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Lübeck Berufssoldat kandidiert für den Posten des Innensenators
Lokales Lübeck Berufssoldat kandidiert für den Posten des Innensenators
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22:00 21.01.2016
Will Senator werden: Major Boris Blöß (38, parteilos) ist von den Freien Wähler nominiert. Quelle: Maxwitat

Kampfkandidatur um den Posten des Innen- und Umweltsenators: Boris Blöß (parteilos) will gegen den amtierenden Senator Bernd Möller (Grüne) antreten — auf dem Ticket der Freien Wähler. „Ich bin überzeugt, dass er genau der richtige Mann ist“, macht Bruno Böhm (freie Wähler) klar. Die Senatoren-Wahl ist am 28. Januar in der Bürgerschaft. Die Politiker müssen entscheiden, wer den mit rund 83000 Euro Jahresgehalt dotierten Posten für sechs Jahre bekommt.

„Was kann es Schöneres geben, als seiner Heimatstadt zu dienen“, macht Kandidat Blöß klar. Denn der 38-jährige Berufssoldat ist Lübecker und vor acht Jahren nach Herrnburg gezogen. Er hat auf der Alten Stadtschule seinen Realschulabschluss gemacht und anschließend in der Gewerbeschule 3 sein Abitur. Danach ging Blöß zur Bundeswehr — und schloss sein Studium als Diplom-Pädagoge ab. Er ist verheiratet, seine Frau arbeitet am Uniklinikum Schleswig-Holstein. Sie haben zwei Töchter im Alter von einem und fünf Jahren.

Seine Motivation: „Mit den Themen Sicherheit und Ordnung habe ich seit 20 Jahren zu tun“, erklärt Blöß. Auf einen anderen Senatorenposten hätte er sich auch nicht beworben. Zudem: Aus familiären Gründen will er gern in Norddeutschland bleiben. Seine Qualifikation: Blöß war unter anderem Personalleiter bei einer Brigade mit 5000 Männern und Frauen, war sechs Monate in Afghanistan und hat die dortigen Polizisten geschult. Er hat Rettungs- und Evakuierungspläne für 2500 Leute entwickelt und eng mit Feuerwehr, THW und Polizei zusammengearbeitet. Heute bekleidet er den Dienstgrad eines Majors und hatte zuletzt den Posten des stellvertretenden Bataillonskommandeurs inne — bei den Panzergrenadieren in Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern). Damit war Blöß der Vizechef einer Kaserne.

Derzeit ist er auf einem einjährigen Lehrgang für den Generalstabsdienst: Die Führungsakademie bezeichnet diese Ausbildung auf ihrer Website als den „anspruchsvollsten Lehrgang“.

Blöß‘ kommunalpolitische Erfahrung hält sich indes in Grenzen: Als Standortleiter einer Kaserne ist er immer wieder mit kommunalpolitischen Themen konfrontiert worden — beispielsweise Umwelt. Dabei ging es um den Schutz von Flora und Fauna auf den Truppenübungsplätzen oder auch um das Bundesemissionsschutzgesetz.

Eine politische Mehrheit für Blöß gibt es allerdings noch nicht. Die Freien Wähler haben lediglich einen Sitz von 49 in der Bürgerschaft. „Wir sind unzufrieden mit dem amtierenden Senator Möller — und wir sind nicht die einzige Fraktion“, macht Kreisvize Gregor Voht klar. Die Freien Wähler hoffen auf Abweichler von Grünen und CDU, und auch auf die kleinen Fraktionen. Blöß bietet Gespräche mit allen Politikern an: „Ich habe keine ideologischen Scheuklappen.“ jvz

LN

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