückensanierung“, sagt Steffi Wulke-Eichenberg, Bereichsleiterin Verkehr. Ihrer Ansicht nach hat die Stadt gar keine andere Wahl, als die Brücken jetzt zu reparieren. „Der Zustand unserer Infrastruktur ist ein Faktum, dessen Folge temporäre Verkehrsbehinderungen sind.“

Bahnhofsbrücke wird für ein paar Stunden Einbahnstraße

Konkret: Die Bahnhofsbrücke hat ein Stahltragwerk – und das ist wesentlich verrosteter als gedacht. Jetzt muss neuer Stahl in die Konstruktion eingebaut werden, damit die Brücke nicht zusammenklappt. Zwar haben die Arbeiter im Vorfeld punktuelle Bohrungen an der Querung gemacht, aber den vielen Rost nicht ausmachen können. Wenn der neue Stahl verbaut ist, wird Beton aufgebracht und alles abgedichtet. Dann geht’s ans Asphaltieren. Dazu wird die Bahnhofsbrücke kurzzeitig zur Einbahnstraße – am Dienstag, 30. Oktober, ab 20 Uhr. Dauer: drei bis vier Stunden. In der Zeit können die Autofahrer stadtauswärts weiterhin über die Querung fahren. Wer stadteinwärts will, muss über Marienbrücke und Willy-Brandt-Allee ausweichen.

Drei Millionen Euro für die Verlegung der Leitungen

Parallel zur Not-Reparatur der Bahnhofsbrücke wird der geplante Neubau vorbereitet. Der startet zwar erst 2021. Aber: Die Leitungen unter der alten Bahnhofsbrücke müssen verschwinden, bevor das Bauwerk abgerissen wird. Kosten: drei Millionen Euro. Dazu wird ein kleiner Tunnel gebaut, der fünf Meter unterhalb der Gleise verläuft. Dort werden dann die Leitungen für Gas, Wasser, Strom und Telekommunikation hineingelegt. Damit die Leitungen so tief unter die Erde kommen, bauen Arbeiter gerade an beiden Seiten der Bahngleise jeweils einen zwölf Meter tiefen Schacht. An der Seite in Richtung Stadt nahe des IHK-Gebäudes ist das kein Problem – auf der anderen Seite schon. Denn da ist die Schwartauer Allee – und dort stehen Häuser.

Alles für den Neubau der Bahnhofsbrücke: Diese Baulücke an der Schwartauer Allee 2 hat die Stadt gepachtet. Quelle: Holger Kröger

Stadt pachtet extra ein Grundstück

Der Clou: Auf das Grundstück an der Schwartauer Allee 2 ist ein Haus abgerissen worden. Dort soll ein neues Mehrfamilienhaus errichtet werden. „Wir haben die Gunst der Stunde genutzt und das Grundstück gepachtet für die Dauer der Leitungsverlegung“, erklärt Stadtsprecherin Valessa Glisovic. Denn dann haben die Arbeiter mehr Platz, um den Schacht anzulegen und den Tunnel unterhalb der Gleise zu bohren. Ursprünglich sollten diese Arbeiten im Bereich der Gleise erledigt werden. Glisovic: „Das ist aber kostenintensiver und mit mehr Risiko behaftet.“ Warum hängt die Stadt die Leitungen nicht später an die neue Bahnhofsbrücke? Das gehe aufgrund der Konstruktion des neuen Bauwerks nicht.

Josephine von Zastrow

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