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Lübeck Bolstentok, Rugelach und Christkindlesmarkt
Lokales Lübeck Bolstentok, Rugelach und Christkindlesmarkt
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18:28 15.10.2016
Verkaufsschlager: Das Bolstentok, leider nur in limitierter Auflage erhältlich. Quelle: Cosima Künzel

„Damit kann ich nichts anfangen“, dachte Heike Malzahn, als sie die 20 Holstentor-Miniaturen in ihrem Souvenirladen in der Fleischhauerstraße auspackte, auf denen in Großbuchstaben „Bolstentok“ stand. „Ich habe sie wieder in den Karton gepackt und auf den Lieferanten gewartet, dass er sie wieder mitnimmt“, sagt Malzahn. Das Welcome-Center der LTM ging einen anderen Weg: Es machte den skurrilen Schreibfehler öffentlich und verkaufte die „Bolstentoks“ in kurzer Zeit (LN berichteten). Da überlegte auch Heike Malzahn es sich anders, behielt die Ware – und schon bald kamen Kunden, die nichts anderes kaufen wollten. Einen kleinen Restbestand hat sie jetzt noch in ihrem Hanse Kontor im Angebot.

Es ist nicht das erste Mal, dass Lübecks Außendarstellung mit einem skurrilen Fehler behaftet ist. 2002 machte sich die Deutsche Bahn in der Stadt zum Gespött, als sie mit großen Anzeigen warb: „Auf zum Lübecker Weihnachtsmarkt“. Aber nur, wer noch nie in Lübeck gewesen war, stutzte bei dieser Anzeige nicht. Das stimmungsvolle Bild zeigte nämlich den Augsburger Christkindlesmarkt.

Anfang 2013 wurden Lübecker Bürger darauf aufmerksam, dass die Stadtpläne in den Info-Kästen veraltet waren: Sie zeigten zum Beispiel die Landesversicherungsanstalt an der Kronsforder Allee, wo sie schon 16 Jahre vorher ausgezogen war, und die Melanchthon-Kirche, die seit sechs Jahren abgerissen war.

2015 stellte eine Firma aus Wuppertal in Lübeck Automaten auf, an denen man sich ein Fünf-Cent- Stück mit Altstadt-Silhouette prägen lassen konnte – Lübeck, Stadt der sechs Türme. Sechs? Ja, die Aegidienkirche war auf dem Weg von Wuppertal nach Lübeck irgendwie verlorengegangen.

Ein absichtlich platzierter Fehler im englischen Wikipedia-Eintrag amüsierte die Stadt im Februar dieses Jahres: Ein unbekannter User aus Kanada hatte konsequent „Marzipan“ durch „Rugelach“ ersetzt.

Für einige Tage galt Lübeck damit in der meistgenutzten Wikipedia-Version als Ursprungsort einer jüdischen Gebäckspezialität.

Was lernen wir daraus? Wenn Fehler passieren, macht das Leben mehr Spaß, als wenn immer alles glatt läuft.

kab

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