Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Betonbrecher: Landesbehörde gibt Fehler zu
Lokales Lübeck Betonbrecher: Landesbehörde gibt Fehler zu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:15 20.09.2017

„Wir haben bei der Verlängerung der Genehmigung einen echten Fehler gemacht“, sagte Martin Rüter, Leiter des Dezernates Abfallwirtschaft des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) im Umweltausschuss der Bürgerschaft, „wir haben die Lärmprognose nicht richtig beachtet“. 2015 hatte die Firma Scheel eine Genehmigung für weitere zehn Jahre beantragt. Die wurde im August vergangenen Jahres erteilt. Dabei wurde eine Lärmprognose aus dem Jahr 2005 zugrundegelegt, die „an den nächstgelegenen Wohnhäusern zu hohe Beurteilungspegel ausweist“, erklärt das Landes-Umweltministerium. Folge: Läuft der Betonbrecher so, wie Scheel das beantragt hat, „könnte die Anlage die in der Genehmigung festgesetzten Immissionswerte nicht einhalten“. Der Lärm müsse jetzt neu gemessen werden. Daraus könnten sich Auflagen für den Betrieb ergeben.

Das MAZ an der Travemünder Landstraße darf derzeit ohnehin nicht laufen. Im August hatten Anwohner Widersprüche gegen die Genehmigung eingelegt. „Die haben eine aufschiebende Wirkung“, erklärte Martin Rüter im Umweltausschuss. Das LLUR rechnet Mitte Oktober mit einer Entscheidung über die Widersprüche.

SPD-Umweltpolitiker Marek Lengen äußerte sein Befremden darüber, dass eine Genehmigung erteilt wurde, „obwohl deutliche Formfehler vorliegen“. Es habe aus der Bevölkerung zahlreiche Hinweise gegeben, „dass es dort permanent zu laut ist“, sagte Lengen. Dezernatsleiter Rüter wies allerdings darauf hin, dass es erst Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben habe, als ein von mehreren Initiativen in Auftrag gegebenes Gutachten öffentlich bekannt wurde. Rüter: „Danach kamen die Beschwerden wegen Lärm und Staub.“

Drei Initiativen hatten den Hamburger Gutachter Klaus Koch vom Umweltnetzwerk beauftragt. Koch stellte sein Gutachten Anfang Juni vor. Sein Fazit lautete damals: „Das hätte nie genehmigt werden dürfen.“ Die Initiativen werfen den städtischen Behörden vor, die Augen zuzumachen. Martin Rüter nahm die Stadt im Ausschuss in Schutz. Mit dem Genehmigungsfehler habe sie nichts zu tun.

dor

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gestern feierte das Neubauprojekt „Wohnen am Falkendamm“ offiziell Richtfest. Fünf neue Gebäude entstehen auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Gerstenberg. Die Fertigstellung ist für Ende 2018 geplant.

20.09.2017

Suchtleiden zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Mit den Folgen haben sich in den vergangenen drei Tagen 400 Experten auf dem 10. Deutschen Suchtkongress auf dem Uni-Campus befasst.

21.09.2017

Die Versuche des Innensenators Ludger Hinsen (CDU), das Chaos im städtischen Meldewesen in den Griff zu bekommen, sind aller Ehren wert – aber sie werden nicht reichen.

20.09.2017
Anzeige