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Lübeck Baustopp bis April: Schlutuper Umgehungsstraße endet im Wald
Lokales Lübeck Baustopp bis April: Schlutuper Umgehungsstraße endet im Wald
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21:16 14.09.2013
Stille im Wald: Der Weiterbau der Schlutuper Umgehung (hier der Blick von der Mecklenburger Straße aus) ruht bis zum Frühjahr. Quelle: Foto: Holger Kröger

Die neue knapp zwei Kilometer lange und acht Millionen Euro teure Umgehungsstraße für Schlutup wird zu einem der langwierigsten Bauprojekte in Lübeck. Eigentlich sollte mit dem Bau der Straße schon kurz nach dem Mauerfall begonnen werden. Nun werden die ersten Autos ein Vierteljahrhundert später über die Umgehungsstraße rollen.

Jens Sommerburg, Leiter der Lübecker Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, sieht die Ruhe auf der Großbaustelle gelassen und spricht von einem „planmäßigen Baustopp“. Der Straßenplaner geht davon aus, dass der für die Umgehungsstraße anvisierte Fertigstellungstermin 2015 gehalten wird und es keine weiteren Verzögerungen gibt. Grund für den Baustopp ist ein privates Bahngleis, das der Trassenführung im Weg steht. Das Gleis muss nach den jetzigen Plänen von der Wesloer Landstraße auf einer Länge von 700 Metern zehn bis 15 Meter in Richtung Industriegebiet verlegt werden. „Wir stimmen uns derzeit mit dem Eigentümer des Privatgleises ab“, erklärt Sommerburg und ist überzeugt, dass es noch in diesem Jahr zu einer einvernehmlichen Klärung kommt: „Wir sind im Zeitplan. Im April kommenden Jahres gehen die Bauarbeiten weiter.“

Bereits fertiggestellt ist das Teilstück der Umgehungsstraße zwischen Mecklenburger Straße und Industrieweg. Die restlichen 700 Meter Straße werden ab Frühjahr kommenden Jahres nach der Winterpause von Richtung Wesloer Straße aus gebaut.

Die neue Umgehungsstraße , deren Bau mit dem ersten Spatenstich im November 2006 offiziell gestartet wurde, schließt an die B 104/105 an und sollte nach der ursprünglichen Planung schon 2008 vollendet sein. Doch nach dem ersten Spatenstich geschah bis auf den Bau einer Brücke nicht viel. Die Straßenbauer mussten viele gesetzliche Hürden nehmen. Richtig los mit den Bauarbeiten ging es erst im April 2012. Jetzt herrscht beim Landesbetrieb Straßen Zuversicht, es heißt, dass der Verkehr in gut zwei Jahren über die Umgehungsstraße rollt.

Hauptursache für die mehrjährige Verzögerung der Bauarbeiten ist das Bahngleis und eine Panne im Planfeststellungsverfahren. Versehentlich war das Gleis im Schlutuper Industriegebiet der Deutschen Bahn zugeordnet worden. Deshalb war die Bahn AG in das Verfahren eingebunden worden. Die Gleise gehörten zu diesem Zeitpunkt aber bereits einem privaten Unternehmen. Die Straßenplaner mussten ein „Planfeststellungsergänzungsverfahren“ einleiten.

Bereits kurz nach dem Mauerfall wurde kontrovers diskutiert, ob Schlutup überhaupt eine Umgehungsstraße braucht, weil die A 20 gebaut wurde. Doch trotz des Autobahnbaus ist der Lastwagenverkehr, der über Wesloer Weg und Wesloer Landstraße Richtung Schlutup oder Travemünde rollt, kaum zurückgegangen. Seit Jahren klagen die 6000 Schlutuper über die Verkehrsbelastung. Noch immer würden viele Lastwagen quer durch den Ort fahren.

Die neue Umgehungsstraße hat auch für die Natur große Vorteile. Wenn der Verkehr wie geplant 2015 über die neue Trasse rollt, werde der Wesloer Weg gesperrt, sagte Jens Sommerburg. Der Wesloer Weg durchschneidet seit Jahrzehnten das Lauerholz. Nach Fertigstellung der neuen Umgehung kann dort der Wald wieder zusammenwachsen. Der Wesloer Weg wird gesperrt und dann von sechs auf drei Meter Breite zurückgebaut. er darf dann nur noch von Forstfahrzeugen, Radfahrern und Skatern befahren werden.

Torsten Teichmann

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