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Lübeck Bis 2018: Stadt schafft Baurecht für 4000 Wohnungen
Lokales Lübeck Bis 2018: Stadt schafft Baurecht für 4000 Wohnungen
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12:37 23.11.2016
„Wir haben ausreichend Platz", sagt Chef-Stadtplaner Karsten Schröder.

Bauen, bauen, bauen. In der Hansestadt sollen 4000 neue Wohnungen entstehen. Denn die Stadt wächst, die Zahl der Einwohner steigt. Jetzt verwandelt die Stadt mehr als 20 Areale in Wohnbauland. Bis 2018 soll es auf den Flächen Baurecht geben. Dazu muss sie jeweils einen neuen Bebauungsplan auflegen. Dabei will sich die Stadt zuerst um ihre eigenen Grundstücke kümmern. Im Bauausschuss ist jetzt eine entsprechende Liste vorgelegt worden.

„Wir machen erst die Bebauungspläne für unsere Flächen, denn damit kann die Stadt Geld verdienen“, macht Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) klar. Denn die Grundstücke verkauft sie dann an Bauherrn.

Zudem kann die Stadt den Wohnungsmix dort stärker beeinflussen. „Wir können mehr als 1000 Wohnungen auf unseren Flächen realisieren“, sagt Chef-Stadtplaner Karsten Schröder. „Es gibt ausreichend Platz.“

Fünf Areale sind mit Priorität eins versehen und gehören der Stadt. Dazu zählt der Kleingartenverein Lauerhof an der Schlutuper Straße. Er gibt seine Flächen teilweise auf. Dort plant die Stadt 450 neue Wohnungen und Häuser. Zudem sollen am Bornkamp im Schärenweg 310 Wohnungen entstehen, darunter 200 für Studenten. Aktuell stehen dort noch Container für Flüchtlinge. „Wir wollen aber eine Perspektive für die Fläche schaffen“, erklärt Schröder. Auch wenn dort für eine Übergangszeit noch Asylsuchende untergebracht sind.

Außerdem plant die Stadt das Johannes-Kepler-Quartier: Dort sollen auf dem ehemaligen Schulgelände bis zu 200 Wohnungen und Häuser in einem Öko-Viertel entstehen. Der Volksfestplatz ist ebenfalls Eigentum der Stadt. Daraus will die Stadt ein Wohnquartier mit Platz für 130 Apartments und Häuser machen. Und: Das Areal der ehemaligen Stadtgärtnerei am Vorwerker Friedhof soll ebenfalls bebaut werden. 130 Häuser und Wohnungen können errichtet werden.

Diese Areale bearbeitet die Stadt vorrangig – weil sie ihr gehören. „Die Flächen sind verfügbar“, sagt Schröder. Zudem sei dort Platz für eine große Zahl an Häusern und Wohnungen. „Und dort lässt sich auch ein Spektrum an Wohnformen unterbringen“, begründet Schröder. Heißt: Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und Sozialwohnungen können dort errichtet werden. Aber vor allem: „Es gibt eine vorhandene Infrastruktur“, sagt Schröder. Damit muss die Stadt kein völlig neues Wohngebiet aus dem Boden stampfen wie beim Hochschulstadtteil. Denn das kostet: Straßen, Kitas, Schulen, Busanbindung.

Bis 2018 will die Stadt aber auch noch für weitere Flächen Baurecht schaffen. Dazu gehört das Vorhaben am Geniner Ufer. Dort will ein Investor 1000 Wohnungen bauen. Zudem arbeiten die Stadtplaner an einem Bebauungsplan für das ehemalige Schlachthofgelände. Dort soll es Platz für 300 Wohnungen geben. Doch die Stadt und der Investor sind sich immer noch uneins, ob dazu ein Kaufland mit 3000 Quadratmetern entstehen soll oder nicht. Das Areal am Güterbahnhof soll ebenfalls bis 2018 bewohnbar werden. 160 Apartments und Häuser könnten dort errichtet werden. Allerdings: Auch dort diskutiert die Stadt noch mit dem Eigentümer. Es gibt Streit, wer die Kosten für einen Park in dem Wohngebiet übernimmt – die Stadt oder der Investor.

Des Weiteren arbeitet die Stadt an Bebauungsplänen für kleinere Wohnviertel – wie im Pinassenweg in Buntekuh mit 80 Wohnungen und Häusern. Zudem sollen in der Triftstraße und in der Schönböckener Straße je 50 Gebäude entstehen. An der Medenbreite und an der Hagenskoppel sind 35 beziehungsweise 20 Häuser vorgesehen. Außerdem hat die Stadt die Neue Teutendorfer Siedlung auf dem Zettel. Dort wäre Platz für 300 Apartments und Häuser. Allerdings steht dieses Areal im Regionalplan des Landes unter Landschaftsschutz. Das gilt auch für den Howingsbrook. Daher dauert das Bebauungsplanverfahren länger.

Auf der Zielgeraden

3 Areale haben bereits Baurecht – beziehungsweise sind kurz davor, es zu erlangen. Gebaut wird bereits an der Wasserkunst. Dort entsteht ein Villen-Viertel für Gutbetuchte – das Baurecht erlaubt 215 Häuser und Apartments. An der Falkenstraße rollen ebenfalls die Bagger. Dort gibt es Baurecht für 100 Apartments. Auf dem Baggersand und im Fischereihafen soll 2017 ebenfalls gebaut werden. Dort sieht das Baurecht 450 Wohnungen vor. Der Bauausschuss hat dem am Montag zugestimmt. Jetzt muss die Bürgerschaft morgen endgültig entscheiden.

 Josephine von Zastrow

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