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Lübeck Bewegende Stunden: Alle wollen Marius helfen
Lokales Lübeck Bewegende Stunden: Alle wollen Marius helfen
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14:28 10.08.2015
Für seinen Namensvetter: Marius Bregulla lässt sich an seinem 17.Geburtstag typisieren.<QM> Quelle: Felix König
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Innenstadt

Rote Ballons und Plakate säumen den Weg zum Holmes Place. Nach wochenlanger Planung ist es endlich soweit. Die große Typisierungsaktion für den 19-jährigen Marius und andere an Blutkrebs erkrankte Menschen beginnt. In regelmäßigen Abständen strömen potenzielle Stammzellspender in das Gebäude. Alle Altersgruppen sind vertreten. Insgesamt kommen fast 1000 Menschen. Allein, in der Clique, als Pärchen oder mit der ganzen Familie. Alle wollen Marius unterstützen.

„Schön, dass ihr da seid“, freut sich Klubmanager David Bohn, als sich eine Gruppe von jungen Männern zur Blutabnahme anmeldet. Schon zwei Minuten nach dem offiziellen Beginn der Typisierungsaktion sind die ersten 30 potenziellen Stammzellspender in die Kartei der Deutschen Knochenmarkspendedatei (DKMS) aufgenommen.

Mehr als 100 freiwillige Helfer nehmen Daten auf und Blut ab. Mithilfe dieses Großaufgebots läuft alles reibungslos. Sobald ein Platz frei wird, schwenkt ein Helfer ein rotes Fähnchen. Der Nächste kann kommen: Maren Kriza (32) und Johannes Spohr (34) setzen sich auf die freien Plätze und lassen sich registrieren. Nur fünf Milliliter Blut werden abgenommen. Am Ende stecken sie sogar noch ein paar Scheine in die Spendenkasse. Alles in weniger als vier Minuten. So schnell kann ein Leben gerettet werden. „Ich wünsche Marius, dass er die Hoffnung nicht aufgibt“, sagt Kriza und kauft noch ein Los für die Tombola.

„Ich hab‘ richtig Gänsehaut“, sagt eine Helferin überwältigt, als sie den Blick über all die Menschen schweifen lässt, die sich typisieren lassen wollen. „Wahnsinn, wie hilfsbereit alle sind.“

Gänsehautmomente gibt es viele. Da wäre zum Beispiel Marius Bregulla. Es ist sein 17. Geburtstag. Damit hat er das Mindestalter für die Registrierung bei der DKMS erreicht und lässt sich sofort typisieren. Ein Marius für Marius. „Es ist das einfachste der Welt, Blut zu spenden und damit vielleicht ein Leben zu retten“, erklärt er, als ihm Stephanie Runge Blut abnimmt. Wie viele Helfer ist sie den ganzen Tag hier: „Mein Sohn hatte letztes Jahr eine Stammzelltransplantation. Da habe ich mich angesprochen gefühlt und wollte helfen.“ Zusammen mit Ehemann Markus unterstützt sie die Organisatoren der Typisierungsaktion und hat noch sechs weitere Helfer mitgebracht. Auf der Facebook-Seite der Aktion berichten zahlreiche frisch Registrierte vom Tag. „Fantastisch organisiert. Mit welcher Hingabe alle helfen — rührend“, findet ein User.

Währendessen strampeln sich 20 Sportler auf der Dachterrasse des Fitnessstudios ab. Vier Stunden Spinning für den guten Zweck. Das Startgeld geht komplett an die DKMS und damit in die Registrierungen. Auch andere Sportler, die zum ganz normalen Training gekommen sind, lassen sich spontan typisieren. Einer von ihnen ist Benjamin Gradert. Der 38-Jährige beendet sein Training, wirft sich schnell sein Handtuch über die Schulter — und ab geht es zur Blutabnahme. „Wir sind zufrieden“, erzählt Anja Matschkus, Initiatorin der Aktion.

Ob ein passender Stammzellspender für Marius aus Lübeck dabei ist, wird sich innerhalb der nächsten sechs Wochen klären.

Tomma Petersen

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