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Lübeck Blitzkarriere bei den Liberalen
Lokales Lübeck Blitzkarriere bei den Liberalen
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15:15 21.09.2017
Timo Jeguschke möchte für die FDP in den Bundestag einziehen und dort den Wahlkreis 11 vertreten. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Im Januar dieses Jahres ist Timo Jeguschke in die Lübecker FDP eingetreten. Mit der Mitgliedsnummer 100. Im April wurde der Neuling zum Bundestagskandidaten nominiert – einstimmig. Der 26-Jährige ist zugleich Landesgeschäftsführer der Jungen Liberalen.

Parteien sind immer weniger Massenorganisationen, Aktive werden oft händeringend gesucht, und wer sich engagiert, hat schnell ein paar Ämter und Funktionen inne. Aber was dem erst 26-jährigen, gebürtigen Segeberger widerfahren ist, erinnert doch sehr an eine politische Blitzkarriere. Nach vier Monaten in der Partei wurde Jeguschke vom Kreisparteitag zum Kandidaten gekürt. Er hatte keinen Mitbewerber und soll die Herzen der Kreismitglieder – so sagen es die führenden Leute der Partei – im Sturm erobert haben. Wenige Wochen später überzeugte Jeguschke auf dem Landesparteitag der Liberalen, wurde auf Platz neun der Landesliste gewählt – mit dem besten Ergebnis nach den Superstars Wolfgang Kubicki und Bernd Buchholz. „Ich bin fast 20 Jahre im Kreisvorstand der Partei“, erzählt der Kreisvorsitzende Mirko O. Schultz, „ich habe selten erlebt, dass ein neues Mitglied in der Programmatik der FDP so zu Hause ist wie Timo Jeguschke.“

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Rein äußerlich bricht der Student der Wirtschaftswissenschaften und Kleinunternehmer, der einen Online-Shop betreibt, mit den Vorstellungen, die sich Beobachter gemeinhin von Liberalen machen. Kein Anzug, kein Schlips und Kragen – stattdessen Ohr- und Nasenringe sowie Tattoos. In der Partei gab es kurzzeitig eine Debatte darüber (die LN berichteten), aber es folgte schnell der Schulterschluss mit dem Kandidaten. „Denken wir neu“ lautet der Wahlslogan der Liberalen – und die Lübecker FDP freut sich, dass sie das Motto mit ihrem unkonventionellen Kandidaten bestens erfüllen kann.

Jeguschke wuchs in einem kleinen Ort bei Bad Segeberg auf, baute seine Mittlere Reife und arbeitete anschließend ein Jahr lang in einem Hotel in Lüneburg. Mit knapp 18 Jahren kam er nach Lübeck und begann eine Ausbildung zum Systemkaufmann für Informationstechnologie. Aktuell ist er Student und Online-Unternehmer, bearbeitet auch schon einmal nachts um 2 Uhr noch Mails und spricht sich für die Flexibilisierung von Arbeitszeiten aus. „Das ist mein Alltag“, sagt der 26-Jährige und sieht sich als Repräsentant vieler junger Menschen.

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Nicht nur beim Thema Arbeitszeit fühlt Jeguschke sich den Liberalen nah. Die Legalisierung und kontrollierte Freigabe von Cannabis ist eine wesentliche Position des Bewerbers und steht im Einklang mit dem FDP-Programm. Jeguschke ist gegen die lückenlose Überwachung der Bürger und will für eine deutlich verbesserte Breitband-Versorgung in Deutschland kämpfen. Auch damit befindet er sich ganz auf der Linie des Bundesvorsitzenden Christian Lindner, den er für einen der besten Redner im Land hält. Und für einen Mutmacher. „Wir wollen mit erhobenem Kopf in die Zukunft schauen und nicht mit Angst und Panik Politik machen“, sagt Jeguschke.

Bis zu 60 Stunden in der Woche investiert der Kandidat derzeit in den Wahlkampf. Jeguschke besucht Podiumsdiskussionen, Wahlveranstaltungen, Infostände und absolviert Unternehmensbesuche. Mit Listenplatz neun ist sein Einzug in den Bundestag höchst unwahrscheinlich. „Ich kann mir im Wahlkampf die Hörner abstoßen“, erklärt Jeguschke, warum er sich das antut. Es könnte auch die Vorbereitung für den Kommunalwahlkampf 2018 sein. Jeguschke überlegt anzutreten.

Von Kai Dordowsky

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