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Lübeck Blaualgen unter der Mikroskop-Linse
Lokales Lübeck Blaualgen unter der Mikroskop-Linse
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21:12 09.08.2017
Prenski-Zwölfklässler Jan Malte Neuhaus (v. l.) sowie Jana Künne, OzD-Abiturientin, und Viktoria Wright, ebenfalls Biologie-Profil der Geschwister-Prenski-Schule, forschen auf der „Aldebaran“. Quelle: Fotos: Hollinde (2), Dt. Meeresstiftung

Wenn Viktoria Wright erzählt, wie sie als 18-jährige Oberstufenschülerin der Geschwister- Prenski-Schule auf den Forschungssegler „Aldebaran“ gelangt ist, fallen Sätze wie „An dem Thema bin ich hängen geblieben“ und „Das hat mich sehr fasziniert und neugierig gemacht“.

Schüler forschen auf der „Aldebaran“. Sie gehören zu den Siegern eines Wettbewerbs, der für Meeresschutz werben möchte.

Und genau über diesen Spürsinn und Forscherdrang freut sich Skipper Frank Schweikert. „Das ist das Ziel unseres Meereswettbewerbs. Wir wollen junge frische Köpfe, die mit ihren Ideen die etablierte akademische Welt ein bisschen aufmischen“, sagt der 54-jährige Umweltaktivist, der Initiator der „Aldebaran“ ist. Mit deren Untersuchungstörns soll auf die Bedrohung der Weltmeere aufmerksam gemacht werden.

Derzeit ist das Schiff mit der Lübecker Schülerforscher-Crew, zu der noch Jana Künne, Abiturientin der Oberschule zum Dom (OzD), sowie Prenski-Zwölfklässler Jan Malte Neuhaus gehören, auf dem Weg von Travemünde nach Rostock. Zehn Wasserprobenahmen unterwegs stehen an sowie ein Besuch im Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde.

Das Trio an Bord will erforschen, ob eine Veränderung im Plankton vorliegt, wenn eine verstärkte Blaualgenblüte auftritt. Ferner möchten sie die Giftigkeit von Cyanobakterien – der wissenschaftliche Name für Blaualgen – auf andere Kleinstlebewesen im Meerwasser, dem Plankton, nachweisen.

„Die Idee dazu hatte ich während eines Projektes im vergangenen Schuljahr“, erklärt Viktoria Wright, „das wir zum Thema Ostsee gemacht haben und in dem Blaualgen auch eine große Rolle spielten.“ Und durch ihre Biologie- Lehrerin Susan Vopel sei sie dann auf den Meereswettbewerb „Forschen auf See“ aufmerksam gemacht worden, der nun bereits zum zwölften Mal an Bord des bekannten Medien- und Forschungsschiffes „Aldebaran“ stattfindet.

Ihre eingereichte Projektskizze für die fünftägige Tour auf See hat die Experten-Jury überzeugt. Mit dem Ergebnis, dass sich die Schülerin noch zwei Nachwuchsforscher suchen durfte, um die intensiven Untersuchungen im schiffseigenen Labor durchführen zu können.

„Es wird vermutet, dass durch die Überdüngung der Ostsee und den Klimawandel die Algenblüten von Jahr zu Jahr immer intensiver werden“, erklärt das Trio. Doch dies sei problematisch, da die Cyanobakterien auch Giftstoffe freisetzen, die andere Organismen gefährden und sogar töten können, betonen sie. Bei Tieren, die mit den Toxinen angereichertes Wasser getrunken haben, ist es tatsächlich schon wiederholt zu Todesfällen gekommen. Bekannt ist dies von Rindern, Hunden und Enten.

Selbstverständlich haben die Jungforscher aber auch eine ausgewiesene Expertin an ihrer Seite, Dr. Julia Weißenbach vom Kieler Uni-Institut für Allgemeine Mikrobiologie. „Cyanobakterien sind sehr anpassungsfähig und haben die Form mikroskopisch kleiner Fäden“, erläutert sie, „und dadurch, dass sie sich zu Aggregaten zusammenlagern, sind sie auch mit bloßem Auge bei einer Algenblüte an warmen und windstillen Tagen zu erkennen.“ Sie sei jedenfalls gespannt, zu welchen Ergebnissen man in den nächsten Tagen kommen werde.

Alles soll dann in einer Ergebnismappe festgehalten werden, die bis Oktober eingereicht werden muss. „Bei einer abschließenden Präsentation wird der Bundessieger des Wettbewerbs ermittelt, da insgesamt drei Teams nacheinander die Chance haben, ihre Forschungen an Bord zu unterschiedlichen Themen voranzutreiben“, so Frank Schweikert. Möglicherweise kann die Prenski-OzD-Crew den Erfolg des Teams vom Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium aus dem Jahre 2007 wiederholen.

Unabhängig davon bleibe natürlich das tolle Erlebnis, merkt Viktoria Wright noch an. Sie möchte nächstes Jahr nach dem Abitur Biologie in Kiel studieren. So wie ihre OzD-Freundin Jana Künne, die wegen G 8 den Studienplatz schon hat. Die Motivation dürfte jetzt wohl nicht mehr schwer fallen.

Die Meeresbotschafter

Die „Aldebaran“ ist seit 1992 weltweit als Medien- und Forschungsschiff im Einsatz. Die Segelyacht dient dabei insbesondere dazu, Meeres- und Gewässerforschung verständlich zu machen und so kommende Generationen für einen nachhaltigen Umgang mit den Ozeanen zu begeistern (Info: www.aldebaran.org).

Der Meereswettbewerb „Forschen auf See“ läuft bereits zum zwölften Mal an Bord der „Aldebaran“. Nachwuchsforscher und die Öffentlichkeit werden mit dem bundesweiten Wettbewerb bereits seit 2005 für das Meer sensibilisiert. Fünf Teams wurden Gewinner oder sogar Bundessieger bei „Jugend forscht“ (Info: www.meereswettbewerb.de).

Michael Hollinde

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