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Lübeck Bildungsreise nach Jerusalem
Lokales Lübeck Bildungsreise nach Jerusalem
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22:24 21.10.2013
Gründerin des Vereins Yad Ruth: Gabriele Hannemann. Quelle: Mareike Stein
Lübeck

Für 22 Lehrer aus Schleswig-Holstein, darunter vier Lübecker, hat sich kürzlich die Möglichkeit ergeben, an einer besonderen Bildungsreise teilzunehmen: Sie fuhren zu einem viertägigen Seminar nach Jerusalem, um sich dort zum Thema Holocaust im Unterricht fortzubilden. Der Schwerpunkt lag dabei auf Geschichte, Religion und Deutsch für die Sekundarstufen I und II. Den Abschluss bildete ein Treffen mit jüdischen Überlebenden.

Diese Begegnung ist ein Projekt von Gabriele Hannemann, einer Teilnehmerin der Veranstaltung. Bereits 1987 machte die Sonderschullehrerin während einer Bildungsreise in Israel die zufällige Bekanntschaft mit jüdischen Holocaust-Opfern. „Am meisten beeindruckt hat mich die Stärke der Überlebenden. Wie sie ihr Leben nach dem Lager gemeistert haben und trotzdem so viel Lebensfreude besitzen und auch weitergeben“, erzählt Hannemann begeistert. Dadurch wuchs in ihr der Wunsch, diesen Menschen zu helfen.

„Viele dieser Holocaust-Opfer, besonders in Osteuropa, haben große Existenzängste. Im Baltikum gab es zwar Entschädigungsgeld. Das floss jedoch in öffentliche Töpfe“, so die Lübeckerin. Zuerst als private Aktivität, gründete sie dann 1994 den gemeinnützigen Verein Yad Ruth, der zurzeit mehrere Projekte in Israel, Moldawien, Äthiopien und im Baltikum unterstützt. Insgesamt sind 20 ehrenamtliche Helfer in der Organisation tätig, die sich einzig über die Unterstützung durch Spendengelder finanziert. 2003 erhielt Heinemann für ihr Engagement den Olof-Palme-Friedenspreis der SPD-Stormarn, eine Auszeichnung zu Ehren der Friedensbemühungen des ermordeten schwedischen Ministerpräsidenten. Von dem Preisgeld wurde vor acht Jahren eine Suppenküche für 40 Holocaust-Überlebende in Moldawien, einem der ärmsten Länder Europas, gegründet.

„Die Armut der alten Juden dort ist unvorstellbar. Die Suppenküche gibt ihnen neben einer Mahlzeit auch einen strukturierten Alltag“, fügt Gabriele Hannemann hinzu. „Für insgesamt 15 alte und schwerstkranke Juden finanzieren wir eine Pflegerin für jeden Tag. So erhalten sie eine würdevolle letzte Lebensphase, nachdem, was sie erleiden mussten.“ mar

LN

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