Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Betrüger nehmen Senioren mit "Enkeltrick" aus
Lokales Lübeck Betrüger nehmen Senioren mit "Enkeltrick" aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:00 13.10.2016
Symbolbild: Eine ältere Dame wurde in der vergangenen Woche durch einen "Enkeltrick" um 25 000 Euro geprellt. Quelle: Fotolia
Anzeige
Lübeck

Gleich dreimal in der vergangenen Woche haben Unbekannte mit dem sogenannten Enkeltrick fünfstellige Eurosummen erbeutet. Bei einem Fall gingen die Täter sogar ganz perfide vor: Wie die Polizei berichtet, erhielt eine ältere Dame aus Lübeck am Anfang dieser Woche einen Anruf von einer Frau, die sich als ihre Cousine ausgab. Diese täuschte vor, bei einem Notar zu sitzen und dringend 25000 Euro zu benötigen. „Das Geld sollte von einem Mitarbeiter des Notars abgeholt werden“, sagt Polizeisprecher Dierk Dürbrook. „Die ältere Dame reagierte aber besonnen und verweigerte die Herausgabe des Geldes an eine fremde Person.“

Doch kurze Zeit später rief nach Polizeiangaben erneut eine Frau bei der älteren Dame an, die dann angab, von der Polizei zu sein. Die Beamten hätten angeblich ihr Telefon abgehört und wollten nun mitteilen, dass die ältere Dame sich ganz richtig verhalten habe. „Die angebliche Polizistin erklärte, dass die Polizei die Täter festnehmen möchte und dazu die Geldübergabe zur Ergreifung der Täter stattfinden müsse“, so Dürbrook. So wurde die Geschädigte schließlich doch noch um ihr Geld gebracht: In der Annahme, dass der Fall nun in den Händen der Polizei läge, übergab die ältere Frau die 25000 Euro an den angeblichen Mitarbeiter des Notars – der mit dem Betrag verschwand.

Doch dies war nicht der einzige Fall in der vergangenen Woche. Auch bei zwei weiteren älteren Personen erbeuteten unbekannte Täter laut Polizei fünfstellige Euro- Summen nach dem bekannten Muster.

„Die Täter rufen die Geschädigten und lassen sie raten, wer am Telefon sein könnte“, so Dürbrook. „Wenn die älteren Herrschaften dann einen Namen erwähnen, geben sich die Anrufer als diese aus und schaffen so eine Zutraulichkeit, durch die sie versuchen, an noch mehr Informationen zu kommen, die sie dann in das weitere Gespräch einbauen.“

Weil sich die Fälle nun wieder gehäuft haben, wolle die Polizei daher erneut die Bevölkerung vor dem Enkeltrick warnen. „Man sollte unbedingt misstrauisch sein, wenn sich das Gegenüber am Telefon nicht mit Namen meldet, und keine Auskünfte über finanzielle oder familiäre Verhältnisse geben“, sagt Dürbrook. Des Weiteren rät die Polizei, dass man sich vergewissern sollte, ob es sich bei dem Anrufer tatsächlich um einen Verwandten handelt, indem man ihn unter der bisher bekannten Nummer zurückruft und sich bestätigen lässt, dass das Gespräch tatsächlich stattgefunden hat. Wenn ein Anruf verdächtig erscheint, solle die Polizei informiert werden. Auch sei ratsam, mit den Eltern, Großeltern, weiteren Verwandten und Bekannten über die Gefahren solcher Anrufe zu sprechen.

Erst Anfang des Jahres wurden allein an einem Tag vier Enkeltrickversuche in Lübeck registriert. Da die betroffenen Rentner bei der angeforderten Summe von 45000 Euro jedoch misstrauisch wurden, alarmierten sie die Polizei.

LN

Vor dem Hintergrund der hier aufgeführten Fälle bittet die Polizei nochmals darum, folgende Hinweise zu beachten:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Ihr Gegenüber am Telefon nicht mit Namen meldet
  • Vergewissern Sie sich, ob es sich bei dem Anrufer wirklich um einen Verwandten handelt, in dem Sie ihn unter der bisher bekannten Nummer zurückrufen und lassen sich den Sachverhalt bestätigen
  • Geben Sie keine Auskunft über Ihren familiären oder finanziellen Verhältnisse
  • Übergeben Sie niemals Geld oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen
  • Informieren Sie die Polizei, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig erscheint, oder Sie Opfer geworden sind
  • Sprechen Sie mit Eltern, Großeltern oder anderen Verwandten und Bekannten über die Gefahren solcher betrügerischen Anrufe
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige