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Lübeck Braucht Lübeck einen Hanse-Manager?
Lokales Lübeck Braucht Lübeck einen Hanse-Manager?
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20:10 19.10.2017
Lübeck

Kaum Rückenwind für den Bürgermeister: Die Politiker reagieren zurückhaltend auf die Idee eines Hanse-Managers. Dabei will Saxe an diesem Wochenende dafür werben. Denn die Herbstkommission des Hansebundes tagt in Rostock – und andere Mitgliedsstädte sollen sich an der Finanzierung eines Geschäftsführers des Hansebüros beteiligen. So die Idee. Die Stelle kostet 100000 Euro im Jahr.

Allerdings: Sollte Saxe das Geld von den anderen Hansestädten erhalten, muss die Bürgerschaft die Stelle trotzdem noch beschließen.

Unter Vorbehalt wären CDU und SPD dazu bereit. „Um wie viel Geld geht es dabei genau?“ will SPD- Fraktionschef Jan Lindenau wissen. Selbst wenn andere Städte auch Geld geben, müsse die Hansestadt einen Anteil bezahlen. „Selbst wenn es um 10 000 Euro geht, muss Saxe einen Vorschlag machen, wie er das Geld aufbringen will“, macht Lindenau klar. Denn Lübeck erhalte immer noch Geld aus dem Schuldenfonds, und ein Hanse-Manager sei eine freiwillige Leistung. „Wir brauchen bessere Informationen“, moniert auch CDU-Fraktionschef Christopher Lötsch. Grundsätzlich sei ein Hanse-Manager aber eine gute Idee.

Das sieht die BfL völlig anders. Sie lehnt diesen Posten rundweg ab. „Da haben wir vordringlichere Aufgaben“, sagt Fraktionschef Marcel Niewöhner. Er würde Saxe gerne eine Liste mit Stellen überreichen, die dringend benötigt würden. „Wie den Investitionslotsen oder einen Finanzsenator“, nennt Niewöhner seine beiden Lieblingsthemen. Auch die anderen kleinen Parteien stehen der Sache ablehnend gegenüber. „Saxe muss erst einmal darlegen, ob diese Stelle so unbedingt notwendig ist“, fordert GAL-Fraktionschefin Antje Jansen. „Ich bin irritiert“, sagt der Linke Ragnar Lüttke. Denn Saxe sei stets knauserig mit neuen Stellen in der Verwaltung gewesen. Außerdem: „Das ist eher eine Sache, die der nächste Bürgermeister entscheiden soll.“ So sieht es auch Grünen-Fraktionschefin Michelle Akyurt: „Es ist unglücklich, dass Saxe kurz vor Ende seiner Amtszeit diese Entscheidung treffen will.“ Denn dadurch werde eine völlig neue Struktur geschaffen. Es müsse erst einmal klar sein, ob sein Nachfolger auf dem Chefsessel im Rathaus das so wolle. Oder ob der neue Bürgermeister doch lieber die Geschäfte des Hansebundes selbst führen will – ehrenamtlich. So wie Saxe es 18 Jahre lang gemacht hat.

Der Hintergrund: Der internationale Städteverband „Die Hanse“ wächst und wächst. Waren es im Jahr 2000 noch 125 Mitglieder, gehören mittlerweile 190 Hansestädte dazu. Maximal können 225 Städte in den Hansebund aufgenommen werden. So viele, wie auch im Mittelalter dazu gehörten. Denn nur eine Stadt, die damals zur Hanse gehörte, darf auch heute wieder mit dabei sein. Als einstige Königin der Hanse hat Lübeck traditionell den Vorsitz – und der amtierende Bürgermeister ist der Vormann der Hanse. Nach Saxes Idee soll das auch so bleiben. Doch der Hansebund sei zu groß geworden, um diesen Job neben dem des Bürgermeisters zu erledigen. Daher soll der Hanse-Manager das Alltagsgeschäft übernehmen, die vielen Reisen ins Ausland, die Kommunikation mit der EU und die Weiterentwicklung des Städtebundes.

Von Josephine von Zastrow

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