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Lübeck "Baustellen-Marketing" soll Touristen und Einheimische vertrösten
Lokales Lübeck "Baustellen-Marketing" soll Touristen und Einheimische vertrösten
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21:27 08.09.2016
Zeigen den Baustellen-Prospekt: Uwe Kirchhoff (v. l.), Christian Martin Lukas, Lutz Weller und Sven Hollesen. Quelle: Voegele
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Travemünde

Ein Meer aus Baustellen direkt an der Ostsee. Darauf müssen sich Touristen und Einheimische in den kommenden zwei Jahren einstellen. Mit einem „kreativen Baustellenmarketing“ möchte die Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) die unangenehmen Nebeneffekte in ein möglichst positives Licht rücken.

200 Millionen Euro beträgt das gesamte Investitionsvolumen der zehn verschiedenen Bauprojekte.

2500 neue Betten sollen in Hotels, Ferienhäusern und Apartments entstehen.

• Weitere Informationen unter www.komm-staunen.de.

„Komm staunen“ heißt die erste Maßnahme dieses Vorhabens; ein Prospekt, der die insgesamt zehn Bauprojekte im Einzelnen vorstellt und auf einem Stadtplan kennzeichnet. Von Fischereihafen über Travepromenade, alle zur Waterfront gehörenden Bauten, Strandbahnhof, Aja- Resort bis zum Godewindpark sind alle Vorhaben eingetragen. Und nicht nur das: „Wir können uns Baustellen- Führungen vorstellen und werden Schaukästen mit Informationen bestücken“, kündigt LTM-Chef Christian Martin Lukas an. Er erwarte, dass Travemünde in etwa zwei Jahren – nach Ende der Umgestaltungsphase – aus einer Art Schönheitsschlaf erwachen werde.

Der Tatsache, dass es kein ruhiger Schlaf mit einmaligem Weck-Lärm, sondern eine dauerhafte Unruhezeit sein wird, wollen die Tourismus-Experten offensiv entgegentreten. „Die Bauphase wird ein einmaliger Prozess, der so nicht wieder kommt“, sagt Lukas – und das solle auch bewusst kommuniziert werden.

Die nächste Großbaustelle steht übrigens schon in den Startlöchern: Noch in diesem Herbst soll mit dem Bau des Aja-Resorts an der Außenallee begonnen werden. Rund 60 Millionen Euro werden laut Lutz Weller von der DSR Immobilien GmbH in ein Hotel mit 242 Zimmern und eine angrenzende Anlage mit 100 Ferienapartments investiert. Im Sommer 2018 möchten die Investoren bereits die ersten Gäste begrüßen, kündigt Weller an.

Etwa gleichzeitig plant Kurdirektor Uwe Kirchhoff auch den Abschluss der Umgestaltung der Travepromenade. Gemeinsam mit der gegenüberliegenden Priwall-Promenade und der Strandpromenade sollen die drei ausgedehnten Flanierflächen Travemünde weiter nach vorne bringen.

Doch bis dahin ist es noch eine Weile hin. Sven Hollesen, Investor des WaterfrontProjekts, ist daher besonders froh über das Baustellenmarketing. Denn neben dem Lärm gibt es auch noch andere Sorgen.

„Etwa 400 Parkplätze werden wir durch die Bauprojekte einbüßen“, gibt Kurdirektor Kirchhoff zu. Seitens der Stadt werde aber an Alternativen gearbeitet. Dies bestätigt Bürgermeister Bernd Saxe: Eine von ihm eingesetzte Arbeitsgruppe des Fachbereichs Planen und Bauen habe den Auftrag, bis Ende des Jahres Vorschläge zur Behebung der Parkplatzprobleme zu erarbeiten; diese sollen bis zur nächsten Sommersaison dann auch umgesetzt sein.

 Luisa Jacobsen

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