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Berührende Liebeserklärung an die bedrohte Petrikirche

Lübeck Berührende Liebeserklärung an die bedrohte Petrikirche

Großartige Musiker, berührende Wortbeiträge: Die Gala zum 25. Jubiläum von St. Petri als Kulturkirche wurde Ostermontag zu einem überwältigenden Bekenntnis zu dieser Kirche.

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Eine Künstlerin tritt bei der Gala in der Petrikirche auf.

Quelle: Lutz Roeßler

Lübeck. Was macht eine Kulturkirche, die als Gemeinde eine ganze Region hat? Sie lädt zur Musik, zur bildenden Kunst und zu wortgewandten Debatten. Die dreistündige Gala mit 500 Gästen am Abend des Ostermontags war eine grandiose Visitenkarte für dieses Gotteshaus, das dringend saniert werden muss. Die Gala war gleichzeitig der offizielle Start der großen Spendenaktion. Der Turm von St. Petri weist schwere Schäden auf. 2,8 Millionen Euro müssen gesammelt werden — und die Zeit drängt.

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Volker Navrath, Claudia Arendt und André Schlesselmann ließen sich von Thomas Berg ablichten.

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St. Petri-Pastor Bernd Schwarze, der mit wunderbaren Worten durchs Programm führt, das mit seinem Wechselspiel aus kurzen prägnanten Redebeiträgen und fulminanter Musik mitreißt, ist sichtlich gerührt, als ihm am Schluss der Galla der Jubel der Gäste entgegenbrandet. Es ist eine Liebeserklärung an St. Petri. „St. Petri ist bekannt als Kunst- und Kulturkirche, als Universitätskirche, als Ort, an dem miteinander diskutiert und debattiert, gestritten, gefeiert, getrauert, geschaut und zugehört wird“, porträtiert Pröpstin Petra Kallies die Kirche. Sie nennt St. Petri einen „Ort, an dem sehr genau und fundiert Theologie betrieben wird, und an dem es doch leichter als woanders möglich ist, vermeintlich sichere theologische Aussagen gegen den Strich zu bürsten“.

In größten Tönen — instrumental, gesanglich und verbal — wird die Zukunft der Petrikirche beschworen. Bürgermeister Bernd Saxe nennt die Rolle der Kulturkirche bedeutend, der frühere Propst Niels Hasselmann, der vor 25 Jahren gemeinsam mit dem damaligen St. Petri-Pastor Günter Harig der Kulturkirche Leben einhauchte, spricht von einem „gelungenen Experiment“. Antje Peters-Hirt von der Gemeinnützigen und Prof. Valentin Rothmaler vom St. Petri Kuratorium schwärmen von der „Aura dieses Raumes“ und dem „Dialog zwischen gegenwärtiger Kunst und gotischer Hallenkirche“. Bernd Schwarze beschreibt dies so: „Wir brauchen Räume, in denen die Seele atmen kann.“

Für den Uni-Präsidenten Peter Dominiak und die Präsidenten der Fachhochschule und der Musikhochschule, Stefan Bartels und Inge-Susann Römhild, ist St. Petri ein „verbindender Ort“. Dominiak erinnert daran, dass 2010 „St. Petri sich als Burg darstellte, als es um den Erhalt der Uni ging“. Lübecks früherer Propst und jetziger Landesbischof von Hannover, Ralf Meister, bezeichnet die Gründung einer Kulturkirche vor 25 Jahren als „visionäre Entscheidung“. Ihm sei nicht bang um eine Stadt, „die einen solchen Ort pflegt“.

Theo Dräger, Vorsitzender des St. Petri Bauvereins, mahnt: Im Mittelalter sei es 15 000 Lübecker Einwohnern gelungen, fünf große Stadtkirchen zu bauen. „Sollte es heute nicht möglich sein, St. Petri zu erhalten?“, fragt er. Die Antwort ist eindeutig „Ja“. Und sie wird vor allem auch musikalisch gegeben, mit Geigen, Flöten, Gitarren, Trompeten, Schlagzeug, Orgel und Klavier und wunderbaren Gesängen. Dass Organist Volker Linhardt die Toccata von Bach rückwärts spielt, ist so typisch für die wider den Stachel löckende Kulturkirche. Und als sich Pastor Bernd Schwarze zum Ausklang der Gala aufs Cajon setzt und Musiker mit wummernden Trommelschlägen vorantreibt, herrscht helle Begeisterung.

Am Sonntag lesen Sie: Der Turm mit der schönen Aussicht

Große Kunst als Petri-Spende
Sie traten ohne Honorar auf: Kammerchor, Bas Böttcher, Joachim Pfeiffer, Gabriele Pott, Natasha Young, Norman Moorholz, Anna Denise Rheinländer, Yvonne Kaiser, Vera K. Schmidt, Ulla Benninghoven, TrubaDuo, Michael Gehrke, Inge-Susann Römhild, Sønke Herrmannsen, Jonathan Shapiro, Radar-Ensemble, Ulf Tischbirek, Kammerpop, Stefan Bartels, Sigrid Dettlof, Volker Linhardt, Lukas Kowalski, Andreas Krohn, Martin Mengel, Ralph Schlunk.
Unterstützer gesucht
Die Spendenaktion „Sieben Türme sollst Du sehen“ hat schon St. Marien und St. Jakobi gerettet. Jetzt werden zur dringend erforderlichen Instandsetzung der Kulturkirche St. Petri rund 2,8 Millionen Euro benötigt — eine Summe, die St. Petri und der Kirchenkreis nicht allein stemmen können. Die evangelische Kirche in Lübeck hofft daher auf viele Unterstützer. Denn die Petrikirche muss rasch saniert werden.
Fotoaktion mit LN-Lesern
Großen Anklang fand die LN-Fotoaktion am Rande der Jubiläumsgala in St. Petri. 55 Gala-Gäste beteiligten sich an der Fotostrecke „Wir sind die Leser“.

Der Lübecker Fotograf Thomas Berg hatte im Turmaufgang der Petrikirche sein kleines Studio aufgebaut und lud die Gäste des Jubiläumsfestes zum „Shooting“. Viele ließen sich das nicht zweimal sagen und begaben sich ins „Studio“, in dem es ungemütlich kalt und zugig war. Doch die gute Laune fror bei niemandem ein. Die Fotostrecke „Wir sind die Leser“ wird nach jetziger Planung am Sonntag, 14. April, in den Lübecker Nachrichten veröffentlicht.

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Sie traten ohne Honorar auf: Kammerchor, Bas Böttcher, Joachim Pfeiffer, Gabriele Pott, Natasha Young, Norman Moorholz, Anna Denise Rheinländer, Yvonne Kaiser, Vera K. Schmidt, Ulla Benninghoven, TrubaDuo, Michael Gehrke, Inge-Susann Römhild, Sønke Herrmannsen, Jonathan Shapiro, Radar-Ensemble, Ulf Tischbirek, Kammerpop, Stefan Bartels, Sigrid Dettlof, Volker Linhardt, Lukas Kowalski, Andreas Krohn, Martin Mengel, Ralph Schlunk.

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