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Lübeck Besucherrekord in den Naturbädern
Lokales Lübeck Besucherrekord in den Naturbädern
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08:52 12.08.2018
Kjell (5) ist der 100 000. Besucher im Naturbad an der Falkenwiese. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Seit Monaten knallt der Sommer. Doch ausgerechnet als der 100000. Besucher in der Falkenwiese erscheint, regnet es. Aber für die Vorsitzenden des Gemeinnützigen Vereins Naturbäder Lübeck ist das ausnahmsweise Glück. So können Claus Burgdorff (71) und Andreas Pawlowski (54) dem fünfjährigen Kjell Pokrandt und Familie in Ruhe gratulieren.

Die Naturbäder Falkenwiese, Marli und Kleiner See/Eichholz verzeichnen einen Rekord. In der Falkenwiese konnte jetzt der 100000. Besucher begrüßt werden. Auch ins Altstadtbad Krähenteich kamen schon über 43000 Gäste. 2017 waren es dort zum gleichen Zeitpunkt nur 13600.

„100000 Besucher ist ein Rekord, das gab es noch nie“, sagt Pawlowski und bezieht sich dabei auf den Zeitraum ab Anfang 2000. Wie hoch die Zahlen davor waren, kann der 54-Jährige nicht sagen.

Denn Kassenautomaten gibt es in den Bädern Falkenwiese, Marli und Kleiner See/Eichholz erst seit etwa 17 Jahren, meint er. „Vorher wurde die Anzahl der Gäste geschätzt“, so der Vorsitzende. Zudem betreibt der Verein die Bäder erst seit 2006. Vorher wurden sie von den Lübecker Schwimmbädern geführt.

Über die vielen Gäste und guten Einnahmen sind die Vorsitzenden nun sehr froh. „In den vergangenen Jahren hatten wir angesichts des schlechten Wetters immer finanzielle Sorgen und wussten nicht, wie wir durch die nächste Saison kommen sollen.“ 2017 verzeichneten alle drei Bäder am Ende der Saison zusammen nur 73000 Besucher. Der Verein trägt die Personalkosten für einen der sechs Schwimmmeister und bezahlt die Rettungsschwimmer, die bei schönem Wetter zusätzlich im Einsatz sind. „Allein im Juli waren es für die Rettungsschwimmer Kosten in Höhe von rund 7000 Euro.“

Hinzu kommen die Instandhaltungskosten und neue Investitionen. „In den vergangenen Jahren haben wir etwa zwei Millionen Euro in die Bäder gesteckt“, erklärt der Lübecker und betont, dass all das ohne die Unterstützung von Stiftungen nicht möglich sei. So zeigt sich Pawlowski dankbar, dass auch die geplante Erneuerung der Sprunganlage für die Falkenwiese und der Neubau des Außenstegs für Marli gefördert werden. Die Kosten belaufen sich auf 120000 Euro. 80000 Euro gibt es von der Possehl-Stiftung, 20000 Euro von der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck. Den Rest trägt der Verein, der zur „Gemeinnützigen“ gehört.

Während Pawlowski berichtet, saust Kjell die Rutsche hinunter. Mutter Jasmin (37) nimmt derweil das Geschenk – eine Familiensaisonkarte 2019 – entgegen. Vater Arne (37) hält Baby Thore auf dem Arm.

Die Lübecker sind Stammgäste an der Falkenwiese. Vater Pokrandt ist in Lübeck geboren und schon als Kind im Naturbad gewesen. Zwischenzeitlich habe er anderswo gelebt, aber bei der Rückkehr in die Heimat hat er die Falkenwiese für seine Familie wiederentdeckt. Mit Freude erwarten sie das Sommerfest mit großem Programm am 18. August (ab 15 Uhr).

Auch im Altstadtbad Krähenteich läuft die Saison super. „Wir freuen uns täglich über ein sehr gut besuchtes Bad“, sagt Jörg Zimmermann vom Vorstand. Bisher kamen 43177 Besucher. 2017 waren es zum gleichen Zeitpunkt lediglich 13600 Gäste. „Das sind schon außergewöhnlich hohe Zahlen“, meint der zweite Vorsitzende. Denn in den beiden Vorjahren kamen pro Saison im Schnitt 20000 Besucher. Dank gestiegener Einnahmen können auch am Krähenteich nun laufende Kosten gedeckt, Instandhaltungsarbeiten durchgeführt und Investitionen getätigt werden.

Und die Saison läuft noch. „Bevor wir die Veranstaltungssaison am 16. September mit dem Herbstflohmarkt beenden, freuen wir uns auf ein absolutes Konzerthighlight am 25. August“, so Zimmermann. Poems for Jamiro werden mit einem Kammerorchester ein sinfonisches Popkonzert geben.

Von Cosima Künzel

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