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Lübeck Beim Streit um die Kinder: Beratung im Hüxterdamm
Lokales Lübeck Beim Streit um die Kinder: Beratung im Hüxterdamm
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20:17 02.08.2017

554 Ehepaare haben sich 2016 in Lübeck scheiden lassen, 427 Kinder waren davon betroffen. Wie viele Paare ohne Trauschein sich getrennt und gemeinsame Kinder haben, erfasst die Statistik nicht. Mehrere Hundert Paare, die sich nach der Trennung über den Umgang mit den Kindern streiten, landen schließlich im Hüxterdamm, im Beratungszentrum der Gemeindediakonie. Wie viele andere Einrichtungen bieten Cornelia Goebel und Brigitte Harms-Teigeler, die Leiterinnen des Zentrums, alle möglichen Hilfen für Familien und Paare an. „Wir sind aber die einzige Beratungsstelle in Lübeck, die Umgangsberatung anbietet“, sagen die Leiterinnen.

Das ist nicht neu, aber viele Bürger wissen es einfach nicht. Sie rufen beim Jugendamt im Verwaltungszentrum Mühlentor an, sind dort aber an der falschen Adresse. Renate Junghans, Bereichsleiterin Familienhilfen und Jugendamt: „Die erste Anlaufstelle ist nicht das Jugendamt, sondern das Beratungszentrum Hüxterdamm.“ Das Jugendamt habe gar nicht genug Personal, Fachkenntnisse und Zeit, um streitenden Eltern und ihren Kindern zu helfen. „Deshalb haben wir schon vor Jahren diese Aufgabe an die Gemeindediakonie übertragen“, erklärt Junghans, „das hat sich aber noch nicht in der Lübecker Elternschaft verfestigt.“

Paare, die sich an die Umgangsberatung wenden, bekommen innerhalb von 14 Tagen einen Termin. In der Regel werden fünf Gespräche angesetzt, bis eine Umgangsvereinbarung steht. „Wir ergreifen für keinen Elternteil Partei“, stellen Goebel und Harms-Teigeler klar, „im Fokus stehen für uns die Interessen der Kinder.“ Rechts- und Paarberatung finden nicht statt. Die Gespräche sind vertraulich, freiwillig und kostenlos. „Die Umgangsberatung hat deutlich zugenommen“, berichten die beiden Diplom-Psychologinnen, „Eltern kommen heute schon mit sehr kleinen Kindern.“ Mit anderen Worten:

Beziehungen brechen deutlich eher auseinander als früher. Die Umgangsberatung sei auch deshalb anspruchsvoller als früher, weil die modernen Väter sich mehr in die Kinderbetreuung einbringen.

Cornelia Goebel: „Sie reduzieren zu Gunsten der Kinder ihre Arbeitszeiten, bringen die Kleinen in die Kita. Im Fall einer Trennung wollen diese Väter ihre Kinder nicht nur alle 14 Tage sehen.“

Die schriftliche Umgangsvereinbarung habe den gleichen Wert wie eine gerichtliche Entscheidung, sagt Bereichsleiterin Junghans. Das Beratungszentrum ist unter Telefon 0451/793229 montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und montags bis donnerstags von 13 bis 17 Uhr zu erreichen.

dor

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