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Lübeck Bitte anfassen! Ein Königspython zum Streicheln
Lokales Lübeck Bitte anfassen! Ein Königspython zum Streicheln
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21:28 11.09.2013
Der Königspython ist der Hingucker bei der Reptilienausstellung im Citti-Park. Quelle: Lutz Roeßler

„Oh, die ist ja ganz kalt, fühlt sich aber toll an!“ Der sechsjährige Ben ist einer der ersten, der sich traut, den Königspython in der Hand von Jürgen Hergert anzufassen. Der Schlangenexperte ist mit seiner Reptilienschau erstmals im Citti-Park zu Gast. Er erklärt den Kindern der Kita St. Gertrud, dass bei Schlangen stets Vorsicht geboten ist. „Fasst niemals eine Schlange in freier Wildbahn an, sie könnte giftig sein“, so lautet seine mahnende Botschaft. Hergert weiß, wovon er redet. Er wurde in seinem Leben häufig von den Reptilien gebissen, ist mehrfach nur knapp dem Tod entronnen.

Gebannt lauschen die kleinen Zuschauer aus dem Kindergarten seinen Erzählungen, ohne dabei die Schlange aus den Augen zu lassen. „Schlangen sind fast taub und riechen mit der Zunge“, sagt Hergert.

„Sie transportieren so Gerüche in den Oberkiefer. Und sie bewegen sich auf ihren Bauchmuskeln fort.“ Die Kinder sind fasziniert und zeigen kaum Angst. Schließlich dürfen alle einmal den züngelnden Python streicheln. Auch die dreijährige Majorie nimmt ihren ganzen Mut zusammen und berührt zaghaft das Tier. Erstaunt ruft sie: „Die ist ja gar nicht nass.“

Der afrikanische Königspython, den Hergert den Kindern zeigt, ist eine Würgeschlange und natürlich ungiftig. Das Tier ist neun Jahre alt und wurde auf seiner Schlangenfarm in Schladen im Harz geboren. Noch bis zum 21. September zeigt Hergert im Citti-Park seine beeindruckende Reptilienausstellung. Darunter sind acht Riesenschlangen wie Tigerpython, Anaconda oder Königsschlange. Außerdem sind Leguane, Bartagame, Spinnen und Skorpione zu bestaunen.

Mehrmals täglich stellt Jürgen Hergert seine Lieblinge persönlich vor. Für mutige Kunden heißt es dann „Bitte anfassen!“ Der Abenteurer und Zoologe referiert spannend über die Lebensweise und die Bedrohung seiner Exoten und beweist, wie nützlich diese Tiere für ihre natürliche Umgebung und für den Menschen sein können. So sei das Schlangengift ein begehrtes Heilmittel in der Medizin, erläutert Hergert. „Es wird bei Rheumaerkrankungen und zunehmend in der Krebsforschung eingesetzt.“ Über 30 Prozent des weltweiten Bedarfs würden auf seiner Schlangenfarm gewonnen, so der Experte. Die Farm beherbergt mehr als 1000 Tiere und ist laut Hergert die größte der Welt. Rund 35 000 Besucher kommen jedes Jahr. Mit seiner Wanderausstellung ist er in ganz Europa unterwegs.

Jürgen Hergert ist seit jeher fasziniert von den Tieren. „Ihre Fortbewegung und ihre Zeichnungen sind wunderschön“, schwärmt er. Und sie sind schnell: 182 Stundenkilometer erreiche eine Pfeilnatter auf einem Gewässer in Brasilien. Eine Klapperschlange schlägt mit einer Geschwindigkeit von rund 380 Kilometern pro Stunde zu. Schon als Kind hielt Hergert Reptilien. „Ich bin mit Schlangen groß geworden“, erzählt er. 19 Jahre hat er in Afrika in 19 verschiedenen Ländern gelebt und in Südamerika den Amazonas bereist. 1980 hat er seine Farm im Harz eröffnet.

Auch Eva Gottsmann und Wolfgang Kwidzinski sind fasziniert von der Ausstellung im Citti-Park. „Wir waren schon in Südafrika“, sagt Eva Gottsmann. „Dort haben wir aber keine Schlange in Freiheit zu sehen bekommen.“

Vorführungen finden montags bis freitags um 11, 14.30 und 17 Uhr und sonnabends um 11 und 13 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen für Kitas, Schulen und Vereine unter Telefon 04 51/896 92 56.

Heiko Pump

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