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Lübeck Breite Straße: Pizza Hut zieht in den Glaspavillon
Lokales Lübeck Breite Straße: Pizza Hut zieht in den Glaspavillon
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21:13 28.10.2017
Seit einem Jahr steht der ehemalige Telekom-Shop an der Breiten Straße leer. Quelle: Neelsen
Innenstadt

Eine Sprecherin von Pizza Hut bestätigte den LN die bevorstehende Neueröffnung eines Restaurants mit 62 Plätzen. Sechs Stellen sind für die Filiale ausgeschrieben. Sie wird von demselben Franchisenehmer betrieben wie die Filialen in Hamburg, Kiel, Rostock, Bremen und Osnabrück. Es werde ein „hoher sechsstelliger Betrag“ investiert. Nach Aussage des Unternehmens hat der Umbau des Gebäudes Breite Straße 36a schon begonnen. Zumindest von außen ist davon allerdings noch nichts zu sehen. Die Eröffnung, heißt es, sei für Ende November geplant.

"Der Leerstand war mir ein Dorn im Auge." Olivia Kempke, Lübeck-Management

Mit dem Einzug eines Gastronomiebetriebs kehrt der Glaspavillon zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurück: Von der Eröffnung 1989 bis 2000 versuchten drei verschiedene Restaurantbetreiber ihr Glück. Einer davon, „Det danske køkken“, hielt neun Jahre durch. Als problematisch galten damals die offene Bauweise und die vielen Treppen. Pizza Hut preist dagegen die „optimale Innenstadtlage“, die einen „hohen Anteil an Laufkundschaft“ verspreche.

Vor einem Jahr zog die Telekom, die seit 2000 in dem Pavillon eine Zweigstelle unterhielt, 100 Meter weiter in Richtung Rathaus. Seitdem steht das Gebäude leer. Olivia Kempke, Geschäftsführerin des Lübeck-Managements, zeigt sich jetzt erleichtert: „Es war mir ein Dorn im Auge, dass diese Immobilie ein beliebtes Objekt für wildes Plakatieren und Schmierereien geworden ist.“

Alles, was lange leerstehe, sei nicht gut für die Stadt. „Natürlich: Ein sehr anspruchsvolles, individuelles Gastro-Konzept würde den Standort mehr bereichern. Aber die Situation in der Innenstadt ist nicht so, dass wir da so große Ansprüche stellen können.“

Erleichtert über die Entwicklung ist auch Dario Arndt von der Wirtschaftsförderung Lübeck. Gastronomie hält er für die beste Möglichkeit, das Gebäude zu nutzen: „Man hat ja keine Lagerfläche.

Deswegen gab es aus meiner Sicht nie die Möglichkeit, da vernünftigen Einzelhandel unterzubringen.“ Frank Senger, stellvertretender Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Lübeck, sieht in Pizza Hut „ein gutes Add-on zu den Franchise-Konzepten, die wir schon haben“.

Direkt gegenüber dem Glaspavillon liegt die einzige McDonald’s- Niederlassung der Innenstadt. Deren Betreiber Kurt Neubaumer gibt sich angesichts der neuen Konkurrenz gelassen. „Da ist viel Bewegung auf der Ecke“, sagt er mit Blick auf die gerade eröffneten Geschäfte „Brotrock“ und „Königs- Fischbrötchen“. Für die erste Zeit rechnet er mit Einbußen: „Ja, wir werden es ganz bestimmt spüren.“ Er glaubt aber, dass sich der Umsatz seines Geschäfts nach einem Jahr wieder normalisieren werde. „Es kann auch sein, dass es uns was bringt, weil einfach mehr Leute auf der Ecke sind.“

Der Glaspavillon am Ende der Fußgängerzone war von Anfang an schwer umstritten. Er war aber ein Herzensanliegen des damaligen Bausenators Hans Stimmann (SPD), der später als Berliner Senatsbaudirektor und Staatssekretär die Bundeshauptstadt prägte. Stimmann lobte 1989 den vom Lübecker Architekten Ivan Peter Chlumsky entworfenen Bau: „Der Pavillon ordnet sich zwar den Architekturen der 50er und 60er Jahre unter, behauptet sich aber gleichzeitig mit seiner zeitgemäßen Architektursprache im Straßenbild.“

 Hanno Kabel

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