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Lübeck Belastung für Possehlbrücke
Lokales Lübeck Belastung für Possehlbrücke
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21:04 14.06.2017
Laut Stadt gefährden Lkw und Busse die Brücke nicht. Erst wenn es mehr werden, wird gehandelt. Quelle: Fotos: Kröger

Lübecks derzeit schmalste Brücke wird stark belastet. Trotz Durchfahrtsverbot passieren in letzter Zeit offenbar vermehrt schwere Lkw die Possehlbrücke.

Immer wieder passieren zu schwere Lkw den maroden Bau.

Sowohl am Berliner Platz als auch an der Zufahrt über die Lachswehrallee ist das Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen deutlich ausgewiesen. Dennoch rollen Brummis mit deutlich höherem Gewicht über die Baustellen-Brücke. „Eine Begrenzung für Bauwerke erfolgt grundsätzlich nur dann, wenn es aus statischer Sicht erforderlich ist“, sagt dazu Stadtsprecherin Nicole Dorel. Die Possehlbrücke sei dabei nicht die einzige Brücke, auf der solche Verstöße verzeichnet werden. Die Josephinenstraßenbrücke II ist auf zwölf Tonnen begrenzt. „Dort wurden bereits mehrfach Verstöße in größeren Mengen festgestellt“, sagt Dorel. Entsprechend wurde die Mittelinsel vor der Brücke kürzlich so umgebaut, dass die Brummis jetzt vor dem Bauwerk drehen können.

Bei der Possehlbrücke halten sich die Verstöße nach Informationen der Stadt aber noch in Grenzen. „Nach unseren Erkenntnissen sind das vor allem nicht ortskundige Fahrer“, berichtet Bausenatorin Joanna Glogau (parteilos). Bei der Gewichtsbeschränkung habe man aber Sicherheiten mit einberechnet, sodass einzelne, schwerere Lkw toleriert werden können. Wäre das anders, dürfte auch die Feuerwehr die Brücke im Notfall nicht mehr passieren. „Unsere Fahrzeuge können im Maximum 16 Tonnen erreichen“, berichtet Feuerwehrsprecher Matthias Schäfer. Im Einsatz dürfen diese Fahrzeuge die Possehlbrücke passieren, „auf dem Rückweg aber zum Beispiel nicht mehr“, sagt Schäfer. „Wir wollen mit diesen Maßnahmen erreichen, dass die Restnutzungsdauer des Brückenbauwerks möglichst verlängert wird“, erklärt Glogau. Insofern sei es wichtig, dass sich die Verkehrsteilnehmer an die Vorgaben hielten. „Sollte eine Missachtung des Durchfahrtsverbots zunehmen, werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet“, kündigt Dorel an.

Bereits 2012, lange vor dem Baustart, hatte man die Spannbetonkonstruktion von 1956 für Laster über 7,5 Tonnen gesperrt. Grund war damals tatsächlich die Befürchtung, dass die Possehlbrücke einfach durchbrechen könnte. „Wie bei allen Änderungen im Straßenverkehr dauert es, bis sich die Verkehrsteilnehmer an die geänderte Situation gewöhnt haben“, berichtet dazu Dorel.

Mittlerweile sei die Situation den meisten Verkehrsteilnehmern aber bekannt – nur eben nicht denen, die von außerhalb kommen und sich vom Navi leiten lassen.

 lj

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