Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Braunbär „Bruno“ ist tot: Trauer um Lübecks Liebling
Lokales Lübeck Braunbär „Bruno“ ist tot: Trauer um Lübecks Liebling
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:00 02.08.2011
„Dieses Foto habe ich letzte Woche Sonntag gemacht. ,Bruno‘ ging es bei uns gut“, sagt Cheftierpflegerin Sabine Steinmeier. Quelle: Roeßler
Lübeck

Nur zwei Monate nach seinem Umzug vom Tierpark in den Bärenwald Müritz musste Braunbär „Bruno“ am Wochenende eingeschläfert werden. „Innerhalb kürzester Zeit hatte sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert“, teilt Susanne von Pölnitz, Sprecherin des Bärenwaldes, mit. Das Bärenwald-Team und Tierärzte hätten alles versucht, „Brunos“ Kondition zu stabilisieren. „Leider ohne Erfolg. Er hatte sich zum Sterben entschieden, konnte am Ende seinen Kopf nicht mehr heben und nahm keine Nahrung mehr zu sich“, so von Pölnitz. Somit entschied man sich, ihn von seinen Leiden zu erlösen und ließ ihn mit tierärztlicher Hilfe am Sonnabendabend friedlich einschlafen.

„Wir waren sehr überrascht über die rapide Verschlechterung seines Zustands“, erklärt Carsten Hertwig, Geschäftsführer des Bärenwaldes Müritz. „Noch vor wenigen Tagen habe ich ,Bruno‘ beim Baden beobachten können. Diese Bilder werden mir unvergessen in Erinnerung bleiben. Umso größer ist unsere Trauer über den ersten Todesfall in unserem Park.“

„Bruno“ war ein Zirkus-Bär, bis das Ehepaar Lehmensiek ihn 1987 übernahm. Seitdem lebte er im Tierpark Lübeck. Nach 24 Jahren musste eine neue Heimat für das alte Tier gefunden werden, da der Tierpark geschlossen wurde. Am 28. Mai zog Bruno in sein neues Zuhause um. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe der 34-jährige Bär damit begonnen, Wald, Wiesen und besonders den Badeteich ausgiebig zu genießen, sagt Susanne von Pölnitz.

Am vergangenen Mittwoch habe der Bär dann aber sein Verhalten drastisch verändert. „Er wurde passiver und fraß immer weniger.“ Als er sich dann in eine Höhle begeben habe, vermutete Cheftierpflegerin Sabine Steinmeier schon, dass sich der Bär zum Sterben zurückgezogen habe. „Augenscheinlich handelte es sich nicht nur um sein bekanntes Arthroseleiden“, kommentiert sie. Mit Aufbau- und Schmerzpräparaten versuchten Tierpfleger und Tierärzte, den Pelzträger wieder auf die Beine zu bringen. Doch ohne Erfolg. Wahrscheinlich sei Organversagen die Ursache für „Brunos“ schlechten Zustand gewesen, resümiert das Team des Bärenwaldes Müritz. „Wir haben unserem ,Bruno‘ ein noch längeres Leiden erspart“, sagt Sabine Steinmeier, „im Beisein seines ehemaligen Besitzers haben wir uns würdig von unserem ,Bruno‘ verabschiedet.“

Der frühere Tierpark-Betreiber Günter Lehmensiek betont, dass er die Entscheidung, „Bruno“ einzuschläfern, in Gänze mitgetragen habe. Allerdings bezweifelt er, dass sich das Tier jemals wirklich wohl gefühlt hat in seiner neuen Umgebung. „Er ist nie richtig angekommen. Wenn man acht Wochen lang nicht richtig frisst, wird man natürlich sehr schwach“, so Lehmensiek. Der Bär soll nun eingeäschert werden. „Die Urne wird auf dem Areal des Bärenparks beigesetzt.“

Die Umsiedlung sei „auf Grund des Alters ein Risiko gewesen“, gibt Lübecks Amtstierarzt Andreas Müller-Buder zu. Aber es habe dazu keine Alternative gegeben. „Ich vermute, dass ,Bruno‘ den Umzug nicht verkraftet hat“, meint Astrid Stadthaus-Panissié (BfL), die vehement für den Erhalt des Tierparks gekämpft hatte. Das Tier habe an Depressionen gelitten. Damit sei nach der Affendame „Konda“, die in Wales ebenfalls zwei Monate nach dem Umzug verstorben sei, nun auch „Bruno“ dem Beschluss der Bürgerschaft, den Tierpark abzuwickeln, zum Opfer gefallen. „Das ist ausschließlich die Schuld von Rot-Rot-Grün“, klagt Stadthaus-Panissié an. Die Rathausmehrheit hätte außer Acht gelassen, dass es sich um lebendige Wesen handle, und den Tierpark „wie einen Tante-Emma-Laden“ dicht gemacht.

„Das ist eine unverschämte Behauptung“, weist Linken-Chefin Antje Jansen die Verantwortung für „Brunos“ Tod von sich. Sie bedauere das Ableben und hätte sich gewünscht, dass „Bruno“ schon viel früher an die Müritz gezogen wäre, „um dort wie ein Bär zu leben“. Sie bleibt dabei: „Es war richtig, den Tierpark zu schließen.“

Michael Hollinde und Josephine von Zastrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Dem Holzsteg, über den Badegäste bequem ins Meer gelangen konnten, droht der Abriss. Der Grund sind marode Dalben.

02.08.2011

300 Metal-Fans feierten am Wochenende das zweite Wacken-Warm-Up-Festival – diesmal mit neun Bands.

02.08.2011

Diese Frau soll es sein: Alexandra Dinges-Dierig, ehemalige Bildungssenatorin in Hamburg, wird bei der lübschen CDU als Favoritin für die Bürgermeisterkandidatur gesehen. Allerdings hat sich die 58-Jährige noch nicht für Lübeck entschieden. Doch die CDU ist schon jetzt begeistert von ihr – und lobt sie überschwänglich.

02.08.2011