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Lübeck Erster Mehrzweckstreifen: Moislinger Allee wird Baustelle
Lokales Lübeck Erster Mehrzweckstreifen: Moislinger Allee wird Baustelle
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21:31 06.02.2018
Die Moislinger Allee wird zwischen Lindenteller und Lachwehrallee auf drei Spuren erweitert. Quelle: 54 Grad
Lübeck

Die Hansestadt bekommt die nächste Baustelle. Los geht es im März oder April. Dann wird die Moislinger Allee umgebaut – zwischen Lindenteller und Lachswehrallee. Betroffen sind täglich 14 000 Autofahrer. Erst arbeiten die Entsorgungsbetriebe im Untergrund, Anfang 2019 wird dann die Straße erneuert. Ende 2019 soll alles fertig sein. Die Kosten für die Straße liegen bei 3,6 Millionen Euro, davon übernimmt das Land rund zwei Millionen Euro. Die Stadt muss voraussichtlich 1,5 Millionen Euro zahlen. Während der Bauzeit können Autofahrer eine Fahrspur pro Richtung nutzen – so wie jetzt auch.

Es ist kurios: Eigentlich sollte der Ausbau der Moislinger Allee schon vor zwölf Jahren fertig sein. Anlass war die Sperrung der Finkenstraße für das dort ansässige Unternehmen Dräger in 2006. Immerhin fuhren dort täglich 16 000 Autos entlang. Die mussten irgendwohin. Daher wurde die Moislinger Allee ausgebaut. Der erste Abschnitt war zügig abgeschlossen – zwischen Lachswehrallee und Töpferweg. Doch für den Abschnitt zwischen Lachswehrallee und Lindenteller musste die Stadt etliche Enteignungsverfahren starten. 

Mehr Parkplätze an den Seiten der Moislinger Allee

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Dabei geht es um eine Straßenlänge von 500 Metern. Das hat den Ausbau massiv verzögert. Jetzt hat die Stadt auf jeder Seite der Straße drei zusätzliche Meter gekauft, aber dennoch reicht der Platz nicht für einen Ausbau auf vier Spuren. Denn die Planungen sind mittlerweile so alt, dass es neue Verordnungen gibt. Die Geh- und Radwege müssen breiter werden. Dadurch ist jetzt nur noch für drei Fahrspuren Platz in der Moislinger Allee.

Und vor allem: Die Stadt muss sich beeilen. Wenn sie jetzt nicht baut, muss sie für den ersten Bauabschnitt Geld ans Land zurückzahlen. Das erklärt Florian Borchert von der Verkehrsplanung. Der Ausbau der Moislinger Allee kostet insgesamt 11,5 Millionen Euro, davon zählt das Land 7,5 Millionen Euro. Für den ersten Abschnitt sind acht Millionen Euro ausgegeben worden. Davon rund 5,5 Millionen Euro vom Land. Das ist das Geld, das Lübeck schätzungsweise zurückzahlen müsste.

„Nur deshalb bauen Sie die Straße aus?“, fragt Carl Howe (GAL) ungläubig im Bauausschuss. Borchert verteidigt die Entscheidung: „Der Hauptgewinn liegt in der Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer.“ Geh- und Radwege werden erheblich breiter. Und die Straße wird aufgeräumter, denn aktuell versperren parkende Autos die Sicht. Und: Es gibt 40 Parkplätze mehr an den Seiten.

Sorge, dass es mehr Staus am Lindenteller gibt

Geplant ist der erste Mehrzweckstreifen in Lübeck. Heißt: Es gibt eine Fahrspur in jede Richtung und in der Mitte einen weiteren Streifen. Der ist farblich abgesetzt und für die Linksabbieger gedacht, so dass es keinen Rückstau hinter den abbiegenden Autos gibt. Außerdem kann die Spur genutzt werden, um einen Bus an der Haltestelle zu überholen. Auf dem Mehrzweckstreifen werden zudem kleine Verkehrsinseln platziert, so dass Fußgänger die Straße besser queren können. „In anderen Städten wurden damit gute Erfahrungen gemacht“, so Borchert.

Der Mehrzweckstreifen ist drei Meter breit, die daran angrenzenden Autospuren jeweils 3,25 Meter. Die parkenden Autos erhalten einen Platz von 2,10 Meter. Die Radwege werden 2,75 Meter breit, aktuell haben sie nur je 1,60 Meter. Die Gehwege werden ebenfalls breiter: Sie erhalten jeweils 2,50 Meter statt wie jetzt nur 1,80 bis zwei Meter. Außerdem fällt die Ampel vor dem ehemaligen Stadtwerke-Gebäude weg. Sie werde nicht mehr gebraucht, weil der Energieversorger nach Genin gezogen ist.

Ulrich Pluschkell (SPD) ist skeptisch, vor allem weil die Ausfahrt aus dem Lindenteller in die Moislinger Allee schmaler wird. „Da stauen sich die Busse dann bis in den Kreisel zurück.“ Außerdem haben die Baupolitiker Sorge, dass der Stau weiter zunimmt. „Es gibt doch einen räumlichen Zusammenhang zur Baustelle Possehlbrücke“, sagt Ute Friedrichsen (SPD). Doch Borchert meint: „Während der Baustelle können die Autos weiter in jede Richtung fahren.“ Es könne lediglich sein, dass der Verkehr langsamer werde.

Josephine von Zastrow

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